ALTENKUNSTADT

Raiffeisenplatz Altenkunstadt: Neues Ortszentrum mit viel Grün

Der Bereich rund um die Raiffeisenbank Obermain Nord in Altenkunstadt wird neu gestaltet. Westlich des Altbaus (li.) wird eine neue Hauptzufahrt von der Gerbergasse in die Thedor-Heuß-Straße geschaffen. Foto: ghsw Architekten-Team und Landschaftsarchitektin Susanne Augsten

Altenkunstadt noch lebens- und liebenswerter zu machen – das ist das Ziel, das die Gemeinde mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) verfolgt. Dabei hat man vor allem eine Entwicklungsachse im Blick, wie in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend deutlich wurde: die Ost-West-Linie, die vom Rathaus über die Rechtsanwalt-Krauß-Straße, die Gerbergasse und die Theodor-Heuß-Straße bis zur Weismainer Straße führt.

„Sie schreit, wie bei einer Zahnlücke, nach einer Reparatur“, meinte der Architekt Klaus Greim aus Hof mit Blick auf die Baulücke in der Theodor-Heuß-Straße. Was der Behandlungsplan für einen Zahnarzt ist, das ist für ihn und Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila das ISEK. Es beinhaltet die Entscheidungs- und Handlungsgrundlagen für die zukünftige Entwicklung einer Kommune. Darin sind auch die Projekte festgeschrieben, die Altenkunstadt aufwerten sollen.

Bäume, Brunnen und eine Skulptur

Begonnen werden soll mit dem Raiffeisenplatz begonnen, dem öffentlichen Umfeld der Raiffeisenbank Obermain Nord, die derzeit um einen Anbau vergrößert wird. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Fassade der Bank wird zu einem Hingucker: Nach Auskunft des Geschäftsleitendem Beamten Alexander Pfaff wird sie mit Guss-Sandsteinplatten verschönert, auf denen Bäume, Getreidearten, Pflanzen und Versteinerungen abgebildet sind.

Eine Skulptur soll den Platz schmücken. Denkbar wäre ein Sämann oder eine Säfrau, so Pfaff. Wasserspiele erfreuen das Auge und erfrischen an heißen Tagen mit Kühle. „Eingerahmt wird der Platz mit hohen Bäumen“, sagte Augsten. Auch Grünflächen mit Blumen sind angedacht. Das der Bank gehörende Wohnhaus in der Gerbergasse, das an die Kundenparkplätze angrenzt, soll mittelfristig zu einem Multifunktionshaus werden. Nach Ansicht Pfaffs könnten das Gebäude Ausstellungen beherbergen, aber auch als Begegnungsstätte oder Ideenwerkstatt dienen.

Neue Zufahrt und Bachrenaturierung

Die Gestaltung und Renaturierung der Weismain entlang der Gerbergasse ist den Gemeinderäten ebenfalls wichtig. Auch die Wohnanlage mit Tagespflege, die die Caritas und die Ebensfelder Baufirma Raab in der Baulücke der Theodor-Heuß-Straße bauen werden, ist Teil der Entwicklungsstrategie der Gemeinde.

Der neue Platz führt zu Veränderungen bei den Stellplätzen und der Verkehrsführung. Das Gros der Parkflächen befindet sich in Zukunft hinter dem Alt- und Neubau des Kreditinstituts. Die Verkehrssituation an der Einmündung vom Fronleichnamsweg in die Theodor-Heuß-Straße beziehungsweise Rechtsanwalt-Krauß-Straße wird durch zwei Änderungen entschärft: Westlich des Altbaus wird eine neue Hauptzufahrt von der Gerbergasse in die Thedor-Heuß-Straße geschaffen.

„Das ist ein Gewinn für Altenkunstadt.“
Jan Riedel, Gemeinderat (FBO)

Für die Fahrzeuge, die vom Fronleichnamsweg kommend in eine der beiden genannten Straßen abbiegen wollen, wird die bestehende Einmündung ein paar Meter weiter nach Westen verschoben. Die neuen Straßenbereiche sollen asphaltiert, die Stellplätze aus versickerungsfähigen Betonpflastersystemen gebaut werden.

Die Räte waren voll des Lobes. „Das ist ein Gewinn für Altenkunstadt“, schwärmte Jan Riedel (FBO). Hans-Werner Schuster (CSU) sprach von einer „sehr gelungenen Sache“, Thorsten Schmidtke (JB) von „einem schönen Konzept“ und Walter Limmer (JWU) von einer „ortsbildprägenden Veränderung“.

Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) teilte mit, dass das Konzept für den Platz am 24. Januar mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt werden soll. Im Anschluss daran soll der Zeitplan festgelegt werden. Die neue Förderinitiative „Innen statt Außen“ des Freistaates Bayern kommt der Gemeinde dabei gerade recht. Laut Pfaff gibt es eine Förderung von 80 bis 90 Prozent. Hümmer versicherte, dass während der Bauarbeiten für das öffentliche Umfeld die Kunden trockenen Fußes in das Kreditinstitut gelangen.

Die vier Vorhaben (Raiffeisenplatz, Wohnanlage mit Tagespflege, Renaturierung der Weismain und Multifunktionsgebäude) sollen der Auftakt sein zu weiteren Projekten, die in dem Planwerk festgeschrieben werden. Nachholbedarf sahen einige Räte bei den leer stehenden Gebäuden am Marktplatz, der sanierungsbedürftigen Klosterstraße und bei der leerstehenden Porzellanfabrik Nehmzow. In Form von Workshops können sich die Bürger einbringen (Infobox).

Bürgerbeteiligung

Der Fahrplan für die Bürgerbeteiligung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK):

Februar 2019: Auftaktveranstaltung

April 2019: Jugendworkshop

März bis Juli 2019: Arbeitskreissitzungen: Workshop-Phase: Bestandsaufnahme zu den Themenfeldern: 1. Infrastruktur und Wirtschaft 2. Soziales (Kinder- und Jugend, Familien und Senioren) 3. Verkehr (Mobilität, ruhender Verkehr und Fußgänger) 4. Ortsgestaltung

Juli 2019: Zwischenpräsentation

September – bis Dezember 2019: Arbeitskreissitzungen: Workshop-Phase: Maßnahmen und Strategien zu den Themenfeldern: 1. wirtschaftliches Gefüge 2. soziales Gefüge 3. ortsräumliches Gefüge und Innenentwicklung

Januar 2020: Zwischenpräsentation

April 2020: Abschlusspräsentation

Mai 2020: Beschluss im Gemeinderat