Ein mitreißendes Gospelkonzert in Pfaffendorf

PFAFFENDORF

Ein mitreißendes Gospelkonzert in Pfaffendorf

„Gospel – Die mitreißendste Art, die frohe Botschaft der Christenheit zu vermitteln“, schreibt der Main-Line-Gospelchor auf seiner Homepage. Keine leeren Worte, wie das Konzert mit dem Schwarzacher Ensemble am Sonntagabend in der katholischen St. Georgskirche in Pfaffendorf auf beeindruckende Weise deutlich macht. Das 301 Jahre alte Gotteshaus ist komplett gefüllt.

„Es gibt doch nichts Schöneres, als sich an einem trüben, verregneten Herbsttag mit wundervoller Musik verwöhnen zu lassen“, meint Kirchenpflegerin Maria Wiehle. Dieser Ansicht sind offensichtlich auch viele Besucher, denn am Ende des gut eineinhalbstündigen Konzerts ist oft zu vernehmen: „Schade, ich hätte noch ein bisschen zugehört“.

„Es gibt doch nichts Schöneres, als sich an einem trüben, verregneten Herbsttag mit wundervoller Musik verwöhnen zu lassen.“
Maria Wiehle, Kirchenpflegerin

„Main-Line Gospel“ setzt sich zusammen aus Frauen und Männern, die mit stimmungsvollen, aber auch leisen und zum Nachdenken anregenden Liedern Menschen eine Freude bereiten möchten. Der Ursprung der Formation reicht zurück in das Jahr 2000, als in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Schwarzach auf Vorschlag einiger Konfirmanden ein Chor gegründet wurde.

Mit professioneller Virtuosität und einem atemberaubenden Klangvolumen, das den Kirchenraum bis in den letzten Winkel füllt, begeistern die Sänger das Pfaffendorfer Publikum. Chorleier Heinz Bittermann begleitet die Songs auf dem Keyboard. Sieben Solisten sorgen mit ausdrucksstarken Stimmen für musikalische Farbtupfer. Michael Klein führt humorvoll durch das in sieben Blöcke gegliederte Programm. Die Liedauswahl ist optimal, sodass zu keiner Minute Langeweile aufkommt.

„Der Herr ist gut, gnädig und er herrscht für immer“ lautet die Botschaft des Gospels „Bless the Lord“, mit dem die Formation den musikalischen Reigen eröffnet. Die Bitte um Unterstützung und Halt in schweren Zeiten bringt „Lord, hold me now“ zum Ausdruck. In die Weite Afrikas, wo die Gospelmusik ihren Ursprung hat, entführt der Chor mit den Songs „Kumbayah“, „Malisoe“ und „Shosholoza“. Lieder, die früher den Sklaven Kraft gaben, ihr schweres Leid zu ertragen. Von diesem Leid erzählen auch die Songs „Oh, freedom“, „Lord, don?t leave me here“ und „Beacon of love“, die der Black Gospel Music zugeordnet werden.

Drei Geschichten aus dem Alten Testament, darunter die Posaunen von Jericho und die Sintflut mit der Arche Noah, thematisieren die Stücke „Joshua fit the battle of Jericho“, „Go down Moses“ und „Didn?t it rain“. Bei Letzterem imitieren die Sänger akustisch mit Händen und Füßen das Prasseln des Regens. Aufmerksam lauschen die Zuhörer der gefühlvollen Ballade „Jesus, I love you“ und dem berühmten „Amazing Grace“. „Wunderschön. Das geht richtig unter die Haut“, flüstert eine begeisterte Zuhörerin.

Hits von Whoopie Goldberg und Lionel Richie

Beim Spiritual „I will follow him“ aus dem Streifen „Sister Act“ geht im Publikum die Post ab. „Wir haben 1992 die Rechte an diesen Song vorübergehend an Whoopie Goldberg abgetreten“, scherzt Michael Klein. Als atemberaubender Ohrenschmaus erweist sich der Popsong „Caravan of Love“ der Gruppe „The Housemartins“. Nicht minder hörenswert der Benefizsong „We are the world“. 1985 von Michael Jackson und Lionel Richie geschrieben, ist er den Hungernden in Afrika gewidmet.

Bei den Stücken „Operator – Give me Jesus on the line“ und „Halleluja, Salvation and Glory“ beweist der Schwarzacher Pfarrer Ekkehard Weiskopf, dass er nicht nur eine schöne Stimme hat, sondern auch exzellent Saxophon spielen kann. Das Konzert endet mit dem berühmten „Oh, happy day“. Die Zuhörer stehen auf, klatschen und swingen zu den Rhythmen des Gospels, der auf einem Kirchenlied aus dem 18. Jahrhundert basiert.

Der Beifall des Publikums ist derart stürmisch, dass die Main-Line-Gospels um eine Zugabe nicht herumkommen. „Sing, praise and shout“ singen sie mit einer Fröhlichkeit, die zu Herzen geht. „Das war einfach großartig. Ihr dürft gerne wiederkommen, bei uns seid ihr immer willkommen“, schwärmt Kirchenpflegerin Maria Wiehle und spricht damit vermutlich den meisten Konzertbesuchern aus dem Herzen.