BURGKUNSTADT

Standpunkt: Eine verpasste Chance fürs Klima

Während Schüler auf die Straße gehen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren, hat die Stadt Burgkunstadt eine Chance verschenkt, mit einem eigenen Beitrag zur Energiewende ein gutes Beispiel zu geben. Gerade weil die Bürger zögern, auf Elektroautos umzusteigen, wäre es wichtig, mit der Installation einer Ladesäule zu signalisieren, dass die Kommunen alles tun, um das dünne Versorgungsnetz auszubauen. Das wäre nicht nur für Autofahrer, sondern auch für die Nachbarkommunen ein Anreiz zu gemeinsame Anstrengungen zugunsten von Umwelt und Klima.

Mit der Verschiebung der Entscheidung um ein Jahr senden Stadträte und Verwaltung dagegen das ebenso fatale wie falsche Signal, dass es mit dem Klimaschutz nicht so eilig wäre. Der Bürger wird sich angesichts dieser Haltung zweimal überlegen, ob sein neues Auto ein Stromer sein sollte. Da sind selbst die bisherigen Diesel-Dinosaurier der deutschen Autoindustrie schon weiter, die plötzlich die Elekromobilität propagieren. Und was sprechen sie als erstes an: die fehlenden Ladestationen.

Der Sparzwang angesichts des Steuereinbruchs taugt zur Begründung kaum, da die Finanzierung der Ladesäule bereits im vorigen Haushalt eingeplant war. Und für andere freiwillige Leistungen wie die Kegelbahn in der Stadthalle sind auch 10 000 Euro eingeplant. Zusammen würde das sogar schon fast für die sinnvollere Schnellladestation reichen.

Vielleicht müssen erst die Burgkunstadter Schüler vor dem Rathaus demonstrieren, damit auch Stadträte und Verwaltung erkennen, dass beim Klimaschutz jeder Tag zählt. Denn sie werden es sein, die unter unseren Versäumnissen leiden müssen.