WEISMAIN

Weismainer Stadträte in Sorge wegen der Jura-Trasse

Sobald die Lärmschutzeinrichtungen installiert sind, soll die Weismainer Ortsumgehung für den Verkehr freigegeben werden. Geplant ist der Abschluss der Arbeiten bis 20. Dezember. Zusätzlichen Schutz bieten die aus Aushub aufgeschütteten Erdwälle an der Fahrbahn. Foto: Gerhard Herrmann

Die Weismainer Ortsumfahrung auf der Staatsstraße 2191 soll für den Verkehr freigegeben werden, sobald der Lärmschutz installiert ist. Geplant sei das bis 20. Dezember, doch könne es Verzögerungen geben, teilte Bürgermeister Udo Dauer am Dienstagabend im Stadtrat mit. Die Einweihungsfeier werde wohl erst im Januar erfolgen. Sorge bereitet den Stadträten allerdings, die Verlagerung des Verkehrs zur Autobahn A 70 auf den Jura, weil mit der Freigabe der Ortsumfahrung der Schwerlastverehr nicht mehr durch das Kleinziegenfelder Tal rollen soll, wie die Obere Naturschutzbehörde es fordert.

Nachdem die Höhenbegrenzung durch das Obere Tor in Weismain wegfalle, werde der Landkreis eine Tonnagenbegrenzung bis 7,5 Tonnen für das Kleinziegenfelder Tal anordnen, erläuterte Tremel. Ziel sei es, dass der Verkehr von der Autobahn weiterhin über die Kreisstraße Ku 6 umgeleitet werde. Der Verkehr von Weismain werde über die Albhochfläche vorbei an Modschiedel und Wunkendorf zur A 70 geleitet.

In Wunkendorf fehlt noch die Einigung mit den Grundbesitzern

„Wir sind bemüht, die beiden Umgehungen für Modschiedel und Wunkendorf so schnell wie möglich zu bauen, aber vorerst wird der Verkehr noch durch die Dörfer rollen“, bat Heiko Tremel, Leiter des Kreisbauhofs, um Verständnis für mögliche Belastungen. Bis zu 1400 Fahrzeuge könnten die Strecke täglich passieren. Damit sei die Belastung allerdings noch niedriger als in Neudorf, durch das täglich 1500 Fahrzeuge rollen. Hinzukommen können allerdings rund 50 Lastwagen jeden Tag.

In Modschiedel sollen die Arbeiten für die Umfahrung im Frühjahr beginnen, da hier eine zügige Einigung mit der Teilnehmergemeinschaft möglich war. In Wunkendorf könne mit der Umgehung erst dann begonnen werden, wenn der Landkreis die benötigten Flächen erworben habe. Weil die Landwirten diese nicht verkaufen wollen, sondern Tauschland fordern, komme erst jetzt Bewegung in die Verhandlungen, nachdem es gelungen ist, ein Anwesen zu kaufen.

„Das ist keine Entlastung für die Kleinziegenfelder Tal, sondern eine Verlagerung des Problems auf den Jura.“
Janine Brunecker, Stadträtin (GUB)

Um die Engstellen in den Ortsdurchfahrten zu entschärfen sind Tempolimits, Verkehrsspiegel und neue Fahrbahnmarkierungen vorgesehen. In Wunkendorf soll die Geschwindigkeit in der Kurve auf 30 Kilometer beschränkt werden, in Modschiedel an der Engstelle vor dem Dorfplatz auf 20 Kilometer. Der Landkreis werde die Verkehrentwicklung beobachten und könnte auch Bedarfsampeln zur Regelung des Gegenverkehrs aufstellen, kündigte Tremel an.

Bereits jetzt belastet der Verkehr in der Ortsdurchfahrt von Wunkendorf die Anwohner. Sorge bereitet die Umleitung des S... Foto: Gerhard Herrmann

„Das ist keine Entlastung für die Kleinziegenfelder Tal, sondern eine Verlagerung des Problems auf den Jura“, kritisierte Janine Brunecker (GUB). Zur Belastung durch den Schwerlastverkehr komme noch die Gefährdung der Bürger in den schmalen Ortsdurchfahrten ohne Gehwege. Und wenn in Wunkendorf keine Einigung mit den Grundbesitzern erzielt werde, könnte diese Situation jahrelang andauern. Auf ihre Kritik, diese seit zehn Jahren bekannten Probleme verharmlost zu haben, meinte Alfons Deuber (CSU) es gebe keine Alternative zu der Verkehrsführung.

