ALTENKUNSTADT

Gemeinderat: Wasserpreis sinkt, die Abwassergebühr steigt

Gemeinderat: Wasserpreis sinkt, die Abwassergebühr steigt
Sandra Herold von der Gemeindeverwaltung serviert Altenkunstadter Trinkwasser. Künftig wird es 18 Cent je Kubikmeter wen... Foto: Stephan Stöckel

Der Wasserpreis sinkt in Altenkunstadt von 2,10 auf 1,92 Euro pro Kubikmeter, allerdings word die Abwassergebühr um 70 Cent auf 3,90 Euro pro Kubikmeter angehoben. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend beschlossen.

In der Kalkulation für den Abwasserpreis wurde eine 75-prozentige Finanzierung von Kanalsanierungen über Verbesserungsbeiträge berücksichtigt. Beide Beschlüsse gelten für den Zeitraum bis 2023.

Auch die Herstellungsbeträge, die beim Neubau eines Hauses oder beim Ausbau des Dachgeschosses fällig werden, erhöhen sich ab 1. April: Beim Wasser steigt der Beitragssatz je Quadratmeter bei der Grundstücksfläche von 0,57 auf 0,63 Euro und bei der Geschossfläche von 3,85 auf 4,25 Euro. Beim Abwasser kommt es je Quadratmeter zu einer Erhöhung bei der Grundstücksfläche von 1,50 auf 1,57 Euro und bei der Geschossfläche von 7,02 auf 7,35 Euro.

Verwaltung wollte noch höhere Gebühren, um Beiträge zu vermeiden

Die Erhöhung der Abwassergebühr wäre sogar noch um zehn Cent höher ausgefallen, wäre man dem Vorschlag der Gemeindeverwaltung gefolgt. „Dann müssten wir in den nächsten vier Jahren auch keine Bescheide für Verbesserungsbeiträge an die Bürger verschicken“, gab Bürgermeister Robert Hümmer zu Bedenken. „Vier Euro ist ein falsches Signal“, erwiderte Ludwig Winkler (FBO) mit Verweis auf Burgkunstadt (nur 2,83 Euro). Allerdings gilt dort eine gesplittete Abwassergebühr.

„Vier Euro ist ein falsches Signal.“
Ludwig Winkler, Gemeinderat (FBO)

Winkler, Frank Novotny (SB) und Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling hatten einen Preis von 3,75 Euro ins Spiel gebracht, ehe Hans-Werner Schuster (CSU) als Kompromiss 3,90 Euro vorschlug. Sein Vorschlag wurde mit zehn zu vier Stimmen angenommen.

Die Gebühren für Wasser und Abwasser müssen kostendeckend sein. Alle vier Jahre werden sie deshalb neu kalkuliert. Die Sachverständige Dagmar Suchowski hatte ebenso wie die Gemeindeverwaltung für einen Preis von vier Euro pro Kubikmeter plädiert. Sie bezeichnete es als sportliche Herausforderung, bis zum Ende des Kalkulationszeitraums die Verbesserungsbeiträge zu erheben.

„Im Falle einer Nichterhebung kommt es zu einer Unterdeckung, die im nächsten Zeitraum wieder ausgeglichen werden muss“, gab sie zu bedenken. Die Erhöhung der Abwassergebühr begründete Suchowski mit Sanierungsarbeiten der vergangenen Jahre, die zu einer Unterdeckung von 88 000 Euro geführt hätten. Für diese Ausgaben in Millionenhöhe habe die Gemeinde noch keine Verbesserungsbeiträge erhoben.

In die Verbesserungsbeiträge werden nach Auskunft von Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff folgende Maßnahmen mit einfließen: der Anschluss von Burkheim und Pfaffendorf an die Zentralkläranlage in Burgkunstadt, die Umstellung von Misch- auf Trennsystem in Spiesberg und Zeublitz sowie die geplanten Sanierungen der Kanäle in Baiersdorf und in Altenkunstadt in der Weismainer Straße.

Niedrigere Personal- und Sachkosten als geschätzt

Bei der Wasserversorung war es laut Suchowski zu einer Überdeckung in Höhe von 150 000 Euro gekommen. Zum einen hätten die Erhebung von Verbesserungsbeiträgen die kalkulatorischen Kosten gesenkt, zum anderen seien die Personal- und Sachkosten niedriger ausgefallen als geschätzt. Eigentlich hätte die Gemeinde den Wasserpreis sogar auf 1,88 Euro senken können.

Auf Empfehlung Suchowskis entschied man sich noch vier Cent draufzulegen. „Das können Sie als Sonderrücklage verbuchen, die Ihnen in den nächsten vier Jahren 45 000 Euro bescheren, die sie für Maßnahmen im Bereich der Wasserversorgung einsetzen können“, sagte sie.

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