PRÜGEL

Schrauben, Nageln und Malen für Naturschutz

Sichtlich Spaß hatten die Kinder bei der Malaktion am Ziegenunterstand im Prügeler Steinbruch. Foto: red

Im Rahmen des Jugendferienprogramms betätigten sich elf Grundschulkinder bei praktischen Naturschutzarbeiten in der alten Sandsteingrube bei Prügel.

Zunächst bauten sie einen Haufen aus Altholz und Steinen als Unterschlupf für die Zauneidechse. Unter der Anleitung von Gerhard Kunze aus Altenkunstadt machten sie sich anschließend an die Reparatur der künstlichen Uferschwalbenwand. Dazu mussten die vorgefertigten Niströhren zusammengeschraubt werden. Auch eine Infotafel wurde installiert, die über den Zweck der Einrichtung informiert, damit die Wand nicht wieder zerstört wird, wie vor drei Jahren mutwillig geschehen.

Ein weiterer Arbeitsplatz war der im Bau befindliche Ziegenunterstand. Hier halfen zunächst drei kräftige Jungen dem Leiter des BayernNetzNatur-Projekts „Weidelandschaft Obermain“, Gerhard Hübner, Bretter als Seitenwände anzunageln.

Einen Ziegenunterstand gebaut

Anschließend machten sich sechs junge Damen daran, diese mit dunkler Farbe anzumalen, wobei sich sichtlich Spaß hatten. Dazu gehörte natürlich auch, sich auf den Innenseiten, die nicht gestrichen werden, mit seinem Namen zu verewigen.

Der Unterstand wird auf einem Grundstück des Landkreises Lichtenfels gebaut, weil in die Grube noch heuer erstmalig eine Ziegenherde einziehen soll, um die im Gelände aufkommenden Gehölze abzufressen. Denn die vierbeinigen Landschaftspfleger sind witterungsempfindlich und brauchen einen Schattenplatz und Regenschutz.

Die Einrichtung zu einem Beweidungsgebiet, zu der auch ein bereits fertiggestellter Festzaunabschnitt an der Steilwandoberkante gehört, wurde durch die nachträgliche Aufnahme der Grube in die Projektgebietskulisse möglich. Der Materialaufwand kann so über den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert werden.

Die Beweidung soll bislang erforderliche händischen Entbuschungsmaßnahmen durch den Landschaftspflegeverband, der auch Träger des Beweidungsprojekts ist, reduzieren und bestenfalls komplett ersetzen.

Wenn der Käfer beißt

Warum die Grube offen und frei von Gehölzen bleiben muss, haben die Kinder auch „hautnah“ durch einen typischen Bewohner dieses Lebensraums gelernt. Gerhard Hübner gelang es, einen der flinken Sandlaufkäfer zu fangen. Der Käfer biss dem Projektleiter mit seinen kräftigen Greifzangen in den Finger.