ALTENKUNSTADT

Abenteuerspielplatz „Spielwienix“ am Kordigast

Der Abenteuerspielplatz „Spielwienix“ am Kordigast: Die weitläufige Anlage unter hohen Bäumen wartet mit einem breiten Angebot auf. Foto: Corinna Tübel

„Hier können die Kinder noch toben“, meint Mutter Priska, gebürtige Altenkunstadterin. Es ist Freitagnachmittag mit sonnigen Temperaturen. Rund 50 kleine und große Entdecker tummeln sich auf dem Abenteuerspielplatz „Spielwienix“ am Kordigast, der Mitte Mai offiziell eröffnet worden ist. Mit seinen großen Spieltürmen und seinem weitläufigen Areal lockt er seitdem viele Neugierige aus der Region.

Ist der neue Spielplatz eine wirkliche Bereicherung für die Region? Diese Redaktion hat das Spiel-Gelände unter verschiedenen Gesichtspunkten getestet.

Anfahrt bis zum Parkplatz erlaubt

Der neue Spielplatz ist gut zu erreichen. Vom Wanderparkplatz Kordigast beträgt der Fußweg etwa 15 Minuten.

An den Kletteranlagen kann man seine Geschicklichkeit trainieren. Foto: Corinna Tübel

Wanderer können die Stelle als Zwischenziel für eine ausgedehnte Tour rund um den Kordigast nutzen, Hungrige können im nahe gelegenen Gasthaus „Zur Steinernen Hochzeit“ einkehren. Gerade an heißen Tagen bietet der „Spielwienix“ durch die hohen Bäume eine hervorragende Abkühlung und genügend Schattenplätze für ein Picknick.

Spielangebot nach dem Vorbild eines keltischen Dorf

Dass das Konzept und die Spielgeräte nach dem Vorbild eines keltischen Dorfes entstanden sind, wissen heute nur wenige – doch das tut dem Vergnügen keinen Abbruch.

Das „Torhaus“ beispielsweise bietet zwei verschiedene Rutschen und viele Klettermöglichkeiten. Das freut die elfjährige Maria aus Nürnberg, die bei Verwandten in Altenkunstadt zu Besuch ist. „Ich kann hier super klettern. Aber noch schöner wäre es, mal auf einen Baum zu klettern!“

Ein „Wehrgang“ verbindet die beiden getrennten Spielbereiche für die Altersklassen 0 bis 6 und 6 bis 14 Jahre mit entsprechenden Schaukeln und Ähnlichem. Ein weiteres Highlight bietet die Doppelseilbahn, die rasant Fahrt aufnimmt, jedoch für die Größeren schon etwas nah am Boden verläuft.

„Da kann man sich selbst viele Sachen ausdenken und kreativ sein.“
Luna, neun Jahre alt

Maya aus Kulmbach hat sie getestet und ihren Spaß gehabt. „Ich finde auch die kleinen Hütten schön. Die sind nicht nur etwas für kleinere Kinder, man kann da immer wieder etwas Neues erleben“, erzählt die Elfjährige mit Blick auf die vielen kleinen mit einem Steg verbundenen Holzhäuser. „Da kann man sich selbst viele Sachen ausdenken und kreativ sein“, meint auch ihre neunjährige Schwester Luna.

In dem keltischen Bauten nachempfundenen Torhaus lässt es sich gut aushalten. Foto: Corinna Tübel

Der acht Jahre alte Paul, der gerade seine Oma aus Hochstadt besucht, findet die Holzhäuser zwar eher langweilig, dafür tobt er sich an den anderen Spielgeräten aus. „Was fehlt, ist nur noch ein Fußballplatz und ein Tor – und vielleicht ein Eis“, sagt er. Keines der Kinder fragt nach einem Sandkasten.

Gebaut und konstruiert wird auch. Mit Tannenadeln und Stöcken. Gerade die jüngeren Kinder zeigen sich hier kreativ: „Ich baue jetzt so ein Haus, wie das da oben“. Finja aus Roth, gerde mal vier Jahre alt, deutet mit dem Finger auf das Torhaus.

Ein Blick auf die Sicherheit der Anlage

Die tragenden Säulen der Spielgeräte sind aus massivem Holz und die verschiedenen Elemente der Spielgeräte scheinen gut verschraubt. „Der Abhang hinter der Seilbahn sieht auf den ersten Blick etwas nahe und steil aus. Bei genauerem Beobachten merkt man aber, dass die Kinder gar nicht so weit schwingen können, um dort hinunterzufallen“, sagt Mutter Priska. Ein Netz wäre hilfreich.

Auch wenn dieser Spielbereich eher für die älteren Kinder ausgelegt ist: Groß und Klein klettern hier gerne. Foto: Corinna Tübel

Grundsätzlich bietet der Waldboden ja eine weichere „Fallfläche“ als etwa ein Steinboden. Dennoch ist an manchen Geräten Vorsicht geboten: Die längere der beiden Rutschen sollten Eltern mit Kindern zwischen den Beinen eher nicht nutzen. Durch ihr Gewicht haben an diesem Tag einige Erwachsene zu viel Schwung und fallen am Auslauf der Rutsche gut einen Meter weit.

Auch die Sicherheit auf der ersten Plattform des Torhauses könnte noch verbessert werden: Tummeln sich an dieser Stelle viele der kleineren Kinder wegen der „kleineren Rutsche“, befindet sich die offene Stange zum Herunterrutschen nur gut einen Meter daneben.

„Wenn die Kleinen da den Großen nachfolgen, kann man sich schnell was tun“, befindet Oma Jutta aus Hochstadt.

Ein großes „Plus“ auf der imaginären Bewertungsliste dagegen erhält der Abenteuerspielplatz durch sein Kompostklo in einem kleinen Häuschen. Es besteht auch die Möglichkeit geschaffen, in einer der Holzhütten auf dem Areal zu übernachten.

Gesamturteil: ein deutlicher Gewinn für die Region

Insgesamt sticht der „Spielwienix“ durch seine Größe, sein Angebot und seine Sauberkeit aus den Angeboten in der Region heraus. Für jüngere und ältere Kinder gibt es gleichermaßen Beschäftigung. Die Spielgeräte fördern die Geschicklichkeit und Kreativität der Kinder und sind meist sicher. Lediglich kleinere Verbesserungsmöglichkeiten an dem einen oder anderen Spielgerät könnten noch erfolgen. Es gibt ein breites Angebot an Spielgeräten und Einrichtungen, meist aus Naturmaterialien wie Holz. Die Gemeinden Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain, die sich den Unterhalt des Abenteuerspielplatzes teilen, sollten vielleicht über Abfalleimer nachdenken und regelmäßig den Zustand der Holzhütten überprüfen. Alles in allem aber: ein deutlicher Gewinn für unsere Region!

Ein Vorschlag: In einer zweiten Phase des Projekts am Kordigast könnte ein waldpädagogischer Geschicklichkeitspfad hinzukommen. „G'schicktwienix“ wäre ein möglicher Arbeitstitel.

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