Altenkunstadt soll sich zum idealen Wohnort entwickeln

ALTENKUNSTADT

Altenkunstadt soll sich zum idealen Wohnort entwickeln

Im Dialog mit den Bürgern hatten der Hofer Architekt Hans Greim und die Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) entwickelt. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend stellten die beiden Experten das erarbeitete Leitbild vor. „Die Gemeinde Altenkunstadt hat Kleinstadtflair und ist der ideale Wohnort für alle“, ist darin als Ziel verankert.

Das ISEK und die begleitenden Voruntersuchungen sind für Greim die Eintrittskarte in die Städtebauförderung, über die Projekte staatlich bezuschusst werden können. Eines der angedachten Vorhaben, ist die Beseitigung von Leerständen im Ortskern von Altenkunstadt. Dabei handelt es sich zumeist um Privathäuser.

„Gefördert wird die Gestaltung. Der bloße Einbau einer Wohnung reicht nicht aus.“
Alexander Pfaff, Geschäftsleitender Beamter

Auf Nachfrage von Maximilian Deuber (FWG) teilten Greim und Geschäftstellenleiter Alexander Pfaff mit, dass auch Privatanwesen gefördert werden könnten, wenn auch die Gemeinde im Städtebauförderungsprogramm sei. Dies sei in Altenkunstadt der Fall. Die private Maßnahme müsse die Gestaltung betreffen. „Der bloße Einbau einer Wohnung reicht nicht aus“, stellte Pfaff klar. Bürgermeister Robert Hümmer nannte als Beispiel die Sanierung der Neumühle, durch den Bad Staffelsteiner Investor Stefan Linz.

Augsten stellte fest, dass Altenkunstadt über eine gute soziale, kulturelle und technische Infrastruktur verfüge. Die Ortsgestalt sei vielfältig und abwechslungsreich, die Ortsstruktur im Ortskern als einprägsam und intakt. Die Untersuchungen und Veranstaltungen habe aber auch gezeigt, dass es Handlungsbedarf gebe. Etwa bei der barrierefreien Gestaltung des Wohnumfeldes und der Schaffung eines Parkplatzes für Wohnmobile unweit des Bootshauses.

In den nächsten Monaten muss das Konzept mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt und ein Abschlussbericht erstellt werden, ehe der Gemeinderat seinen endgültigen Beschluss fasst.

Änderung des Bebauungsplan für ein Haus mit Seniorenwohnungen

Bereits zum achten Mal musste der Bebauungsplan geändert werden. weil Stefan Linz aus Bad Staffelstein neben der Neumühle eine Wohnanlage mit 21 Seniorenwohnungen bauen will. Die Träger öffentlicher Belange hatten keine gravierenden Bedenken. Pfaff teilte mit, dass sieben Parkplätze für die Wohnanlage geschaffen werden müssen. „Es handelt sich um einen Neubau mit reduziertem Stellplatzschlüssel“, erläuterte der Experte. Für die sanierte Neumühle mit ihren 19 Wohnungen hingegen gelte ein Stellplatz pro Wohnung. Für das Mühlencafé müssen laut Pfaff sieben Parkflächen geschaffen werden.

Braucht die sanierte Grundschule wegen der Dämmung eine Lüftung?

Walter Limmer (JWU), hatte bereits mehrfach eine detaillierte Kostenaufstellung zur Grundschulsanierung gefordert. Pfaff kündigte diese für die Januar-Sitzung an. „Bei einer starken Dämmung des Grundschulgebäudes und dichten Fenstern die Lüftung zu streichen, das halte ich für keine gute Lösung“, kritisierte Limmer außerdem. Dem widersprach Bürgermeister Robert Hümmer mit Hinweis auf den Haustechniker des Kommunalen Prüfverbands. Lüftung und Dämmung hätten nichts miteinander zu tun. Eine Lüftung, die auch keimbelastet sein könne, sei nicht nötig. „Die Kinder können die Fenster öffnen und gesunde frische Luft tanken“, betonte der Bürgermeister. Man verständigte sich darauf, den Experten des Verbandes noch einmal in den Bauherrenausschuss einzuladen und dazu zu befragen.