BURGKUNSTADT

Schulberg Burgkunstadt: Bildung, Sport und Kultur im Grünen

Eine Park-, Bildungs- und Sportlandschaft sieht das Konzept für den Burgkunstadter Schulberg vor. Um eine grüne Mitte gruppieren sich (v. li.) die renovierte Grundschule, ein Haus der Kinder, ein barrierefreies Wohnhaus, eine neue Stadthalle und davor der Sportplatz mit Parkdeck ... Foto: Skizze: Planetz Architektenpartnerschaftsgesellschaft

Eine Park- und Sportlandschaft als Stätte für Bildung, Sport und Kultur soll der Burgkunstadter Schulberg werden. Wie das generationenübergreifende Konzept aussehen könnte, stellte Johannes Petzl von der Münchener Architektengemeinschaft Planetz, die den städtebaulichen Wettbewerb im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) gewonnen hat, am Dienstagabend im Stadtrat vor.

„Wenn wir nur schon damit fertig wären“, brachte Bürgermeisterin Christine Frieß die einhellige Zustimmung aller Fraktionen auf den Punkt. Schrittweise sollen die einzelnen Projekte je nach den Erfordernissen und finanziellen Möglichkeiten der Stadt in den nächsten Jahren verwirklicht werden. Dazu wird die Verwaltung 2019 die Fördermöglichkeiten für den ersten Bauabschnitt (Bau eines Kinderhauses und Umfahrung zum Keplerweg außerhalb des Schulhofs) mit der Regierung von Oberfranken abklären und danach die Planung europaweit ausschreiben, wie Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel erläuterte.

Ortsprägende Silhouette bleibt

Ziel ist eine Aufwertung des Schulbergs durch Schaffung einer grünen Mitte, um die sich die sanierte Grundschule, erweitert um ein Kinderhaus, ein Neubau der Stadthalle sowie ein barrierefreies Wohnhaus gruppieren. Erhalten und ergänzt werden sollen dabei die beiden Baumstreifen an den Hangkanten oberhalb der Kulmbacher Straße und der Jahnstraße, ebenso wie das Fußwegenetz.

An Stelle der bisherigen Mittelschule sieht das Konzept den Bau eines Kinderhauses vor, das durch ein gläsernes Foyer mit der Grundschule verbunden wird. Es soll künftig als barrierefreier Eingang für beide Gebäude dienen. Im Erdgeschoss sind Kindergarten, Hort, die Küche und Personalräume sowie ein großer Raum für schulische Veranstaltungen vorgesehen, im Obergeschoss eine Aula und eine Loggia zum Maintal hin.

Saniert werden soll die Grundschule mit ihrem ortsbildprägenden Uhrturm im zweiten Bauabschnitt, erklärte Johannes Petzl. Das Untergeschoss soll durch Absenkung des Fußbodens und eine Abgrabung vor den Fenstern für den Werkunterricht nutzbar gemacht werden. Während der Sanierung könnten Container für die Schüler aufgestellt werden. Der Schulhof soll begrünt und für den Verkehrsunterricht gestaltet werden.

Ebenso wie die ehemalige Mittelschule soll die marode Stadthalle durch einen Neubau ersetzt werden, der nicht nur eine Halle für den Schulsport, die Vereine und kulturelle Veranstaltungen vorsieht, sondern auch Vereinsräume und eine Terrasse zum Sportplatz hin. Indem das Sportgelände angehoben wird, entsteht Platz für eine Tiefgarage und die Möglichkeit eines ebenen Zugangs zur Stadthalle. Ein barrierefreies Wohnhaus anstelle des ehemaligen Lehrerparkplatzes könnte in einem letzten Schritt entstehen.

„Ein fantastisches Konzept für Schüler, Personal und Bürger – für uns stellt sich nur die Frage, wann geht‘s los.“
Marco Hennemann, Stadtrat (CSU)

Vorrang sollen die Fußgänger künftig auf dem Schulberg haben, indem die Schule über die Pestalozzistraße und die Stadthalle über die Jahnstraße bis zum Parkdeck angefahren werden kann, der Bereich dazwischen aber verkehrsberuhigt wird. Die Zufahrt zum Keplerweg soll künftig um den Schulhof herumgeführt werden.

„Ein fantastisches Konzept für Schüler, Personal und Bürger – für uns stellt sich nur die Frage, wann geht‘s los“, lobte Marco Hennemann. Der einzige Wermutstropfen sei der Abriss der Stadthalle, doch die Sanierung wäre zu aufwändig und würde der künftigen Nutzung nicht gerecht. Eine Sanierung wäre ein „Fass ohne Boden“, warnte Zweite Bürgermeisterin Ulrike Koch (SPD). Die Sanierung der Grundschule und die Nutzung des Untergeschosses lobte Ingrid Kohles (FW).

Aus dem Stadtrat

Der Keltenspielplatz „Spielwienix“ auf dem Kordigast nimmt bereits Gestalt an. Neben dem Abenteuerspielplatz wird der Landkreis einen Lehrpfad errichten, um den Hausberg für Urlauber und Einheimische attraktiver zu machen. Die Kosten von rund 365 000 Euro trägt der Landkreis (abzüglich der Zuschüsse aus dem Leader-Programm von 180 000 Euro und der Oberfrankenstiftung von 21 880 Euro).

Nach der Fertigstellung gehen die Einrichtungen an Altenkunstadt und Weismain als Eigentümer der Grundstücke über. Vereinbarungen mit dem Landkreis und den beiden Nachbarkommunen, den Unterhalt gemeinsam zu finanzieren, hat der Stadtrat einstimmig beschlossen.

Die Kosten würden sich in den Anfangsjahren wohl in Grenzen halten (etwa 5000 Euro), und wegen späterer Erneuerungen der Spielgeräte könnten sich die Kommunen abstimmen, erklärte Kämmerin Heike Eber. „Wir beteiligen uns, weil wir einen Schub für den Fremdenverkehr erhoffen“, betonte Ingrid Kohles (FW).

Eine Einbeziehungssatzung für Mainklein, die einem Bauunternehmer die Errichtung einer Maschinenhalle neben der Gemeinschaftshalle ermöglicht, billigte der Stadtrat bei einer Gegenstimme (Thomas Müller, Bürgerverein).

Bei der Sanierung der Mainrother Pfarrkirche Sankt Michael (Kosten: 914 000 Euro) sind denkmalpflegerische Mehrkosten von rund 295 000 Euro entstanden. Daran beteiligen sich der Landkreis und die Stadt Burgkunstadt mit Zuschüssen von je 7500 Euro, teilte Bürgermeisterin Frieß mit.

Der Anbau einer Stahltreppe ans Feuerwehrhaus in Kirchlein für 18 443 Euro war günstiger als geplant (20 825 Euro).

Den Anbau einer Überdachung an der Fassade des Aldi-Marktes in der Seewiese, um den Kunden den Weg zu den neuen Märkten trockenen Fußes zu ermöglichen, hat der Bauausschuss genehmigt.