GÄRTENROTH/MAINROTH

Genusswanderung: Herrliche Ausblicke, stille Momente, gutes Essen

Aus dem Kessel versorgt Jäger Manfred Hofmann die hungrigen Wanderer mit köstlichem Wildragout. Foto: Roland Dietz

Bei traumhaftem Herbstwetter unternahmen zahlreiche Wanderfreunde eine Genusswanderung um Gärtenroth und Mainroth unter dem Motto „Wild und Wein“. Zu erleben gab es tolle Ausblicke und zum Abschluss kulinarische Köstlichkeiten.

Von Gärtenroth ging es auf naturnahen Pfaden auf dem Gottesgartenrundweg Nord in Richtung „Roten Stein“. Hier wurden alle mit einem tollen Blick ins das Kulmbacher Land belohnt. Bis in die Fränkische Schweiz konnte man sehen, so klar war die Sicht. Nachdem die Teilnehmer den Wald erreicht hatten, rückte die Felsformationen des „Roten Steins“ ins Blickfeld. Die riesigen Felsen sind vor etwa vor 250 Millionen Jahren entstanden.

Auf dem Weg hinunter zum Fliegerdenkmal versorgte Jäger Manfred Hofmann die Wandergruppe mit vielen Infos über Jagd, Wild und Wald. „Im Kern geht es bei der Jagd um die Pflege und Hege des Waldes und um altes Brauchtum“, erläuterte Hofmann

Mitten im Wald standen die Teilnehmer dann vor dem stillen Mahnmal an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, dem Mainrother Fliegerdenkmal. Es erinnert daran, dass hier am 13. April 1945, kurz vor Kriegsende, der erst 19-jährige Fähnrich Waldemar Klüpfel auf der „Reuth“ bei Mainroth sein Leben lassen muss. Die US-Armee hatte damals ein Lager auf den Mainwiesen bei Maineck aufgebaut.

Vier deutsche Jagdflugzeuge vom Typ „Me 109“ des Jagdgeschwaders 300 griffen das Lager an und beschossen die US-Fahrzeuge.

Es kam zu einem kurzen Gefecht, bei welchem das Flugzeug von Waldemar Klüpfel von der amerikanischen Flak getroffen wurde. Brennend flog die Maschine über die Dächer Mainroths und stürzte in ein Waldstück oberhalb des Ortes. Die Amerikaner beauftragen einige Mainrother Bürger damit, den Leichnam zu bergen und an Ort und Stelle neben den Resten des Flugzeugs zu begraben. 1950 wurde der Fähnrich auf Veranlassung seines Vaters in seine Heimatstadt Miltenberg überführt und dort beerdigt.

Propeller entwendet

Geblieben ist bei der Absturzstelle in Mainroth ein Gedenkstein. Allerdings wurde ein Propeller der Jagdmaschine entwendet. Das Fliegerdenkmal ist heute direkt am 7er Rundwanderweg gelegen und eine Stätte des Erinnerns, die von vielen Wanderern aufgesucht wird. Die Inschriften des Gedenksteins erinnern an die Schrecken eines sinnlosen Krieges.

Weiter ging es über die Reuth, von wo man einen traumhaften Ausblick zum Kordigast und weiter bis zu den Höhenzug des Staffelberges hatte. Über die Ziegelhütte führte die Wandrung weiter über die Anhöhe des Eltschig durch die alte Hohlgasse zu dem idyllisch gelegenen Hilpertsweiher.

Wildwurstspezialitäten probiert

Hier stand dann der kulinarische Teil der Wanderung im Mittelpunkt. In einem über einem Feuer stehenden Kessel köchelte ein Wildragout. Gerne nahmen die Wanderer Platz, um sich in der romantischen Umgebung zu stärken. Dazu reichte der Jäger seinen Gästen edlen Rotwein.

Wer noch etwas Leckeres vertragen konnte, durfte die selbsterzeugten Wildwurstspezialitäten Manfred Hofmanns probieren. Mit dem Gedicht von Oskar von Riesenthals „Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt, wie sich?s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!“ machten sich die begeisterten Wanderer auf den Rückweg zum Ausgangspunkt Gärtenroth.