BURGKUNSTADT

iTerra hält an Plänen für den Windpark Ebneth-Reuth fest

Windkraftanlagen im Landkreis Lichtenfels. Foto: Markus Drossel

„Mit Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass im Stadtrat ein Beschluss gefällt wurde, der vorsieht, dass derzeit keine Windparkplanungen auf dem Gebiet der Gemeinde Burgkunstadt vorangetrieben werden sollen", sagt Frank Sauvigny, Geschäftsführer der iTerra energy GmbH. Zwischen Ebneth und Reuth plant die iTerra energy GmbH fünf Windenergieanlagen des Typs Siemens SG 6.0 mit einer Nabenhöhe von 165 Metern und einer Nennleistung von sechs Megawatt.

Das Vorhaben wurde im Juni im Burgkunstadter Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Die Firma verweist darauf, dass alle Windkraftstandorte bereits planungsrechtlich abgewogen und im Regionalplan aus dem Jahr 2014 als Windvorranggebiete festgelegt wurden. Die Abstände zur Wohnbebauung betragen rund 1000 Meter.

„Wir hatten gehofft, nach der kurzen Erstvorstellung, mehr Zeit zu haben, um sämtlichen Mitgliedern des Stadtrates und auch den Bürgern vor Ort, die Vorteile der Windenergienutzung näher zu bringen“, sagt Frank Sauvigny. „Neben den positiven Auswirkungen des Einsatzes regenerativer Energiequellen auf Luft und Klima, damit auch auf die menschliche Gesundheit und den gesamten Naturhaushalt, möchten wir gerne die Vorteile direkt für die Gemeinde und die Bürger vor Ort nochmals hervorheben.“

Günstiger Anreinerstrom, Steuern und Gewinnbeteiligung als Anreize

So stellt die Firma iTerra die Einrichtung eines Anrainerstromtarifs für die Bürger in Burgkunstadt in Aussicht. Außerdem solle die Gründung eines eigenen Gemeindewerks zur Belieferung der Bürger vor Ort mit Strom aus der Gemeinde (Partizipation der Gemeinde an den Gewinnen ohne Einsatz von finanziellen oder personellen Ressourcen) geprüft werden. Die Bürger könnten an den Gewinnen aus dem Windpark außerdem durch einen Sparbrief beteiligt werden, während für die Stadt Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von 20 Jahren zu erwarten wären.

Auch wenn sich der Stadtrat in der jüngsten Sitzung gegen das Projekt ausgesprochen hat, halte die iTerra energy weiter an ihren Beiträgen zur regionalen Stromerzeugung, lokale Wertschöpfung und die Reduzierung von CO2-Emissionen fest, teilt das Unternehmen mit. In den nächsten Wochen sollen Gespräche mit den Stadtratsfraktionen geführt werden, um herauszufinden, welche Bedenken zur Ablehnung geführt haben.

Ein Bebauungsplan könnte Baurecht für die Windräder schaffen

„Gemeinden in Bayern können und sollen durch einen Bebauungsplan Baurecht für Windenergieanlagen schaffen, dies sieht die Baunutzungsverordnung ausdrücklich vor“, so der Geschäftsführer. Die Gemeinden seien dabei nicht an den Abstand von 10 H gebunden, da die Bayerische Bauordnung (Art. 82 Abs. 1) nur die Privilegierung im unbeplanten Außenbereich einschränke, aber keinen universell geltenden Mindestabstand festschreibe.

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