GEUTENREUTH

Bei der Premiere 1930 fieberte ganz Geutenreuth mit

Bei der Premiere 1930 fieberte ganz Geutenreuth mit
Starke Truppe: Der Musikverein Geutenreuth nach einem Auftritt 1930 bei der „Kerwa“ in Görau. Foto: Roland Dietz

Seit 90 Jahren bereichert der Musikverein das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Geutenreuth. Gefeiert wird das Jubiläum bei der Kirchweih vom Freitag, 23. August, bis Montag, 26. August. Dabei sorgen die Musiker nicht nur für Stimmung, sondern stehen bei einem Festkommers am Samstag, 24. August, nach dem Kirchweihgottesdienst, der um 15.30 Uhr beginnt, im Mittelpunkt.

Der damalige Forstverwalter Max Moos hat den Musikverein Geutenreuth 1929 gegründet. Dabei wurden ein für das heutige Empfinden sehr martialischer Grundsatz ins erste Protokollbuch geschrieben. „Der Verein möge den Kampf des Lebens siegreich bestehen und es mögen Zwist und Uneinigkeit erspart bleiben. Gleich wie eine Glocke dazu berufen ist, Menschen von der Wiege bis zum Grabe zu begleiten, ist die Aufgabe der Musiker, mit Menschen Freud und Leid zu teilen.“

„Gleich wie eine Glocke dazu berufen ist, Menschen von der Wiege bis zum Grabe zu begleiten, ist die Aufgabe der Musiker, mit Menschen Freud und Leid zu teilen.“
Aus dem ersten Protokoll des Musikvereins von 1929

Die ersten größeren Auftritte waren bei der Kirchweih 1930 und 1931 in Görau. Es muss dabei wohl ganz Geutenreuth in Richtung Görau unterwegs gewesen sein.

Bei der Premiere 1930 fieberte ganz Geutenreuth mit
Mitglieder des Musikvereins Geutenreuth bei der Wiedergründung 1958. Foto: Roland Dietz

Die ersten Musiker waren Peter Nüßlein, Josef Heer, Josef Erhardt, Georg Erhard, Adam Hümmer, Georg Dück, Hans Herbst, Franz Heer, Josef Pachter, Michael Herold, Georg Erhard, Heinrich Erhard und Georg Löhlein. Über 60 Mitglieder, Freunde und Fans des jungen Vereins waren bei dieser Premiere dabei. Mit den Beginn des Zweiten. Weltkriegs kam das Vereinsleben zum erliegen. 1958 haben 25 Männer den Verein wiedergegründet und die Musiker den Probenbetrieb neu aufgenommen. Mit Fritz Blumensaat hatten sie einen hervorragenden Dirigenten gefunden.

Bei der Premiere 1930 fieberte ganz Geutenreuth mit
Die Kapelle bei einem Auftritt im Gotteshaus St. Erhard in Geutenreuth. Foto: Roland Dietz

Erfreulich ist, dass nach über 60 Jahren noch sieben Mitglieder von damals das Jubiläum mitfeiern. In den 1960-er Jahren löste der unvergessene Militärmusiker Herbert Maiwald den Dirigenten ab.

Die Ära Maiwald dauerte bis zu seinem Tod 1993. Danach übernahm bis 2008 Bürgermeister Udo Dauer das Dirigentenamt. Er ist auch Schirmherr der Jubiläumsfeier. Seitdem steht Gerhard Mager am Dirigentenpult.

Nachdem die Vorsitzenden in den Anfangsjahren öfter gewechselt hatten, kehrte in den 1970-er Jahren Kontinuität ein. So führte Werner Hümmer 13 Jahre, Siegfried Haselmann 23 Jahre und Hans Will sechs Jahre den Verein. Will war vorher schon 13 Jahre 2. Vorsitzender.

Musiker aus acht Kapellen in vier Landkreisen spielen mit

Immer wieder fanden in dieser Zeit renommierte Musiker den Weg nach Geutenreuth, um mitzuspielen. Höhepunkte in den vergangenen 20 Jahren waren die 75-Jahr-Feier im Saalbau Gabler sowie Auftritte beim Weismainer Schützenfest vor über 1000 Besuchern. Zurzeit spielen 22 Musiker aus acht Stammkapellen und vier Landkreisen mit. Noch beachtlicher ist es, dass der Verein 135 Mitglieder hat, obwohl Geutenreuth gerade einemal 136 Einwohnern hat. Hier zeigt sich eine der Stärken des sympathischen Vereins. „Jeder ist willkommen und kommt auch gerne wieder, und das war in den letzten 60 Jahren immer so“ erklärt Vorsitzender Hans Will stolz.

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