WEISMAIN

MCC-Prunksitzung: Lachtränen dank itzgründischer Zungenbrecher

MCC-Prunksitzung: Lachtränen dank itzgründischer Zungenbrecher

Wenn die „Sumbarcher Waschweiber“ zum ironischen Großreineputz antreten, dann bleibt garantiert kein Auge trocken. Bei ihrem Einsatz in der Weismainer Stadthalle am Samstagabend bei der Prunksitzung des Mainleuser Carnevals Clubs (MCC), der auch die Narren aus dem östlichen Landkreis Lichenfels vertritt, machten die Raumpflegerinnen des Humors aus Sonneberg ihren Namen alle Ehre.

Die geschwätzigen Damen zogen gegen das vermeintlich starke Geschlecht gehörig vom Leder, und den Besuchern trieb es die Tränen in die Augen. Sie ließen itzgründische Zungenbrecher in einem schier atemberaubenden Tempo vom Stapel. Aber auch ihre Ratschläge aus der Rubrik Gartenarbeit bekamen Frieda (Doris Motschmann) und Hulda (Silvia Otto) mit überraschenden Pointen ganz schön sauber hin. Damit die Tomaten schneller rot werden, riet Frieda ihrer Freundin Hulda, nackig durchs Gemüsebeet zu laufen. Diese tat, wie ihr befohlen, und was war das Ergebnis? „Die Gurken wurden zehn Zentimeter länger“, verblüffte Hulda das sich vor Lachen kringelnde Publikum.

Selbst gemaltes Portrait

Die nicht auf den Mund gefallenen Putzfrauen hatten sich den Sonderorden „Der Goldene Schuh“, den ihnen Gesellschaftspräsident Wolfgang Hartmann überreichte, redlich verdient. Laudator und Vorjahrespreisträger Werner Hofmann aus dem unterfränkischen Karlstadt, besser bekannt als Teil des Fernsehduos „Hermann & Hermine“, hatte nicht zu viel versprochen, als er ihren mit Pfeffer gewürzten Dialekt als Ohrenschmaus anpries. Der gelernte Illustrator überreichte den humorigen Damen ein selbst gemaltes Bild, das die beiden mit einem goldenen Schuh zeigt, und aus ihren Augen flossen die Freudentränen.

Mit Weiß-Grün statt Weiß-Blau hatte an diesem Abend das närrische Treiben seinen Lauf genommen. Die Blaskapelle des Musikvereins Mainleus unter der Leitung von Anneliese Kastner riss das Publikum mit fröhlichen Weisen von den Stühlen – das hatte Pep, das hatte Schmiss. Selbstverständlich begrüßte auch das Prinzenpaar des MCC, Gitta I. (Sonntag-Buß) und Stefan I. (Buß), die Narren aus nah und fern. An seiner Seite: Das Prinzenpaar des Faschingsvereins Kuckuck Sonneberg, Sabrina I. (Schuller) und Michael IV. (Bauer).

Sitzungspräsidentin Christine Friedlein führte durch ein Programm voller Höhepunkte. Des einen Freund, des anderen Leid: Während sich die Zuhörer dank der verbalen Übertreibungen des Narren locker und entspannt erheiterten, brachte der „Sadist von der Rezeption“ den Baaschdörfer (Edwin Jungkunz) bei seinem Wellness-Urlaub auf der Beauty-Farm schier zur Verzweiflung. Mit tiefsinnigem Gequassel erfreute die Weismainer Kellerassel (Franz Besold), die im Müll herumstöberte. Dabei zog sie die roten Zahlen der Lichtenfelser Regiomed-Klinik hervor. „Mach dich drüber, friss sie auf, dann sind sie weg“, legte Besold dem Lichtenfelser Landrat Christian Meißner eine nicht ganz ernst gemeinte Bitte in den Mund.

Der fränkische „Siddi-Scheriff“ Philipp Simon Goletz aus Untersteinach sah sich als humoriger Parkwächter in den Klauen der Deutschen Umwelthilfe: „Mit meinem Gasometer soll ich zeichen, wo öffentliche Gerüche schleichen.“ Der Kronacher Martin Panzer zog als perfektes Edmund Stoiber-Double den neuen Kulmbacher Landtagsabgeordneten Rainer Ludwig als „Schlagerkönig von Kulmbach und Vater von Florian Silbereisen“ durch den satirischen Kakao. Wolfgang Baumann aus Knellendorf bei Kronach wiederum frisierte als Rindviehbader mit „Drei-Euter-Taft.“

Der Mainleuser Gemeinderätin Hannelore Lindner setzte Senatspräsidentin Doris Riedel die Senatorenmütze aufs Haupt. Franziska Buß aus Himmelkron sang mit Sitzungspräsident Wolfgang Hartmann die Hymne des MCC – zu Ehren ihrer Eltern, die das aktuelle Prinzenpaar des MCC bilden.

Mitreißende Tänze

Quicklebendig und voller Sprungkraft zeigten sich die Tänzer und Tänzerinnen: angefangen von der MCC-Jugendgarde über Tanzmariechen Melissa Freitag aus Marktzeuln und die MCC Marschtanzgarde bis hin zu Solotänzerin Eva-Maria Buss und den „Almdudlern“ der Karnevalsgesellschaft „Carnevalissimo Herzogenaurauch“. Letztere bauten mit Leichtigkeit Menschenpyramiden. Von der Ausgelassenheit der Tanzgruppe ließ sich das Prinzenpaar des MCC anstecken, das zum Abschluss in den siebten Schlagerhimmel tanzte, für den das Musikduo „Franken-Top“ (Peter Birk und Bernd Kern) sorgte.

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