EBNETH

Die Ebnether Felsen sind ein Erbe der Eiszeit

Die Ebnether Felsen sind ein Erbe der Eiszeit
Über die Geologie des Ebnether Bergs und seine Felsen informierte Diplom-Geologe Dr. Friedrich Leitz bei einer CHW-Exkursion Foto: Dieter Radziej

Die Felsenlandschaft bei Ebneth stand im Mittelpunkt einer Exkursion des Colloquium Historicum Wirsbergense und der Umweltstation des Landkreises Lichtenfels. Ihre besondere Aufmerksamkeit widmeten die über 150 Geschichtsfreunde dem im Rhätolias-Sandstein entstandenen Felsentor.

Die Vorsitzende der CHW-Bezirksgruppe Burgkunstadt/Altenkunstadt, Jutta Löbling freute sich, dass Diplom-Geologe Dr. Friedrich Leitz die Führung übernommen hatte, der nicht nur die heimische Region bestens kennt, sondern sogar in Luxemburg, Eger und der Toskana früher beruflich unterwegs war.

Anhand eines geologischen Schnitt-Schemas durch den Ebnether Berg von Süd nach Nord erläuterte Leitz, dass Burgkunstadt auf Burgsandstein steht. In etwa 330 bis 340 Höhenmetern tritt die Schicht des „Feuerletten“ auf und bei rund 380 Metern folgt Rhätolias-Gestein, in dem (415 bis 420 Metern) auch das Felsentor zu finden. „Im Gegensatz zu den großen Felsentoren, die in den Vereinigten Staaten entstanden sind (Archer) gehört das Ebnether Felsentor zu den kleineren“, erklärte der Geologe.

Sogar eine Kegelbahn gab's einst an den Ebnether Kellern

Es liegt an einem Hang mit zahlreichen Felsen, die durch das Kellerfest bekannt sind und schon im 19. Jahrhundert als Vergnügungsgelände beliebt waren. Sogar eine Kegelbahn gab es damals. Eine besondere Attraktion ist außerdem der Pfersag-Wasserfall.

Beim Blick vom Ebnether Berg nach Norden sahen die Teilnehmer über die Ackerflächen des Schwarzen Jura (Lias) hinweg den Steilanstieg des Braunen Jura (Dogger) am Reinberg und bei Wildenberg. Auf der höchsten Stelle kommt sogar der Weiße Jura vor. Über Verwerfungslinien hinweg reichte der Blick über die Buntsandsteinhöhen bei Kronach bis auf das Frankenwälder Schiefergebirge mit rund 600 bis 700 Meter Höhe.

Zur Rhätolias-Zeit bestand hier eine Flusslandschaft mit ausgedehnten Sandbänken, die heute als Sandsteinfelsen freiliegen und als Werksteine gebrochen wurden, erklärte Leitz. Dazwischen gab es Sümpfe mit Tonsedimenten, die wegen ihrer Entstehung unter tropischem Klima eine besondere Zusammensetzung haben und einen hochwertigen Rohstoff darstellen. Es siedelten sich daher in vielen Orten des Obermaingebietes Häfner und Töpfer an, die diese Materialien verwendeten. Daher seien an Tonlöcher oft Bezeichnungen wie Häfnergasse und Häfnerberg zu finden.

Die aufgetaute Erde floss den Hang hinab und die Felsen blieben stehen

Erst während der Eiszeit, seit etwa einer Million Jahre, begann sich die heute Felslandschaft herauszuformen. Beim eiszeitlichen Bodenfließen lief die aufgetaute Erde die Hänge hinunter und ließ die massiven Felsen zurück. Die Erosion der Hänge durch das abfließende Wasser wurde mit der etappenweise Tieferlegung des Maintals immer wieder beschleunigt und hält bis heute an, so Leitz.

Steine zogen die Menschen seit Jahrtausenden an – sei es, um Werkzeuge für die Jagd herzustellen, oder bei der Sandgewinnung, wie auch am Felsentor von Ebneth. „Selbst heute noch faszinieren Felsen und Gesteine die Menschen“, betonte Friedrich Leitz.

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