BURGKUNSTADT/ALTENKUNSTADT

HG Kunstadt 2019: Historischer Schritt für die Handballer

HG Kunstadt 2019: Historischer Schritt für die Handballer
Kontinuität in der Erneuerung, so lautet das Motto des neu gegründeten Handballvereins HG Kunstadt 2019, was sich auch bei der Wahl des Vorstands zeigte. Denn Susanne Hümmer (li.) übernimmt wie bisher das Amt der Schriftführerin, Thomas Will (2. v. re.) wird wieder Vorsitzender u... Foto: Matthias Schneider

Einen aus Sicht des Lokalsports historischen Schritt vollzogen die Freunde des Handballsports, die am vergangenen Freitagabend der Gründung des Vereins HG Kunstadt 2019 beiwohnten. Auch wenn mit der einstimmigen Entscheidung zur Gründung eines eigenständigen Handballvereins in Burgkunstadt das Ende des seit knapp 35 Jahre andauernden Schulterschlusses zwischen den beiden Handballabteilungen von TV Burgkunstadt und TV Altenkunstadt vorbereitet wurde, bauen die Handballer auch im Gewand der HG Kunstadt 2019 darauf, an der bewährten Kooperation festzuhalten.

Wie groß die Bereitschaft für und das Interesse an der Gründung eines eigenständigen Vereins in und im Umfeld der beiden „Kunstädte“ ist, unterstrich die Resonanz am Freitagabend: Obwohl nach den Vorschriften zu einer Vereinsgründung nur sieben Personen hätten anwesend sein müssen, fanden sich knapp 50 Freunde des Handballsports im Gasthaus „Fränkischer Hof“ in Baiersdorf ein.

Thomas Will wieder Vorsitzender

Im Mittelpunkt standen die Verabschiedung der Vereinssatzung sowie die Wahlen eines Vorstands. Dass die HGK 2019 von Anfang an auf Kontinuität baut, belegte das Wahlergebnis: So wurden mit Thomas Will als 1. Vorsitzendem, Torsten Willnecker als 2. Vorsitzendem sowie Susanne Hümmer als Schriftführerin drei Vertreter gewählt, die bisher auch die Abteilungsleitung der HGK führten. Lediglich Jochen Gierlich besetzt als „Neuling“ den Posten des Kassierers, wobei er hier auf die Erfahrungen seiner langjährigen Tätigkeit auf diesem Gebiet beim TV Burgkunstadt zurückgreifen kann.

Die Aufgabenbereiche der Vereinsspitze wurden im Vorfeld durch die Verabschiedung der Vereinssatzung festgelegt. Der Vorstand wird demnach für zwei Jahre gewählt und bei seiner Arbeit vom Vereinsausschuss unterstützt und beraten werden. „Diesem Vereinsausschuss gehören beispielsweise die jeweiligen Mannschaftsverantwortlichen und Übungsleiter sowie die noch zu wählenden Jugendsprecher und Elternvertreter an“, erläuterte Jochen Gierlich, der maßgeblichen Anteil an der Erstellung der Vereinssatzung hatte. Gierlich verwies auch auf die weiteren noch ausstehenden Schritte hin zu einem eingetragenen Verein. „In den nächsten Tagen muss der Eintrag ins Vereinsregister erfolgen, und der Antrag zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt geprüft und gebilligt werden. Erst dann kommt es zum Eintrag beim Bayerischen Handballverband (BHV) und dem Bayerischen Landessportverband (BLSV)“, so Jochen Gierlich. Dies müsse alles bis zum 31. März 2019 erfolgen.

Notwendig wurde die Vereinsgründung, weil der TV Burgkunstadt den Kooperationsvertrag zwischen den Handballabteilungen des TV Burgkunstadt und des TV Altenkunstadt zum 31. Dezember 2018 kündigte, der dann vertraglich aber erst zum laufenden Saisonende am 30. Juni 2019 ausläuft. Dadurch hat die Kündigung keine spielrechtlichen Auswirkungen auf die aktuell noch laufende Saison 2018/2019.

In der Saison 2019/2020 werden die beiden bestehenden Spielgemeinschaften mit dem TV Altenkunstadt im Männer- und Kinderbereich (Minis und E-Jugend) sowie mit dem TV Weidhausen im Frauen- und Jugendbereich als SG Kunstadt/Weidhausen weiterlaufen. „Die enge Kooperation mit dem TV Altenkunstadt ist bisher ein sehr gutes Beispiel für die Zusammenarbeit beider Kommunen auf dem sportlichen Sektor gewesen und soll deswegen auch so weiterlaufen“, erläuterte 1. Vorsitzender Thomas Will. Dadurch können Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene ihren Handballsport betreiben, ohne dass eine gegenseitige Beeinflussung in die Mitgliedschaft der Stammvereine stattfindet.

„Die enge Kooperation mit dem TV Altenkunstadt ist bisher ein sehr gutes Beispiel für die Zusammenarbeit beider Kommunen auf dem sportlichen Sektor gewesen und soll deswegen auch so weiterlaufen.“
Thomas Will, Vorsitzender

Etwas anders verhält es sich auf der anderen Seite des Mains. Wegen der Kündigung des Kooperationsvertrages seitens des TV Burgkunstadt müssen alle Handballspielerinnen und -spieler für die Erhaltung ihres Spielrechts die Mitgliedschaft bei der HG Kunstadt 2019 beantragen, was am Freitagabend gleich zahlreiche aktive wie passive Mitglieder vollzogen. „Die Beitragszahlungen entsprechen dabei den ,Tarifen? bei einer Mitgliedschaft im Turnverein Altenkunstadt“, erläuterte Kassierer Jochen Gierlich.

Einig waren sich alle Gründungsmitglieder darüber, dass mit der Vereinsgründung eine Fortsetzung des bisher so erfolgreichen Handballsports am Obermain gesichert sei. „Klar ist aber auch, dass wir als eigenständiger Verein im Vergleich zu den 35 vorherigen Jahren mehr Aufgaben innerhalb des Vereins verteilen müssen, was nur durch die aktive Unterstützung möglichst zahlreicher Mitglieder funktionieren kann“, stellte der 1. Vorsitzende Thomas Will gegenüber der Mitgliederversammlung klar. Dass sie sich dieser Verantwortung nicht nur bewusst, sondern diese im Sinne eines Mannschaftssports auch übernehmen werden, unterstrichen die Anwesenden nicht zuletzt durch die Einstimmigkeit, mit der sie am Freitagabend alle wegweisenden Entscheidungen getroffen hatten.

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