ALTENKUNSTADT

Gemeinderat: Ende für „den Missstand“ von Maineck in Sicht

Ein Ende für „den Misstand“ von Maineck in Sicht
Die Mainecker Malzfabrik ist für viele ein Schandfleck. Im Rahmen einer Dorferneuerung soll er beseitigt werden. Denkbar wäre, das Gebäude in eine Wohnanlage zu verwandeln, aber auch ein Abriss mit anschließender Gestaltung des Areals. Foto: Stephan Stöckel

Schon von weitem ist der Turm der ehemaligen Malzfabrik zu sehen. Für viele Mainecker ist der stattliche Industriebau aus dem frühen 20. Jahrhundert schon lange kein Wahrzeichen mehr, sondern schlichtweg ein Schandfleck. Ein herrenloser obendrein, den weder der bisherige Eigentümer noch der Freistaat geschweige denn der Landkreis, der als Bauaufsichtsbehörde derzeit die Verkehrssicherungspflicht ausübt, haben möchten. Die Gemeinde Altenkunstadt will nun „Mainecks größten Missstand“, wie es Geschäftstellenleiter Alexander Pfaff in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wörtlich formulierte, beseitigen. Der Hebel, über den das gelingen soll, ist die einfache Dorferneuerung.

Die hält derzeit mit der Förderinitiative „Innen statt Außen“ ein Zuckerl für alle Kommunen parat, was die Förderhöhe anbetrifft. „Zusätzlich zum üblichen Fördersatz von 60 Prozent, gibt es einen zwanzigprozentigen Förderbonus“, erläuterte Pfaff. Dieser werde bei einer besonderen öffentlicher Bedeutung der Maßnahme gewährt.

Investor notwendig

Den Ausführungen des Verwaltungsbeamten zufolge kämen sowohl ein Abriss mit anschließender Wiederbebauung beziehungsweise Gestaltung der freiwerdenden Flächen als auch eine Modernisierung des Fabrikgebäudes in Frage. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) stellte klar, dass die Gemeinde Vorhaben, wie zum Beispiel eine Wohnbebauung am Mainecker Mainufer, finanziell nicht schultern könne. „Hierzu bedarf es eines Investors“, stellte das Gemeindeoberhaupt klar.

Dass die Gemeinde Altenkunstadt es nun richten soll, schmeckte an diesem Abend nicht jedem. „Ob Freistaat oder Landkreis - keiner will sich um die Malzfabrik kümmern. An der Kommune, dem kleinsten Glied in der Kette, bleibt es nun hängen“, kritisierte Martina Mätzke von der Jungen Wähler Union (JWU). Bevor man Maßnahmen in die Wege leite, sollten Bodenproben entnommen werden, um Altlasten auszuschließen. Zudem sollte man den Bürgern, so die Gemeinderätin, nichts suggerieren, was man nicht halten könne.

Dass mit der Industrieruine etwas geschehen müsse, darin waren sich alle einig. Nur über den Weg dorthin, gingen die Meinungen auseinander. Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken mit Sitz in Bamberg die Einleitung einer einfachen Dorferneuerung für den gesamten Altort oder nur die Malzfabrik zu beantragen. „Anschließend wird eine Machbarkeitsstudie erstellt“, sagte Pfaff.

Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) und Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen hielten es für den besseren Weg vor der Einleitung eines Verfahrens erst einmal die Kosten für eine solche Studie zu ermitteln. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU), Gunter Czepera und Walter Limmer (JWU) widersprachen.

Im Rahmen einer Ausschreibung werde man Angebote von Ingenieurbüros einholen. „Wenn diese vorliegen, dann können wir immer noch ablehnen, sollten uns die Kosten zu hoch sein“, sprach Limmer vielen im Gremium aus der Seele. Am Ende entschied man sich mit großer Mehrheit, für den Vorschlag der Gemeindeverwaltung. Die Dorferneuerung soll den gesamten Altort von Maineck umfassen. Damit können auch andere Maßnahmen gefördert werden.

Im Ortsteil Strössendorf war vor ein paar Jahren die normale Dorferneuerung durchgeführt worden. Der Hirtengraben war damals nicht mit saniert worden, da es sich um ein Siedlungsgebiet handelte. „Wäre es nicht möglich, im Rahmen eines einfachen Verfahrens, das Ziel doch noch zu erreichen? Das wäre dann das i-Tüpfelchen auf die Strössendorfer Dorferneuerung“, wandte sich der fraktionslose Gemeinderat Jan Riedel aus Strössendorf an den Bürgermeister. Dieser versicherte, die Chancen dafür zu prüfen.

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