Eine Verringerung der Belastung durch die Teilung der Verkehrsströme – zur A 70 über den Wohnsiger Berg, nach Weismain über den Weidener Berg – regte Deuber an. Zur Entschärfung der Haarnadelkurven am Wohnsiger Berg schlug Dritter Bürgermeister Michael Dreiseitel (SPD) vor, den Bewuchs auszulichten. Im Blick auf diese Gefahrenstelle forderte Matthias Müller (GUB), das Kleinziegenfelder Tal für eine zweijährige Übergangsfrist für Lastwagen offenzuhalten, um Zeit für den Ausbau der Jura-Route zu gewinnen. Es sei fraglich, ob die Naturschutzbehörde darauf eingehen werde, meinte Heiko Tremel.

Die geplanten Ortsumfahrungen von Wunkendorf und Modschiedel (in blau markiert). Foto: Roland Dietz

Wenn die Stadt die heruntergestuften Straßen nach dem Bau der Umgehungen übernehme, würden diese entweder hergerichtet oder die Stadt erhalte Geld, sagte er auf die Frage von Gabi Huber (GUB), wer für Schäden durch den Schwerlastverkehr aufkomme. Gegen eine Ausweisung der Straße durchs Kleinziegenfelder Tal als Gemeindeverbindung sprach sich Bürgermeister Dauer aus: „Mit dem Unterhalt wäre die Stadt Weismain völlig überfordert.“ Die Entlastungen für viele Bürger durch die Umgehung betonte Rudi Dück (CSU).

Zusätzliche Lärmschutzwälle in Weismain

Die Anwohner der Ortsumfahrung in Weismain können sich über zusätzlichen Lärmschutz freuen. Weil bei den Arbeit mehr Erdaushub angefallen ist, wird ein Lärmschutzwall einseitig vom Hutzelbrunnen bis zur Giechkröttendorfer Straße aufgerichtet und in die entgegengesetzte Richtung wurden die Wälle sogar auf beiden Seiten der Fahrbahn aufgeschüttet, erklärte der Bürgermeister.

Aus dem Stadtrat

Die Grundschulturnhalle soll trotz der begonnenen Sanierungsarbeiten für den Schulsport und die Vereine noch bis Ostern benutzbar sein, teilte Bürgermeister Udo Dauer mit. Allerdings sind die Duschen und Umkleiden nicht benutzbar. Ab September soll die Turnhalle für den Sport wieder zur Verfügung stehen. Die letzten Arbeiten würden bis Ende 2020 abgeschlossen.

Die Wahl eines gemeinsamen Jugendparlaments für den östlichen Landkreis haben die Jugendbeauftragten Stephanie Dittrich (Altenkunstadt), Marco Hennemann (Burgkunstadt) und Janine Brunecker (Weismain) beantragt. Ein Jugendsprecher soll in den Räten die Interessen der Jugendlichen vertreten. Die geschäftsleitenden Beamten werden die rechtlichen Voraussetzungen klären.

Einstimmig beschlossen wurde die Änderung der Friedhofssatzung. Die Gebühren werden leicht angehoben, seien aber längst nicht gebührendeckend, erklärte der Bürgermeister. So kostet ein Kindergrab ab 2020 200 Euro (bisher 180 Euro), ein Reihengrab 520 Euro (450), ein Doppelgrab 1060 Euro (900), ein Mehrfachgrab 1580 Euro (1350), eine Gruft 2500 Euro (1800), ein Urnengrab 400 Euro (250) und ein Urnenstelengrab 600 Euro (400).

Vertagt wurde die Änderung des Bebauungsplans „Weismain Kalkberg I“ im beschleunigten Verfahren, wo die Baufirma Dechant an der Heinrichshöhe Bauplätze ausweisen will. Auf Einwand von Ursula Gommelt (Grüne) wird vorab geprüft, ob das Vorhaben die angrenzenden Natura-2000-Gebiete beeinträchtigt. Mit dem Vorhaben könne die Abwanderung von Bauwilligen verhindert werden, aber vor einer endgültigen Zustimmung müsste mit der Baufirma geklärt werden, was dort gebaut werden solle, erklärte Dauer.

Vertagt wurde der Neuerlass der Marktsatzung, da Ursula Gommelt anregte, die Benutzung von Einweggeschirr bei Essensanbietern zu untersagen.

Eine Beleuchtung der Kirche und des Frauenturms während der Adventszeit mit den von der Aktion „Weismain leuchtet“ installierten Leuchten regte Dritter Bürgermeister Michael Dreiseitel (SPD) an. Weil die Lampen viel Strom brauchten, seien sie nicht mehr genutzt worden, doch werde geprüft, ob sie noch funktionieren, meinte der Bürgermeister. Das Stutzen der Bäume im Friedhof regte Matthias Müller (GUB) an.

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