ALTENKUNSTADT

Die Schülerzahlen der Mittelschule Altenkunstadt sinken

Die Schülerzahlen der Mittelschule Altenkunstadt sinken
Die Zahl der Schüler an der Mittelschule Altenkunstadt ist rückläufig. Einen Grund zur Besorgnis sieht Schulleiter Manfred Heinbuch nicht. Er geht davon aus, dass sich die geburtenstärkeren Jahrgänge in den nächsten Jahren positiv auswirken werden. Foto: Stephan Stöckel

Es gilt vielerorts als schick, seine Kinder auf das Gymnasium oder die Realschule zu schicken. In den Schülerzahlen der Mittelschule Altenkunstadt spiegelt sich dieser Trend seit Jahren wider. Auch im abgelaufenen und im neuen Schuljahr waren beziehungsweise sind die Schülerzahlen rückläufig. Am 1. Oktober 2017 hatten noch 296 Kinder und Jugendliche die Bildungseinrichtung besucht, ein Jahr später waren es nur noch 288, wie aus dem Vorbericht zur Haushaltssatzung des Schulverbandes Altenkunstadt hervorgeht. Diesem gehören die drei Nachbarkommunen Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain an.

Der Altenkunstadter Kämmerer Stefan Deuerling hatte das Zahlenwerk für das Jahr 2019 bei der Schulverbandsversammlung im Lehrerzimmer der Mittelschule Altenkunstadt vorgestellt. Seinen Ausführungen lauschten die drei CSU-Bürgermeister Robert Hümmer (Altenkunstadt), Udo Dauer (Weismain) und Christine Frieß, amtierende Schulverbandsvorsitzende, sowie mehrere Gemeinde- und Stadträte.

„In den Grundschulen sind inzwischen geburtenstärkere Jahrgänge angekommen, von denen auch die Mittelschule wieder profitieren wird.“
Manfred Heinbuch, Schulleilter

Auch im neuen Schuljahr geht es mit den Schülerzahlen bergab. Schulleiter Manfred Heinbuch bezifferte im Gespräch mit dieser Zeitung die Zahl der Schüler, die ab dem 10. September unterrichtet werden, auf 275. Für ihn ist das kein Grund zur Besorgnis. „In den Grundschulen sind inzwischen geburtenstärkere Jahrgänge angekommen, von denen auch die Mittelschule wieder profitieren wird“, meinte der Pädagoge. Großen Wert legte er zudem darauf, dass die Zahl der Schulklassen mit 15 gleich geblieben sei.

Derzeit würden sich noch die geburtenschwachen Jahrgänge negativ auf die Schülerzahlen auswirken, so Heinbuch. Zudem habe man in diesem Jahr mit rund 70 Schülern einen starken Abschlussjahrgang zu verzeichnen gehabt. Der Schulleiter verhehlte nicht, dass Gymnasium und Realschule eine hohe Anziehungskraft auf Eltern und Schüler haben.

Auch der Abschluss an der Mittelschule ist etwas wert

„Unser Beratungslehrer Wolfgang Maiser redet sich bei den Grundschuleltern den Mund fusselig, dass man auch mit einem Abschluss an der Mittelschule etwas werden kann“, sprach der Lehrer Klartext. Bei vielen Eltern komme die Botschaft leider nicht an. Dass der Entschluss mitunter nicht von Erfolg gekrönt gewesen sei, so Heinbuch, sehe man ein paar Jahre später, wenn Schüler aus der Realschule oder dem Gymnasium wegen schlechter Noten auf die Mittelschule wechselten.

Der Haushaltsplan sieht laut Deuerling Investitionen in Höhe von 40 000 Euro für die digitale Ausstattung der Klassenräume vor. Die staatlichen Zuwendungen bezifferte er auf 29 700 Euro. Heinbuch zählte die konkrete Ausstattung auf: „Jedes Zimmer erhält einen Beamer, einen Computer und eine Dokumentationskamera als Ersatz für die Overheadprojektoren.“

Sechs Klassenzimmer haben bereits Whiteboards

Bereits jetzt, so der Schulleiter, seien sechs Klassenzimmer mit digitalen Tafeln, den sogenannten Whiteboards, ausgestattet. Heinbuch geht davon aus, dass es weitere Förderprogramme gibt. „Dann werden wir weitere elektronischen Tafeln erhalten“, prognostizierte der Redner. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Deuerling den Haushaltsplan für das Jahr 2019 vorgetragen. Das Zahlenwerk wurde einstimmig verabschiedet. Der Haushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit einer Gesamtsumme von 776 750 Euro.

Die Schulverbandsumlage wird auf alle drei Kommunen umgelegt

Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 654 400 und auf den Vermögenshaushalt 122 350 Euro. Ein wichtiger Posten in dem Zahlenwerk ist die Schulverbandsumlage, mit der alle Ausgaben des Haushaltes gedeckt werden. Sie wird auf die drei Kommunen umgelegt.

Die jeweilige Höhe bemisst sich nach der Zahl der Schüler, die aus den drei Orten kommen. Sie beläuft sich auf 539 800 Euro. Davon entfallen auf die Stadt Burgkunstadt 209 297, auf die Gemeinde Altenkunstadt 181 183 und 149 320 Euro auf die Stadt Weismain.

Bei den Schülerzahlen ergibt sich zum 1. Oktober 2018 folgendes Bild: Von den 288 Schülern entfallen 79,67 auf Weismain, 96,67 auf Altenkunstadt und 111,67 auf Burgkunstadt. Die krummen Zahlen ergeben sich dadurch, dass Gastschüler, die aus anderen Orten stammen, je zu einem Drittel auf Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain aufgeteilt werden. „In diesem Jahr hatten wir einige Schüler aus der privaten Waldorfschule Wernstein, die an der Mittelschule ihren staatlichen Abschlüsse machten“, nannte Heinbuch ein Beispiel.

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