WEISMAIN

Weismainer CHW geht dem Gestein des Jura auf den Grund

Dolomit und Kalkstein prägen die Geologie der Juralandschaft rund um Weismain. Was die beiden Gesteine so besonders macht und wie man sie unterscheidet, erklärte der Diplomgeologe Dr. Friedrich Leitz aus Redwitz bei einem Vortrag des Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) in der Weismainer Umweltstation. Leitz ist ein Experte für die Beschaffenheit der Gesteine in der Region. Insbesondere geologisch-landschaftskundliche Exkursionen für ein breites Publikum erlebbar gemacht.

Proben von Dolomit und Kalkstein hatte Leitz mitgebracht, damit die Teilnehmer sie prüfen konnten. Im Mittelpunkt standen die Merkmale der Gesteine aus dem „Weißen Jura“ des Obermain-Gebiets. Entstanden sind diese vor 150 Millionen Jahren. Dolomit und Kalkstein spielen nicht nur wissenschaftlich, sondern auch wirtschaftlich eine große Rolle. Als Rohstoffe waren sie immer sehr wichtig.

„Die Dolomit-Kristalle können wie Zucker in der Sonne glänzen.“
Dr. Friedrich Leitz, Geologe

Die Oberfläche des Kalksteins ist wesentlich glatter und eben, die des Dolomits uneben, rauh und splittrig, so dass sie sich fast wie Sandstein anfühlt, erläuterte der Geologe. Der Kalkstein kommt in der Region an der Basis des Hohlen Steins bei Schwabthal, beim alten Staffelberg und beim Schammendorfer Jurator vor. Der Kordigast besteht aus Kalkstein. Der Kalkstein entstand durch Meeresablagerung unter Mitwirkung von Bakterien, Algen, Schwämmen und anderen Fossilien. Das Dolomitgestein entstand durch sulfatreiches Wasser am Ende der Zeitepoche vor 150 Millionen Jahren. Er kommt er am Staffelberg, dem oberen Teil des Hohlen Steins, am Kemitzenstein und in Kleinziegenfeld vor. Der Dolomit ist gerade bei Sonnenschein als glitzernde Dolomitkristalle gut zu erkennen. „Die Kristalle können wie Zucker in der Sonne glänzen“, meinte Leitz. Dolomitsand ist zur Verarbeitung bei Baustellen nur bedingt geeignet. Der Dolomit hat meist zackige, bizarre Felsformen.

Anhand der mitgebrachten Proben konnten die Besucher auch feststellen, dass Dolomit etwas schwerer als Kalkstein ist. Fossilien gibt es im Dolomit kaum oder sie sind schlecht erhalten. Dies ist beim Kalkstein anders. Meist aus Feinschlammkalken sind diese Fossilien auf dem Meeresboden gewachsen. Bei der anschließenden Dolomitisierung wurden viele diese Schwämme zerstört. Beim Ansaugen von Schwämmen waren oft pilzartige oder tellerartige Formen entstanden, wie Leitz an mitgebrachten Steinen erklärte.

Der Alte Staffelberg ist eine ehemalige Riffkuppel aus der Urzeit

In Urzeiten bestand die Region aus einer Dolomitkuppe, durch die sich der Main hindurchgenagt hat. Im Alten Staffelberg, einer ehemaligen Riffkuppel, sind sichtbare Strukturen davon im Kalkstein auch geblieben. Faktoren waren dafür Erosionen.

Der Höhepunkt der Ausführungen des Experten war ein Säuretest mit beiden Gesteinen. Auf Kalkstein löst Salzsäure eine aufbrausende Reaktion hervor und es bilden sich sogar Bläschen. Beim Dolomit geschieht dies viel langsamer und wesentlich schwächer. Unter dem Mikroskop waren die Unterschiede der Gesteinsarten besser sichtbar als mit dem normalen Auge.