WEISMAIN

Im Weismainer Hutzelbrunnen ist kaum noch ein Durchkommen

Eine große Baustelle ist der Hutzelbrunnen in Weismain zurzeit. Foto: Roland Dietz

Viel Geduld brauchen die Anwohner im Bereich Hutzelbrunnen zurzeit wegen der Kanal- und Straßenbauarbeiten. Sie sind nicht nur seit Wochen der Lärm- und Schmutzbelastung ausgesetzt, sondern auch die Durchfahrt zwischen den Baugruben fordert manchem viel Geduld ab. Über den Stand der Arbeiten informierte die Stadtverwaltung bei einer Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend.

„Es kam schon schlimm, aber es wird noch schlimmer kommen“, räumte Bürgermeister Udo Dauer ein. Der Bereich Hutzelbrunnen habe sich als kompliziertester Teil der Altstadtkernsanierung entpuppt. Doch trotz der nicht gerade positiven Nachrichten, die der Bürgermeister und Erich Hahn vom Ingenieurbüro für BauPlanung (IBP) aus Kulmbach mitteilten, blieben die fast 40 Bürger im Publikum gefasst. Für diese Gelassenheit angesichts der „Zumutung vor der Haustüre“, die die Nerven belaste, dankte ihnen Udo Dauer. „Ich kann nur darum bitten, durchzuhalten, und um weiteres Verständnis in der nächsten Zeit werben“, sagte er.

„Es kam schon schlimm, aber es wird noch schlimmer kommen.“
Udo Dauer, Bürgermeister

Auf Unverständnis bei vielen Bürgern stoße auch die Tatsache, dass die Fahrbahn der Umgehungsstraße seit August fertiggestellt ist, aber nicht für den Verkehr freigegeben wird. Hauptgrund der Verzögerung sei die Ausschreibung der Lärmschutzmaßnahmen. Die Arbeiten sollen bis zum 20. Dezember erledigt sein. Er hoffe, dass danach bald die Eröffnung folge. Ob nach der Freigabe die Auffahrt vom Hutzelbrunnen her möglich ist, soll mit dem staatlichen Bauamt erörtert werden.

Die Arbeiten im Hutzelbrunnen werden auch in den kommenden Wochen nur schleppend voranschreiten, da mehrere Kanäle, Versorgungsleitungen und Verkabelungen auch für die folgenden Arbeiten verlegt und wieder zurückverlegt werden müssen, bedauerte Erich Hahn vom Ingenieurbüro. So musste der Regenwasserkanal neu verlegt werden. Da die Überdeckung ein Meter hoch sein muss, erfordert dies eine entsprechende Bautiefe. Außerdem erschweren Strom- und Telekommunikationskabel, die nahe an Häusern oder Grundstücken liegen, die Arbeiten.

Nur kleine Durchfahrten zwischen den Baustellen haben die Anwohner im Hutzelbrunnen. Foto: Roland Dietz

„Wenn wir die neue Ortsumfahrung nutzen könnten, müssten wir auf dem Weg nach Burgkunstadt nicht einen Umweg über die Innenstadt machen“, sagte Anita Dauer. Die Umgehungsstraße werden bis zur Eröffnung nicht nutzbar sein, auch nicht in Teilbereichen, betonte der Bürgermeister.

In den nächsten drei Wochen werde es schwierig, mit dem Auto die Häuser zu erreichen, warnte Erich Hahn. Anschließend werde es weitere punktuelle Beeinträchtigungen geben, die mindestens bis Weihnachten dauerten. „Vor September 2020 wird eine Fertigstellung der Maßnahmen in dem jetzt bearbeiteten Gebiet Hutzelbrunnen kaum möglich sein“, betonte er. Das Angebot des Bürgermeisters, Fahrzeuge bis dahin „In der Au“ „Im Mühlweg“, bei der „Alten Feuerwehr“ im Bauhof oder Kastenhof zu parken, sorgte bei einigen Anwohnern für Stirnrunzeln.

Kompromissvorschlag für einen Parkplatz wird geprüft

Jochen Lauterbach fragte nach, ob es nicht möglich wäre, auf der Wiese an der Schwertfegerstraße zu parken. Bürgermeister Udo Dauer und Michael Schmittlein vom Bauamt Weismain konnten sich mit diesem Gedanken anfreunden. Dazu müsste ein Randstreifen geschottert werden, auch ein Rückbau wäre ohne größere Probleme möglich. Man werde schnellstmöglich mit dem Besitzer des Grundstückes in Kontakt treten.

Dass die Anwohner relativ entspannt mit der Situation umgehen, zeigte die Frage von Anita Dauer, wie sie ihr Brennholz zum Haus transportieren solle. „Das könnte ein kalter Winter werden“, scherzte Bürgermeister Dauer zur allgemeinen Erheiterung. Die Frage, warum der Regenwasserablauf so groß angelegt werden erklärte Erich Hahn damit, dass neue Kanäle ausreichen müssten, um ein Jahrhunderthochwasser oder Starkregen aufzunehmen. Einen Termin für die endgültige Fertigstellung des Projekts konnte keiner nennen, da es immer wieder zu Überraschungen kommen könne.

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