ALTENKUNSTADT

Verkehrssicherheitstag: Die Gefahr lauert im „toten Winkel“

Verkehrssicherheitstag: Die Gefahr lauert im „toten Winkel“
Mit einem Absperrband erklärte Stephan Frankenberger (re.) den Sechstklässlern den toten Winkel. Es handelt sich dabei um die Bereiche außerhalb eines Fahrzeugs, die der Fahrer trotz der Spiegel nicht einsehen kann. Foto: Bernd Kleinert

Amelie sitzt am Steuer eines Lastwagens. Sie schaut durch die Scheiben, blickt in den Spiegel, kann aber ihre Klassenkameraden nicht sehen. Kein Wunder, denn die Jugendlichen befinden sich im „toten Winkel“. Um diese Gefahrenzone, die Fußgängern und Radfahrern zum Verhängnis werden kann, ging es bei einem Verkehrssicherheitstag für die sechsten Klassen der Altenkunstadter Mittelschule.

Für das Training hatte die Fahrschule Will in Weismain einen Lastwagen mit Anhänger zur Verfügung gestellt. „Das Fahrzeug hat eine Gesamtlänge von 18,75 Metern“, erläuterte Stephan Frankenberger. Den Schülern ist der Trainingsleiter bestens bekannt. Denn Frankenberger ist nicht nur Fahrlehrer in Weismain, sondern unterrichtet auch als Fachlehrer an der Mittelschule.

„Es gibt Zonen, wo der Fahrer Fußgänger und Radfahrer nicht sieht“, erklärte der Ausbilder. Dazu gehöre der Bereich zwischen Lkw und Anhänger. Der Fahrer sehe aber auch nicht, was sich unmittelbar vor, am Ende und an den beiden Seiten seines Fahrzeugs tue. „Die rechte Seite ist der kritischste Bereich, denn hier kann der Fahrer nur in den Spiegel, nicht aber durch die Scheibe schauen“, betonte Frankenberger. Da ein Lastwagen mit Anhänger in einer Kurve weit ausholen muss, braucht er sehr viel Platz. „Haltet als Radfahrer deshalb immer großen Abstand, auch wenn ihr vorfahrtsberechtigt seid“, appellierte Frankenberger an die Sechstklässler.

„Wenn ihr in die Nähe eines Lkws kommt, dann achtet auf den Spiegel. Sehr ihr darin den Fahrer, dann sieht der euch auch.“
Stephan Frankenberger, Fahrlehrer

Keine leeren Worte, wie der anschließende Versuch zeigte. An der Einfahrt zum Schulgelände sollten die Schüler am Straßenrand Plastikbecher platzieren und damit die Stelle markieren, wo sie ihrer Meinung nach sicher sind. Stephan Frankenberger setzte sich ans Steuer des Lasters und fuhr die Strecke ab. Es knirschte und knackte, nicht gerade wenige Becher waren platt. Im Ernstfall wären viele Schüler jetzt verletzt oder sogar tot.

„Wenn ihr in die Nähe eines Lkws kommt, dann achtet auf den Spiegel. Sehr ihr darin den Fahrer, dann sieht der euch auch. Seht ihr ihn nicht, dann seid ihr auch nicht in dessen Sichtbereich“, legte Frankenberger den Jugendlichen ans Herz. Aufpassen müssten sie auch an Ampeln: „Wer meint, er könne hier noch schnell an einem Lkw vorbeihuschen, begibt sich in große Gefahr“.

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