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ADAC-Verkehrserziehung: Die Schrecken des toten Winkels

„Was ist ein toter Winkel?“, war zunächst die Frage, die der ADAC-Experte Stefan Mögle den Kindern stellte. Foto: Roland Dietz

„Toter Winkel, Todes-Winkel.“ Recht martialisch mutet das Motto des aktuellen Verkehrsprojekts der schulischen Verkehrserziehung des ADAC an. Folglich hatten die Schüler der Abt-Knauer-Grundschule einen außergewöhnlichen Tag. Auf dem Gelände des Bauhofes lernten die Mädchen und Buben, dass mit dem Begriff „toter Winkel“ generell ein Raum bezeichnet, der von Personen nicht eingesehen werden kann.

Der ADAC Nordbayern bietet immer wieder bundesweite Verkehrssicherheitsprogramme für Schulen und Kindergärten an. Mädchen und Buben werden hierbei spielerisch an die Rolle als Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr herangeführt.

Gefährliche Situation

Stefan Mögle vom Verkehrsclub verdeutlichte die Gefahren des toten Winkels. „Das Zusammentreffen von Lastern, Bussen, Radfahrern und Fußgängern im Bereich von Kreuzungen gehört zu den gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr.“ Immer wieder komme es zu schweren, mitunter tödlichen Unfällen, weil Bus- oder Lasterfahrer beim Abbiegen einen Fußgänger oder Radfahrer übersehen, der sich im „toten Winkel“ befindet. „Besonders häufig betroffen sind Schulkinder, die aufgrund ihrer geringen Körpergröße und ihres noch nicht voll entwickelten Gefahrenbewusstseins eine besonders gefährdete Gruppe der Verkehrsteilnehmer bilden“, so der Referent.

Durch die praktische Demonstration am Laster oder Bus lernten die Schüler die verschiedenen toten Winkel eines Fahrzeugs kennen und wurden mit dem richtigen Verhalten rund um die großen Fahrzeuge vertraut gemacht. Durch den Perspektivenwechsel, bei dem die Kinder vom Fahrersitz des Fahrzeuges aus die Sicht-Situation des Fahrers erlebten, erkannten sie dessen eingeschränkte Sicht. Es fand auch eine praktische Demonstration am Bus statt.

„Wie viel tote Winkel tauchen wohl bei einem Laster auf?“, wollte Stefan Mögle von den Schülern wissen. Zur Beantwortung mussten diese mit Hütchen abschätzen, ab welchem Punkt der Busfahrer Kinder sehen kann. Hier lagen die meisten falsch.

Große Fläche

„Was wäre wohl passiert, wenn der Bus ausgeholt hätte?“, lautete Mögles nächste Frage. „Der hätte mich glatt mitgenommen“, stellt Patrick erstaunt fest. Mit zwei Seilen wurde schließlich eingegrenzt, welch große Fläche ein „toter Winkel“ einnehmen kann. So mussten zwei Schüler mit dem Seil so lange laufen, bis sie vom Einstieg und vom hinteren Fahrzeug den Fahrer nicht mehr sehen konnten. Es entstand so eine riesengroße dreieckige Fläche, von der aus sich Fahrer und Fußgänger nicht mehr sehen konnten. Diese war so groß, dass die ganze Klasse 4b auf sie passte.

Sichtkontakt herstellen

„Wenn ich als Radfahrer oder Fußgänger den Fahrer des Busses nicht sehen kann, kann dieser mich auch nicht sehen“, sagte Mathilda. „Deshalb ist die sicherste Variante, in einer solchen Situation möglichst weit vom Fahrzeug wegzugehen. Oder man muss sich so stellen, dass man mit dem Fahrer Blickkontakt hat, das ist am wichtigsten“, erklärte der Fachmann den Kindern.