BURGKUNSTADT

Jugendliche sollen im Stadtrat Burgkunstadt bald mitreden

Eine Tagespflegeeinrichtung plant das Rote Kreuz in dem Mehrfamilienhaus in der Lichtenfelser Straße 13. Der Bauausschuss genehmigte das Vorhaben. Beachtet werden solle, dass genug Parkplätze für das benachbarte Feuerwehrhaus auf dem Gelände bleiben. Foto: Gerhard Herrmann

Die Aussichten, dass Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren im Stadtrat mitreden dürfen, stehen gut. Den Antrag der Jugendbeauftragten von Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain ein gemeinsames Jugendparlament für die drei Kommunen zu wählen hat der Stadtrat am Dienstagabend einstimmig gebilligt. Bei allen Themen soll ein Sprecher des Jugendparlaments mitreden und hätte damit mehr Befugnisse als die Ortssprecher.

So soll das gemeinsame Jugendparlament für die drei Kommunen funktionieren. Foto: Grafik: Marco Hennemann

Aufmerksam verfolgten die Söhne des designierten Bürgermeisterkandidaten der Grünen, Sebastian Callens, die Debatte über das angedachte Jugendparlament. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen durch das Landratsamt geprüft sind und nicht nur die Altenkunstadter, sondern auch die Weismainer Räte zustimmen, könnte das Gremium in der Woche vor der Kommunalwahl im März 2020 gewählt werden. Ihre Stimme könnten die Jugendlichen im Internet abgeben.

„Die Jugendlichen sollten sich zu allen Themen äußern können, weil sie mit deren Folgen länger leben müssen als wir.“
Marco Hennemann, Jugendbeauftragter

Lange habe er überlegt, ob ein Jugendparlament in einer kleinen Stadt wie Burgkunstadt funktioniere, daher sei ein gemeinsames Gremium für den östlichen Landkreis, in dem jede Kommune vier Sitze habe, sinnvoll, erklärte Jugendbeauftragter Marco Hennemann. Außerdem beträfen viele Projekte wie die Mittelschule, das Lehrschwimmbecken oder die Aufwertung des Kordigast alle drei Kommunen. „Die Jugendlichen sollten sich zu allen Themen äußern können, weil sie mit deren Folgen länger leben müssen als wir“, betonte er. Dadurch werde auch die Arbeit des Stadtrats transparenter und Jugendliche an die Kommunalpolitik herangeführt.

Diskussion um Parkplätze für die Feuerwehr

Die Angehörigen von Senioren will das Rote Kreuz durch eine Tagespflegeeinrichtung in dem Mehrfamilienhaus Lichtenfelser Straße 13 neben dem Feuerwehrgerätehaus entlasten. Einstimmig hat der Bauausschuss das Projekt begrüßt, für das das Gebäude umgebaut und anstelle der Garagen im Hof ein Anbau errichtet werden soll. Vier Stellplätze sollen im Hof ausgewiesen werden. Für Diskussionen sorgte der Parkplatzmangel der Feuerwehr bei Einsätzen. „Widerstreitende Interessen“ bemängelte Ulf Müller (FW), weil die vorgeschriebenen 21 Stellplätze nicht zur Verfügung stünden und das Gelände hinter dem Feuerwehrgerätehaus durch die neue Atemschutzstrecke weiter eingeschränkt werde.

Eine Tagespflegeeinrichtung plant das Rote Kreuz in dem Mehrfamilienhaus in der Lichtenfelser Straße 13. Der Bauausschus... Foto: Gerhard Herrmann

„Das Vorhaben können wir gar nicht ablehnen, es handelt sich um ein wichtiges soziales Projekt im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts und trägt zur Stärkung des Rotkreuz-Standorts bei“, gab Bürgermeisterin Christine Frieß zu bedenken. Besucher könnten auch vor der Rotkreuz-Garage parken, meinte sie auf den Einwand von Thomas Müller (Bürgerverein), der Bring- und Holverkehr könnte zusätzlich Parkplätze blockieren. Auf acht für die Feuerwehr jüngst reservierte Parkplätze und weitere Stellplätze, die im Zuge des Hochwasserschutzes angedacht seien, verwies Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel.

Das Pflaster ist wellig und ausgebrochen, der Kanal undicht: Saniert werden soll die Dr.-Bullinger-Straße in Burgkunstad... Foto: Gerhard Herrmann

Obwohl die Stadt wegen sinkender Steuereinnahmen auch im kommenden Jahr sparen muss, wurde beschlossen, die Dr.-Bullinger-Straße 2020 zu sanieren, um in den Genuss der befristeten Förderungen für Kanalsanierungen zu kommen. Rund 670 000 Euro soll das Projekt kosten (Straßenbau: 317 000 Euro, Kanalbau: 150 000 Euro), wie Christina Kleylein-Doppel vom Ingenieurbüro HTS in Kronach erläuterte. Mit rund 240 000 Euro Zuschuss für die Erneuerung von Kanal und Wasserleitung rechnet die Stadt. Der Kanal sei zum Teil eingebrochen, eine Sohle sei nicht mehr vorhanden. Auch die gepflasterte Fahrbahn sei wegen Wellen und anderen Schäden eine Gefahrenquelle.

