EBNETH/HAINWEIHER

Gesangverein Ebneth-Hainweiher: Erich Wagner übergibt nach 52 Jahren den Taktstock

Gesangverein Ebneth-Hainweiher: Erich Wagner übergibt nach 52 Jahren den Taktstock
Ein neuer Chorleiter übernimmt: (v. li.) Stadtrat Dieter Schmidel, 2. Vorsitzende Angelika Pfalzgraf, ausscheidender Chorleiter Erich Wagner und sein Silvan Wagner sowie Vorsitzende Heide Martin. Foto: Roland Dietz

Für Wehmut sorgte die Verabschiedung von Erich Wagner als Chorleiter bei der Jahreshauptversammlung des Gesangvereins Ebneth-Hainweiher in der Gastwirtschaft Hofmann in Hainweiher. Die Leitung des Chors übernimmt künftig Silvan Wagner.

„Wir durften viel bei Dir lernen, und obwohl wir in den letzen Jahrzehnten nur ein kleiner Chor waren, konnten wir gesanglich meist überzeugen.“
Heide Martin, 1. Vorsitzende

52 Jahre lang hatte Erich Wagner den Chor des 110 Jahre alten Vereins geleitet „Wir durften viel bei Dir lernen, und obwohl wir in den letzen Jahrzehnten nur ein kleiner Chor waren, konnten wir gesanglich meist überzeugen“, erklärte Heide Martin. „Du hast Dein Herzblut für den Verein gegeben. Für die Ortschaften Ebneth und Hainweiher warst du ein Geschenk.“ Dankbar blicke sie auf eine schöne Zeit zurück. Für seine über 50-jährige Chorleitertätigkeit überreichte sie Erich Wagner ein Erinnerungsgeschenk und einen Geschenkkorb.

„Es hat mir immer große Freude gemacht, mit den Chor zu singen, sagte Erich Wagner. Als Erinnerung überreichte der passionierte Hobbymaler allen Sängern ein Bild von Ebneth.

Erhebliche Einschnitte habe es auch bei den lieb gewonnenen Abläufen im vergangenen Jahr gegeben, wie Schriftführerin Vera Wagner erklärte. Der Proben- und Kulturraum in der alten Ebnether Schule musste nach deren Verkauf durch die Stadt geräumt werden.

„Uns Sängern ist damit ein Stück Kulturgut unwiederbringlich weggenommen worden“, bedauerte sie. „Es wäre schön gewesen, wenn wir zumindest so lange hätten bleiben können, bis der neue Raum für die Vereine am Feuerwehrhaus in Hainweiher fertiggestellt ist.“ So musste das Inventar der Sänger, wie Noten und Fahne bei Mitgliedern untergebracht werden. „Für mich ist damit ein Stück Lebensinhalt gestorben“, sagte Vera Wagner. Schließlich gelte es zu bedenken: „Singen regt an, und so werden dabei oft nicht so erfreuliche Dinge im Leben vergessen.“

Vor diesem Hintergrund sei es sogar positiv gewesen, dass der kleine Verein nur zehn Sänger hat, denn dadurch konnte bei den Mitgliedern zu Hause geprobt, meinte 1. Vorsitzende Heide Martin dazu. Dass die Sänger dennoch gut geprobt haben, stellte der kleine, aber feine Chor mit dem Lied „Wochenend und Sonnenschein“ der Comedian Harmonists sogleich unter Beweis.

Dem Verein gehören 27 Mitglieder an, wie Heide Martin erklärte. Der Maiausflug zur Hummendorfer Linde und die anschließende Einkehr waren schöne Gemeinschaftserlebnisse. Stimmungsvoll waren die Weihnachtsfeier und das Singen im Weihnachtsgottesdienst. Die Sänger besuchten das Altenheim und erfreuten die Bewohner und den Ehrenvorsitzenden Reinhard Beck mit Liedern und Gedichten. Zu ihrem runden Geburtstag wurde auch Vera Wagner ein Ständchen dargebracht. Die Wanderung zur Schusternacht auf dem Burgkunstadter Marktplatz und ein Theaterbesuch in Kulmbach vereinten die Mitglieder. Höhepunkt war das Johannisfeuer mit Ehrungen, Gesang und vielen Besuchern. Die Vorsitzende dankte allen, die den Gesangverein Ebneth- Hainweiher unterstützt hatten. Gegen das Protokoll von Vera Wagner und den Kassenbericht von Edith Schmiedel gab es keinerlei Einwände.

Hoffnung auf neuen Kulturraum

Stadtrat Dieter Schmiedel bezeichnete den Chor als wertvollen Kulturträger, den Erich Wagner so geschaffen habe. Er hoffe, dass sich mit der Fertigstellung des neuen Kulturraumes das Vereinsleben wieder normalisiere. Gruppenvorsitzender Roland Dietz bezeichnet Erich Wagner als „ein Stück lebendige Gesangsgeschichte“ am Obermain. „Du hast aus wenig sehr viel gemacht und warst für die Sängerbewegung immer da ,wenn du gebraucht wurdest“, lobte er.

Per Handschlag übergab Erich Wagner das Dirigentenamt an Silvan Wagner weiter. Mit einem gemütlichen Beisammensein klang die Versammlung aus.

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