ALTENKUNTADT/KRONACH

Freie Wähler: Bayern als Kulturlandschaft erhalten

Landtagswahl: 54 000 Stimmberechtigte im Landkreis

Ein breites Spektrum der Kommunalpolitik besprachen die Freie Wählergemeinschaft und ihr Kreisvorstand bei einem Treffen mit der Europaabgeordneten Ulrike Müller. Im Mittelpunkt standen die Landwirtschaft, die Energie und die Trinkwasserversorgung.

Von Altenkunstadt aus führte die Besichtigungstour mit der Europaabgeordneten zum landwirtschaftlichen Familienbetrieb Siegelin in Tiefenklein bei Küps. Im Gespräch mit der Inhaberfamilie und weiteren Landwirten die Gelegenheit lernten die Politiker die Sorgen und Nöte dieses Berufszweiges kennen. Angesprochen wurden die angesichts niedriger Preise schwierige Milchviehhaltung, die Muttersauenhaltung und die Ferkelaufzucht. Zur Diskussion um die Kastration von Ferkeln beklagten die Landwirte, dass Entscheidungen immer lange auf sich warten lassen, was Unsicherheit für die Bauern bedeute.

Sie warfen die Frage auf, ob die deutschen Landwirte etwa ihre Ferkel aus Dänemark exportieren sollten. Häufig vermissten Landwirte den Rückenhalt der Politik. Auch die Diskussion um einen weiteren Nationalpark im Frankenwald und die Ausweisung von ökologischen Ausgleichsflächen, die es Bauern erschwere, Flächen zu pachten, waren Thema.

Bestand der Landwirtschaft sichern

Europaabgeordnete Ulrike Müller verwies auf sich abzeichnende Entscheidungen und würdigte die Tätigkeit des Bauernstandes. Bayern als Kulturlandschaft, die in einem besonderen Maße von Menschenhand gepflegt wurde, gelte es auch für kommende Generationen zu erhalten. Dazu müsse der Bestand der Landwirtschaft gesichert werden.

Bei der Fernwasserversorgung Oberfranken in Kronach, stellte Werkleiter Markus Rauh den Zweckverband vor, dem acht Landkreise und sieben oberfränkische Städte, Gemeinden und Zweckverbände angehören. Das Wasser werde aus den heimischen Ressourcen, insbesondere aus der Ködeltalsperre, bezogen, in Rieblich aufbereitet und anschließend in das Fernleitungsnetz in Oberfranken und teilweise auch Unterfranken eingespeist. Die FWO sei der größte Wasserversorger im Regierungsbezirk Oberfranken und verteile etwa zwanzig Prozent des oberfränkischen Trinkwassers an rund 400 000 Einwohner und eine Vielzahl von Betrieben. Sie versorge 63 kommunale Partner mit bis zu 15 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Jahr. Die Trockenheit habe bei der Trinkwasserversorgung keine Probleme verursacht, wenngleich der Klimawandel nicht zu übersehen sei, erläuterte der Werkleiter.

Beim Besuch der Firma Münch-Energie in Rugendorf wurden vor allem alternative und umweltfreundliche Energieformen diskutiert.