ALTENKUNSTADT

Wasserspiele am Ufer der Weismain

So könnte einmal die neue Hauptstelle der Raiffeisenbank Obermain Nord mit Raiffeisenplatz aussehen. Die Gemeinde beteiligt sich mit 40 Prozent am städtebaulichen Mehraufwand von 833 952 Euro. Ob auch der öffentliche Bereich vor der Bank so realisiert wird, steht noch in den Ster... Foto: Grafik: Ingenieurbüro Irmler

Der Grundstein für Altenkunstadts zweiten Marktplatz, den Raiffeisenplatz, ist gelegt: Die Gemeinde wird sich am städtebaulichen Mehraufwand von 833 952 Euro, der im Zuge der Erweiterung der Hauptstelle Altenkunstadt entsteht, zu 40 Prozent beteiligen. Ein entsprechender Beschluss wurde vom Gremium einstimmig gefasst. Die restlichen 60 Prozent stammen aus Mitteln der Städtebauförderung.

Herzstück der städtebaulichen Aufwertung des Areals zwischen der Gastwirtschaft „Zum Preußla“, der Eisdiele, der Pizzeria und dem Kreditinstitut soll der Raiffeisenplatz werden. Besucher, die in einer verkehrsberuhigten Zone über den Platz mit seinen Wasserspielen flanieren und am Ufer der Weismain ihr Eis genießen – so könnte es hier einmal in ein paar Jahren zugehen. „Das ist ein wichtiges Leuchtturmprojekt für Altenkunstadt“, sprach Thorsten Schmidtke von den Jungen Bürgern (JB) allen aus der Seele.

In der Frage der Parkplätze offenbarten sich jedoch Gegensätze: Für Schmidtke hat die Verkehrsberuhigung oberste Priorität – zumal in der Rechtsanwalt-Krauß-Straße, beginnend bei der Eisdiele, zukünftig ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern gelten soll. Ein entsprechender Antrag an den Landkreis, der für die Kreisstraße zuständig ist, wurde bereits gestellt.

„Das ist ein wichtiges Leuchtturmprojekt für Altenkunstadt“
Thorsten Schmidtke, JB-Gemeinderat

Melita Braun von der CSU hingegen liegt der Erhalt der 15 Parkplätze in der Gerbergasse, die mit dem Bau des Platzes verschwinden würden am Herzen. In dieselbe Kerbe schlug ihre Fraktionskollegin Gabriele Göring, die meinte: „Ohne die Parkplätze werden ,Preußla‘, Eisdiele und Pizzeria Einbußen erleiden.“ „Ein Platz, der von einer Durchfahrt mit Parkplätzen zerschnitten wird, wird nicht belebt sein“, konterte Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO).

Walter Limmer und sein Sohn Michael von der Jungen Wähler Union (JWU) machten darauf aufmerksam, dass das Konzept von Architekt und Diplom-Ingenieur Markus Irmler insgesamt 80 Parkplätze aufweise. Diese sollen hinter den zwei Bankgebäuden entstehen und am Abend sowie am Wochenende von allen Bürgern benutzt werden können. „Wir haben dann über 40 Parkplätze mehr“, betonte Walter Limmer.

Unmut im Gemeinderat

Er beschwerte sich allerdings auch bei Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) darüber, dass das Thema erst nach neun Monaten auf der Tagesordnung steht. Bereits im September vergangenen Jahres hatten Bank und Gemeinde das Konzept bei der Regierung von Oberfranken vorgestellt. „Ein Unding“, schimpfte Walter Limmer. „Unerträglich“, wetterte Ludwig Winkler, während Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) polterte: „Wir zerlegen ein Projekt, das ein Aushängeschild für Altenkunstadt ist.“ Seiner Ansicht nach sollte das Vorhaben zügig in einem Schritt ausgeführt werden und nicht in verschiedenen Bauabschnitten.

Hümmer erwiderte, dass jetzt der günstige Zeitpunkt gewesen sei, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Zudem hätten die aktuellen Zahlen erst in den vergangenen Tagen vorgelegen. Der Bürgermeister erklärte, dass man in einem nächsten Schritt den vorderen Bereich des zukünftigen Raiffeisenplatzes angehen werde, der sich auf öffentlichem Grund befindet. „Bei einer Verlegung von 240 Quadratmetern Naturstein, 220 Quadratmetern Asphalt, einem Wasserspiel, Ruhebänken sowie Strom und Wasseranschlüssen kommen wir für diesen Bereich auf 160 000 Euro“, rechnete Irmler vor. Sollten die Parkplätze bestehen bleiben, wären Wasserspiel und Bänke hinfällig. Die Kosten würden sich dann um 70 000 Euro reduzieren.

Bis eine konkrete Lösung gefunden wird, bleibt zunächst in punkto Verkehrsführung – das Konzept sieht eine Lenkung des Verkehrs um den Platz herum vor – und beim Parken alles beim Alten. In neuem Glanz hingegen erstrahlen die Bankgebäude. 16 Steingussreliefs mit künstlerischen Motiven und ein gläserner Übergang zwischen dem Altbau und dem neuen Gebäude machen sie zu einem Hingucker für Alt und Jung. Auch der Fußweg, der durch das Bankareal führt, sowie zwei Wasserspiele vor dem Kreditinstitut zählen laut Irmler zum städtebaulichen Mehraufwand.