Vorgesehen ist ein Ausbau vom Schönberg bis zur Philipp-Brückner-Straße auf 155 Meter Länge sowie der der Einmündungen. Die Fahrbahn soll auf 4,50 Meter Breite ausgebaut werden, mit einer gepflasterten Mulde auf einer Seite. „Das ist die teuerste Straße, die wir uns leisten“, wunderte sich Günter Knorr (CSU). Auf seine Frage nach dem versprochenen Ausgleich für die abgeschafften Straßenausbaubeiträge der Anwohner erklärte Sven Dietel, dass der Freistaat der Stadt heuer rund 40 000 Euro gewähre. „Das sind gerade mal sechs Prozent der Kosten“, kritisierte Michael Doppel (FW).

Sanierung der Straße von Eben nach Schmeilsdorf

Saniert werden soll auch die marode Gemeindeverbindungsstraße von Eben nach Schmeilsdorf bis zur Landkreisgrenze auf 753 Meter Länge. Rund 805 000 Euro kostet der Ausbau auf einer Breite von vier Metern, erläuterte Manuel Kellner vom Planungsbüro Kellner in Bad Staffelstein. Auf einem Hügel muss die Straße wegen der eingeschränkten Sicht zwei Meter tiefer gelegt werden. Außerdem soll die Wasserleitung zum ehemaligen Hochbehälter auf einer Länge von 380 Metern erneuert werden (Kosten: 105 000 Euro). Keine Mehrheit fand Thomas Müller für den Antrag, die Sanierung wegen der angespannten Finanzlage bis zur Verabschiedung des Haushalts zu verschieben. Das Projekt wurde gegen drei Stimmen des Bürgervereins beschlossen.

Aus dem Stadtrat

Umweltfreundlich Strom erzeugen will ein Investor mit einer 4,5 Hektar großen Freiflächenphotovoltaikanlage auf den Mainwiesen zwischen Theisau und Mainroth (Flurnummern 972 und 1393). Mit den erwarteten 2200 Megawatt im Jahr könnten 550 Haushalte versorgt werden. Einig waren sich die Stadträte, am Grundsatzbeschluss festzuhalten, wegen des Landschaftsschutzes keine vorhabensbezogenen Bebauungspläne aufzustellen oder den Flächennutzungsplan zu ändern. Der Antrag wird auf Anregung von Edith Berg (Bürgerverein) zurückgestellt, bis ein Leitfaden für die Zulassung solcher Anlagen nach dem Vorbild von Lichtenfels erstellt ist. Da bereits der Antrag auf Windräder bei Ebneth abgelehnt worden sei, sollte die Stadt andere Möglichkeiten nutzen, um einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Dachflächen seien wegen der sinkenden Einspeisevergütung wenig attraktiv, meinte sie auf Einwand von Wolfgang Sievert (SPD).

Verlängert wird der Vertrag mit der Arbeitsgemeinschaft „Stadtumbaumanagement Burgkunstadt um zwei Jahre (Kosten von 61 274 Euro für 48 Wochenstunden á 15 Stunden). Dafür erhält die Stadt 80 Prozent Zuschuss aus der Städtebauförderung. Fortgesetzt werden sollen das Innenstadt-, Leerstands- und Branchenmanagement, das in den vergangenen beiden Jahren angestoßen wurde. Einige Hausbesitzer hätten sich bereits beteiligt, andere seien interessiert, erklärte Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel. Nur Ulf Müller (FW) lehnte die Verlängerung ab.

Künftig sollen auch Musiker im Rahmen der Sportlerehrung des Stadtrats ausgezeichnet werden (Kopie der Urkunde des goldenen Leistungsabzeichens ist einzureichen).

Bei städtischen Veranstaltungen darf nur noch Burgkunstadter Bier ausgeschenkt werden, hat der Stadtrat beschlossen.

Auf Hinweis von Ulf Müller soll bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz künftig mehr als ein Toilettenwagen zur Verfügung gestellt werden. Beim Weihnachtsmarkt hätten Besucher ihre Notdurft in den umliegenden Gärten verrichtet, weil die öffentliche Toilette wegen Umbaus geschlossen ist, berichtete er.

Bis auf ein Erschließungsprojekt (Mainklein, Gärtenroth und Mainroth) seien alle Stadtteile mit schnellem Internet (50 Mbit) versorgt, wenn mehr gewünscht werde, müssten künftige Förderprogramme genutzt werden, erklärte Sven Dietel auf Anfrage von Günter Knorr. Glasfaser sei bisher nur bis zu den Verteilern vorgesehen – außer in den Gewerbegebieten.

 

Schlagworte