ALTENKUNSTADT

Altenkunstadter Mittelschüler backen mit Senioren

Altenkunstadter Mittelschüler backen mit Senioren
Mit ruhiger Hand bestreicht der 97-jährige Werner Geiger die Plätzchen mit Zuckerguss und bestreut sie anschließend mit Schokoraspeln. Foto: Bernd Kleinert

„Eigentlich könnten wir ja wieder mal was für ältere Menschen machen“, dachten sich die Mädchen und Jungs der Klasse 7cM der Altenkunstadter Mittelschule. „Es geht auf Weihnachten zu. Wie wäre es, wenn wir ins Seniorenheim gehen und mit den Bewohnern Plätzchen backen?“, schlug Hauswirtschaftslehrerin Waltraud Fischer vor. Eine prima Idee, fanden die Schüler.

Auch im Friedrich-Baur-Seniorenzentrum ist man von dem Vorhaben der Jugendlichen begeistert. „Es ist doch immer wieder schön, wenn junge Leute zu uns kommen“, meint Ergotherapeutin Karina Schmitt vom Sozialen Dienst. Die Schüler werden in Gruppen aufgeteilt, sodass in allen Wohnbereichen Jung und Alt gemeinsam backen können.

Aus Mehl, Butter, Zucker, Eiern und Vanillinzucker besteht der Teig für Butterplätzchen, den Waltraud Fischer mit einigen Mädchen am Abend vorher in der Schulküche zubereitet hat. „Wir mussten etwas vorarbeiten. Sonst hätten wir es zeitlich nicht geschafft, und wir wollen schließlich keine Hektik verbreiten“, erzählt die Hauswirtschaftslehrerin. Und sie hat recht. Der Nachmittag vergeht tatsächlich wie im Flug.

Vor dem Ausrollen des Teigs wird die Arbeitsfläche mit Mehl bestäubt

Von Berührungsängsten ist weder bei den Jugendlichen noch bei den Senioren etwas zu spüren. Mit ihren Schürzen wirken die Siebtklässler geradezu professionell. Schöne Erinnerungen werden bei Heimbewohnerin Christa Linke wach, als sie mit Denise, Celine und Sinja mittels eines Nudelholzes kleine Klumpen Teig ausrollt. Die Arbeitsfläche wird zuvor mit etwas Mehl bestäubt. „Auf diese Weise bleibt der Teig nicht kleben und lässt sich leichter ausrollen“, wissen Justin und Philipp.

Altenkunstadter Mittelschüler backen mit Senioren
Mit Förmchen stechen Christa Linke (li.) und Mädels der Klasse 7cM aus dem ausgerollten Butterteig Sterne, Tannenbäume ... Foto: Bernd Kleinert

Mit Förmchen werden Sterne, Tannenbäume, Kerzen, Glocken und andere weihnachtliche Motive ausgestochen. Die Teiglinge kommen auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche und werden im Ofen goldgelb gebacken. Schon bald zieht köstlicher Duft durch sämtliche Bereiche des Seniorenzentrums. Doch die Plätzchen sind damit noch lange nicht fertig. Nach dem Auskühlen werden sie mit Zuckerguss bestrichen und mit Schokoraspeln bestreut.

„Dafür braucht man eine ruhige Hand.“
Werner Geiger, 97 Jahre

Um geschmacklich wie auch optisch für Abwechslung zu sorgen, werden einige Plätzchen mit Marmelade bestrichen und zusammengeklebt. „Dafür braucht man eine ruhige Hand“, schmunzelt Senior Werner Geiger. Dem 97-Jährigen macht das Werkeln mit Backwaren sichtlich Spaß. Hauswirtschaftslehrerin Waltraud Fischer geht von Wohnbereich zu Wohnbereich und hilft bei Bedarf. Auch die Damen des Sozialen Dienstes gehen den Bäckern zur Hand.

Und was geschieht jetzt mit dem leckeren Backwerk? „Das servieren wir unseren Senioren bei einem adventlichen Nachmittag“, verrät Ergotherapeutin Karina Schmitt. Für die Mittelschüler wie auch die Heimbewohner vergeht die gemeinsame Zeit viel zu schnell. Bevor die Jugendlichen zurück zur Schule laufen, wird aber noch aufgeräumt. „Denn auch das gehört zum Plätzchenbacken“, erklärt Waltraud Fischer mit einem Augenzwinkern. Karina Schmitt und ihre Kolleginnen vom Sozialen Dienst danken den Siebtklässlern für die gelungene Aktion, mit der sie eine schöne Abwechslung in den Heimalltag gebracht hätten.

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