WEISMAIN

Im Sinne bauwilliger Familien entschieden

Der Jahresabschlusssitzung des Stadtrates in Weismain ging eine kurze Arbeitssitzung voraus. Der Grund dafür resultierte aus der Sitzung vom 26. November: Hier hatte der Stadtrat den Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes „Weismain-Kalkberg I“ im beschleunigten Verfahren zurückgestellt, um zuerst die Rechtslage über die Zulässigkeit des Verfahrens zu klären. Das hatte auch in der Bevölkerung große Wellen geschlagen. Da sich durch die Stellungnahme des Landratsamtes keine gravierenden Änderungen ergaben, legte die Verwaltung den Antrag nochmals vor.

„Es hat sich eigentlich nichts geändert“, bemerkte Stadträtin Gabi Huber (GUB). Ursula Gommelt (Die Grünen) wollte wissen, warum die Stadt den Antrag nochmals gestellt habe. Sie sei nicht grundsätzlich dagegen, aber die Praxis habe gezeigt, dass ein beschleunigtes Verfahren nicht sinnvoll ist, wenn naturschutzrechtliche Gründe eine Rolle spielen.

Roland Säum (BB) gab zu bedenken, dass es im Moment in Weismain nicht so gut um Bauplätze bestellt sei. Die Nachfrage sei aber da. Allein schon deshalb sei ein beschleunigtes Verfahren zu unterstützen. Dies sah auch Bürgermeister Udo Dauer so. Der Stadt sei es während der Ausgestaltung immer möglich, Einwände geltend zu machen: Sie bleibe Herr des Verfahrens. Mit einer Gegenstimme (Ursula Gommelt) wurde der Antrag angenommen.

Fördermittel stehen noch bis Ende 2023 zur Verfügung

Mit guten Nachrichten wartete Bürgermeister Udo Dauer auf: In einem persönlichen Gespräch teilte Umweltminister Thorsten Glauber mit, dass die Gültigkeit der Förderrichtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas, 80 Prozent) für die Sanierungsmaßnahmen der Wasser- und Abwasserversorgung im Bereich der Kernstadt Weismain vom 21. Dezember 2021 bis Ende 2023 verlängert wurde. Dies bedeute, dass demnächst die nötigen Maßnahmen im Gesamtpaket ausgeschrieben werden können.

Außerdem freue er sich darüber, dass Telekommunikationsanbieter im Moment Standorte für den Aufbau einer Mastinfrastruktur erkunden. Und es sei möglich, dass die neue Ortsumfahrung zum 20. Dezember für den Verkehr freigegeben werden könnte.

Rathaussanierung im Bundesförderprogramm

Auch sonst sei im vergangenen Jahr vieles auf den Weg gebracht worden, resümierte das Weismainer Stadtoberhaupt. Es sei auch CSU-Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner zu verdanken, dass die Sanierung des Weismainer Rathauses in das Bundesförderprogramm „Nationale Förderung des Städtebaus“ aufgenommen wurde. Dadurch könnten Fördermittel in Höhe von 5,31 Millionen Euro abgerufen werden. So bald feststeht, welcher Planentwurf zur Ausführung gelangt, würden die Arbeiten beginnen.

Laut Landrat Christian Meißner soll im nächsten Frühjahr mit dem Bau der Ortsumfahrung Modschiedel und zeitnah nach den Grundstücksverhandlungen mit der Ortsumfahrung Wunkendorf begonnen werden.

Zufrieden zeigte sich Udo Dauer auch mit dem Breitbandausbau im Weismainer Stadtgebiet. Sämtliche Förderprogramme seien genutzt worden, so dass ein Großteil der Einwohner jetzt Zugang zur schnellen Datenautobahn habe. Wegen unterschiedlicher Technik gebe es aber noch unterschiedliche Bandbreiten. An dem Ziel „Glasfaser für jeden Haushalt“ werde weiter gearbeitet. Im nächsten Jahr sollen noch Resterschließungsmaßnahmen im Bereich des Gewerbegebietes „Feldteile“ stattfinden. Schnell weitergehen soll es mit dem Baugebiet „Burgleite“, da Bauplätze derzeit Mangelware sind und gerade junge Familien in Weismain sesshaft werden wollen.

Abfüllanlage der „Dietzbräu“ und Altstadt-Entwicklung

Die Stadt werde alles Mögliche unternehmen, um die alte Abfüllanlage der ehemaligen „Dietzbräu“, die sich in Privateigentum befindet, mit Hilfe der Städtebauförderung zu erwerben, um dort unter Einbeziehung des „Oberen Tores“ ein gastronomisches Gesamtkonzept zu entwickeln und umzusetzen. Auch die Altstadt-Entwicklung im Rahmen des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Isek werde weitergeführt.

Am Ende seiner Ausführungen dankte er allen für ihren Dienst für die Stadt Weismain und den vielen ehrenamtlichen engagierten Bürgern, ohne die vieles nicht möglich wäre. Lob und gute Wünsche gab es im Gegenzug von den Fraktionssprechern Hans Popp (CSU), Michael Dreiseitel (SPD), Janine Brunecker (GUB) und Roland Säum (BB). Ursula Gommelt (Die Grünen) riet für die nahe Zukunft dazu, „nicht mit dem Kopf durch die Wand, lieber mit offenen Augen durch die Tür“ zu gehen. Zweiter Bürgermeister Hans Schott lobte die Arbeit von Bürgermeister Udo Dauer für die Stadt. Er sei hartnäckig geblieben und habe dadurch gerade im finanziellen Bereich viel für die Jurastadt möglich gemacht.