BURGKUNSTADT

Kultursonntag Burgkunstadt: Nachtstücke voll Leidenschaft

Kultursonntag Burgkunstadt: Nachtstücke voll Leidenschaft
Der Geiger Ulf Schneider und der Pianist Jan Philip Schulze überzeugten das Vogtei-Publikum ein weiteres Mal mit beseelter Spielfreude. Foto: Gerda Völk

Schon einmal hatten der Geiger Ulf Schneider und der Pianist Jan Philip Schulze das Vogtei-Publikum begeistert. Diesmal überzeugten sie durch beseelte Spielfreude und mit unvergesslichen Werken der klassischen Musikliteratur von Peter Tschaikowsky, Wolfgang Amadeus Mozart und weiteren Komponisten der Klassik und Moderne.

Mozarts einzige e-Moll-Sonate zählt zu den kammermusikalischen Höhepunkten im Schaffen des berühmten Klassikers. Der melancholische Grundton der im Sommer 1778 in Paris entstandenen Sonate KV 304 erklärt sich vielleicht durch den Tod der Mutter, die ihn nach Paris begleitet hatte und dort am 3. Juli 1778 verstarb. Bereits beim ersten Werk überzeugte beide Künstler gewohnt brillant und technisch überlegen. Ein großartiges Duo, dem man die Liebe zur Musik anmerkte.

Allerfeinste Klangperlen entlocken die Musiker Schuberts Fantasie

Hauptwerk und Ausgangspunkt für alle weiteren Werke des Nachmittags war die Fantasie C-Dur von Franz Schubert. Das Werk komponierte er im Dezember 1827 für den böhmischen Violinvirtuosen Joseph Slawjk, den Chopin einst den „zweiten Paganini“ nannte. Ausgangspunkt der C-Dur-Fantasie ist das Rückertlied „Sei mir gegrüßt“. Es dürfte zu den umfangreichsten Werken der klassischen Musikliteratur gehören. Auch hier meisterten Ulf Schneider und Jan Philip Schulze die technischen Herausforderungen des Werkes und entlockten ihn allerfeinste Klangperlen.

Beide Künstler verbindet eine langjährige musikalische Freundschaft. Gerade haben sie die CD „Night on earth“ eingespielt, eine musikalische Reise durch die nächtlichen Zeitzonen der Welt. Dabei sind sie nicht nur bei klassischen Komponisten fündig geworden, sondern auch bei zeitgenössischen Komponisten. „Es hat uns große Freude gemacht, Stücke zu finden, die von der Nacht handelten“, berichtet Jan Philip Schulze. Der gefragte Liedbegleiter und Kammermusiker ist Professor für Liedgestaltung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Auch der Geiger Ulf Schneider ist Professor an dieser Hochschule. Er lebt in Hannover und spielt eine Carlo-Giuseppe-Testore-Violine aus dem Jahr 1725, die großzügige Leihgabe eines privaten Sammlers.

Der zweite Teil des Konzertes gehörte den Nachtstücken, eine Art musikalische Reise durch die Länder dieser Erde. Beim letzten Kultursonntag der Saison kamen sieben dieser nächtlich inspirierte Werke voll melancholischer Poesie, glühender Leidenschaft und romantischer Klangschönheit zu Gehör. Hans Werner Henze (1926-2012) zählt zu den bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine fünf Nachtstücke haben eher experimentellen Charakter.

Die musikalische Reise durch die nächtlichen Zeitzonen der Welt führte nach Russland. Die „Sérénade mélancolique“ von Tschaikowski erweist sich als ein besonders beeindruckendes Werk. Von Russland aus ging's nach England und damit zu einem der bedeutendsten Vertreter der musikalischen Spätromantik. Edward Elgars Chanson de Nuit op.15/1 erwies sich als ein klangliches Erlebnis. Die Reise führte von Finnland (Jan Sibelius) aus über Armenien (Aram Chatschaturjan) und Italien (Ottorino Respighi) nach Spanien (Joaquin Turina).

Am Ende des Konzertes erhielten die Künstler viel Applaus eines begeisterten Publikums. Unter den drei Zugaben war auch ein Werk des Österreichers Erich Wolfgang Korngold, mit dessen Uraufführung des Balletts „Der Schneemann“ an der Wiener Hofoper der damals Elfjährige großes Aufsehen erregte.

Ein süßer Vorgeschmack auf Weihnachten

Am 8. Dezember erwartet das Vogteipublikum unter dem Motto „Oh süßer Weihnachtsvorgeschmack“ Texte und romantische Gitarrenklänge zum Advent aus fünf Jahrhunderten mit den Schauspieler Stefan Müller-Ruppert und dem Gitarristen Maximilian Mangold.

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