WEISMAIN

Weismainer Feldgeschworene: Garanten der Grundstücksgrenzen

Für ihren jahrzehntelangen Dienst als Feldgeschworene dankten bei der Verabschiedung (v. li.) Bürgermeister Udo Dauer, Herbert Simon vom Bauamt den scheidenden Siebenern Johann Knorr, Hans Düthorn, Josef Krappmann und Andreas Will ebenso wie der stellvertretende Leiter des Amts... Foto: Roland Dietz

Unverzichtbare Helfer bei der Vermessung von Grundstücken sind die Feldgeschworenen. Für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken dankte die Stadt Weismain vier ausscheidenden Siebenern bei einer Versammlung. Anschließend wurden ihre Nachfolger vereidigt.

„Ohne ehrenamtliche Feldgeschworene könnten die 60 Mitarbeiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Coburg ihre Aufgaben nicht erfüllen.“
Jürgen Melzer, Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Coburg

Feldgeschworene wirken in Bayern, bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken mit, erläuterte Jürgen Melzer, stellvertretender Leiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Coburg. Sie setzen Grenzsteine, entfernen oder ersetzen Vermessungspunkte. Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen in Gemeindegebieten arbeiten sie eng mit Vermessungsbeamten zusammen. Die sogenannten Siebener wachen über die Grenzen und unterstützen die Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Dabei üben sie das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus. Sie sind zur unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des Siebenergeheimnisses durch Eid auf Lebenszeit verpflichtet.

Dieses Ehrenamt könne nicht hoch genug bewertet werden, sagte Bürgermeister Udo Dauer. „Es muss daher das gemeinsame Ziel von Kommunen und Landkreisen und der Vermessungsverwaltung sein, immer Männer und Frauen vor Ort zu haben, die das Vertrauen ihrer Mitbürger besitzen in dem sie über Eigentums und Grenzverhältnisse genau Bescheid wissen.“ Trotz der Digitalisierung seien Feldgeschworenen zur Sicherung von Grund und Boden auch eine wichtige psychologische Kompetente. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zum „Grenzfrieden“ und seien Garanten für Ehrlichkeit, Rechtmäßigkeit und im ländlichen Bereich für die Lebensgrundlagen.

„Ohne ehrenamtliche Feldgeschworene könnten die 60 Mitarbeiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Coburg ihre Aufgaben nicht erfüllen“, erklärte stellvertretender Amtsleiter Jürgen Melzer. Neben der Vermessung leiste das Amt viele EDV-Tätigkeiten. Neu komme die Integration der Korrekturdaten für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo in den bayerischen Satellitenpositionierungsdienst SAPOS jetzt dazu. Dazu wird eine zusätzliche Dienststelle eingerichtet, die alle drei in Deutschland relevanten Satellitennavigationssysteme weiterführt (GPS, Glonass und Galileo) und unterstützt.

Bei einer Diskussion über den Arbeitsschutz regte Alfred Herold die Anschaffung von Schutzwarnwesten an.

Hans Düthorn 26 Jahre im Dienst

Feldgeschworener ist man auf Lebenszeit, allerdings ist es möglich in den passiven Dienst zu wechseln. So wurden anschließend langjährige Feldgeschworene verabschiedet. In den passiven Dienst wurden unter Beifall Josef Krappmann nach 24 Jahren Dienst, Johann Knorr (24 Jahre), Andreas Will (23 Jahre) und Hans Düthorn (26 Jahre) verabschiedet.

Siebener und Obmänner

Als neue Feldgeschworene vereidigte Bürgermeister Udo Dauer, Georg Denscheilmann, Bernhard Dauer, Roland Knorr und Matthias Krappmann. Als Obmänner gewählt wurden für die Gemarkung Arnstein Karl-Heinz Hetz (Stellvertreter: Norbert Will), Gemarkung Buckendorf Gerhard Kraus (Alfons Spörlein), Gemarkung Fesselsdorf Edgar Schmidt (Josef Voll), Gemarkung Großziegenfeld Josef Kellner (Edmund Eberlein), Gemarkung Kaspauer Otto Lutter (Werner Herold), Gemarkung Modschiedel Alfred Herold (Hans Herold), Gemarkung Neudorf Erwin Weiß (Harald Kolb), Gemarkung Wallersberg Sebastian Tempel (Jakob Schmitt), Gemarkung Weiden Georg Will (Herbert Kunzelmann), und Gemarkung Weismain Ferdinand Humbert (Hans Will).
Als neue Feldgeschworener vereidigte Bürgermeister Udo Dauer (v. li.) Georg Denscheilmann, Roland Knarr, Matthias Krappm... Foto: Roland Dietz

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