BURGKUNSTADT

Pionierarbeit in der Hollerith-Abteilung des Baur Versands

Pionierarbeit in der Hollerith-Abteilung des Baur Versands
Die einstigen Mitarbeiter der Baur-EDV-Abteilung sind einer feste Gemeinschaft, die sich bei ihren Treffen gerne Erinnerungen austauschen. Foto: Dieter Radziej

Auch über das Berufsleben hinaus halten die ehemaligen Mitarbeiter der EDV-Abteilung des Baur Versands zusammen. Einen Rekordbesuch verzeichnete das jüngste Treffen im Landgasthof „Zum Anker“ in Weidnitz.

Im Baur-Großversand, wie sich das Unternehmen früher nannte, waren der Einkauf, die Verwaltung und der Versand die wichtigsten Bereiche. Neue Weg beschritt das Unternehmen mit der Einrichtung der EDV-Abteilung, auch „Hollerith“ genannt, die in Burgkunstadt, gleich neben dem Hochhaus, untergebracht war. Damals begann die Datenverarbeitung mit Lochkartensystemen. Einer der Pioniere auf diesem Gebiet war Hermann Hollerith, der 1860 in Buffalo, USA, als Sohn eines deutschen Einwanderers geboren wurde.

Beginn der Datenerfassung mit Lochkarten

Die professionelle Auszählung und die Erfassung von Daten, die per Lochkarten eingegeben wurden, erleichterte die Arbeit enorm. Zahlreiche Mitarbeiter erlebten so die allmähliche Entwicklung der Datenverarbeitung bis hin zur moderne Computer-Technik. Dabei setzte Baur schon frühzeitig auf die Zusammenarbeit mit dem heutigen Weltkonzern IBM. Für heutige Verhältnisse kaum vorstellbar ist es, dass Baur-Mitarbeiter zu Schulungen sogar in die Vereinigten Staaten reisten. Auch unzählige Belegschaftsmitglieder leisteten bei der Datenerfassung Pionierarbeit. Mit der Umstellung auf die neueste Datentechnik von IBM war Baur stets auch ein Vorzeigebetrieb für den Weltkonzern in Deutschland.

Diese Zeit, insbesondere die Entwicklungsphasen der modernen Datentechnik, verbinden die ehemaligen Kollegen, die als Programmierer, im Maschinen- oder Eingaberaum oder der „Ziehkartei“ mit den Lochkarten noch heute. Da die Verbundenheit auch über das Berufsleben hinaus erhalten blieb, organisierten Christel Schramm, geborebne Düthorn, und Gerlinde Konrad ein erstes Treffen. Das kam so gut an, dass daraus eine regelmäßige Einrichtung wurde.

Auch ältere Kollegen wurden dank moderner Datentechnik aufgespürt und sagten sofort zu. Christel Schramm, die dabei genau Buch führte, stellte fest, dass 94 ehemalige Mitarbeiter gekommen waren. Nach einer kurzen Begrüßung durch den ehemaligen Abteilungsleiter Wolfgang Lieb und Gerlinde Konrad wurde der Verstorbenen gedacht, insbesondere des EDV-Bereichsleiters Alfred Eberth.

Beifall für Film über Friedrich Baur

Eine besondere Überraschung bereitete Rainer Hatzold den ehemaligen Kollegen, als er den von Udo Langer erstellten Film „Friedrich Baur – ein deutscher Macher“, an dem er mitgearbeitet hat, vorführte. Bei dem Portrait über die Gründerfamilie des Versandhauses wurden viele Erinnerungen wach. Nach einem Frühschoppen und einem schmackhaften Mittagstisch verabschiedete sich die ehemaligen Kollegen mit dem Wunsch, sich bald wieder einmal zu treffen. Christel Schramm versicherte unter Beifall, wieder einmal ein derartiges Treffen zu organisieren.

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