MAINROTH

Ortsumgehung Mainroth: Baubeginn frühestens 2021

Ortsumgehung Mainroth: Baubeginn frühestens 2021
Der Leiter des Staatlichen Bauamts Bayreuth, Karl Schnabel (re.), berichtet den Anwohnern über die aktuelle Planung der neuen Ortsumgehung. Foto: Steffen Huber

Es schneit, es ist nass, die feuchte Kälte durchdringt nach kurzer Zeit selbst die wärmste Jacke. Keine 20 Meter entfernt rumpeln Sattelzüge und scheppern Autos über die Kuppe mitten in Mainroth. Trotzdem sind über 50 Frauen und Männer der Einladung der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU) gefolgt. Die Politikerin hat Kurt Schnabel, den Leiter des Staatlichen Bauamts Bayreuth, und einige seiner Mitarbeiter in den östlichen Burgkunstadter Ortsteil gebeten, um über die aktuelle Planung der seit Jahrzehnten gewünschten Ortsumgehung der Bundesstraße 289 für Mainroth sowie Fassoldshof und Rothwind im Nachbarlandkreis Kulmbach zu berichten.

Die ist im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf eingestuft, genießt also Priorität und „wird nach jetzigem Stand 22,3 Millionen Euro kosten. Der Preis wird sicher steigen, denn wir erleben momentan eine Erhöhung der Baupreise von etwa zehn Prozent im Jahr!“, erklärt Jörg Panzer, zuständig für die Planung beim Straßenbau innerhalb der Bayreuther Behörde. Und da aufgrund der Dauer des ein bis zweijährigen Planfeststellungsverfahrens frühestens mit einem Baubeginn in 2021 zu rechnen ist, dürften sich die Kosten wohl in Richtung 30 Millionen Euro bewegen.

Drei Brücke geplant

Auch wenn es bis zum ersten Spatenstich noch etwas dauern wird, haben die Straßenplaner in Bayreuth die Trassenführung längst ausgearbeitet. Diese stellt Panzer den Bürgern aus Mainroth und Mainklein, Rothwind und Fassoldshof am verschneiten und matschig-glatten Ortszentrum neben der Kirche St. Michael vor. Die Straße wird fünf Kilometer lang, die Fahrbahn acht Meter breit. Sie biegt von Burgkunstadt kommend kurz hinter Mainklein in einem leicht nördlichen Bogen von der bisherigen B 289 ab. Dann schwenkt sie nach Süden und quert auf einer etwa 5,7 Meter hohen Brücke die Bahnlinie Burgkunstadt-Kulmbach. Im weiteren Verlauf führt die neue Straße so eng wie möglich an der Eisenbahnlinie entlang, um dann kurz vor Mainleus wieder in die bestehende B 289 zu münden. 90 Prozent des Schwerverkehrs würden aus den Dörfern verlagert, des Weiteren reduziere sich die Zahl der Gefahrenstellen der Straße von 18 auf zwei, sagt Panzer. Im Übrigen seien die Brücken so hoch berechnet, dass die Bahnlinie elektrifiziert werden könne.

Die Brücken sind auch die herausstechenden Bauwerke der neuen Straße. Zwei sorgen für die Querung der Bahnlinie, eine überspannt bei Rothwind die Ortsverbindungsstraße zum Weiler Witzmannsberg. Bei letzterer regte sich Kritik bei einer Handvoll der Anwesenden. Eine Anwohnerin befürchtete, dass diese Brücke zehn Meter hoch werden könnte. „Eine Verschandelung des Maintals“, stimmte ihr ein anderer Bürger zu. Doch diese Stimmen waren in der Minderheit. Zustimmung fand da schon eher die Meinung von Günter Knorr (CSU), Mitglied des Burgkunstadter Stadtrates aus Mainroth. „Wir hören den extremen Lärm. Es scheppert wie der Teufel, wenn die Laster durch das Dorf fahren!“, sagt er. Hinzu komme die Kuppe im Dorfkern. Wenn hier Autos und speziell Sattelzüge einen Gang runter schalten, steige die Belastung gewaltig an, und zwar durch Lärm und Feinstaub. „Die jetzige Bundesstraße sorgt für eine Betonwüste im Dorf und für immer mehr leere Häuser“, kritisiert Knorr. Kommt die Umgehung, werde es wieder „grüner“ in Mainroth, habe das Dorf eine Chance auf eine positive Entwicklung.

Auch Emmi Zeulner tritt vehement für die neue Straße ein. „Sie bietet eine wahnsinnig große Chance“, sagt die Abgeordnete und betont, dass der Bund Straßen nicht aus Spaß baue, sondern damit die Menschen von A nach B kommen. „Ein gutes Straßennetz ist ein Standortfaktor und sorgt dafür, dass die Firmen und damit auch die Menschen in der Region bleiben“, sagt sie. Im Übrigen solle man auch an die Mainrother denken, die direkt an der Straße wohnen und die rund 9000 Fahrzeuge täglich zu ertragen hätten. Diese Menschen hätten eine Entlastung verdient.

Ortsumgehung Mainroth: Baubeginn frühestens 2021
Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner tritt vehement für den Bau einer Umfahrung von Mainroth ein.
Ortsumgehung Mainroth: Baubeginn frühestens 2021
Rund 9000 Autos quälen sich Tag für Tag durch Mainroth.

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