WEISMAIN

Kanalsanierung: Weg frei für den Bau der Umgehung

Neu verrohrt wurde der Weiherwiesenbach auf der Trasse der künftigen Weismainer Ortsumgehung. Der Bauausschuss informierte sich über den Fortschritt der Arbeiten. Foto: Gerhard Herrmann

Der Weg für den Bau der Weismainer Ortsumfahrung im Bereich von Hutzelbrunnen und Giechkröttendorfer Straße ist frei. Die Kanal- und Leitungsarbeiten im Bereich der künftigen Trasse sind abgeschlossen. Das teilte Erich Hahn vom Ingenieurbüro IBP bei einem Ortstermin des Bauausschusses am Montagabend mit. Rund 500 000 Euro der geschätzten Bausumme von 2,2 Millionen Euro sind verbaut.

In den nächsten Wochen will das Staatliche Bauamt Bamberg mit der Errichtung der Fahrbahn der Umgehungsstraße beginnen. Im Laufe des Jahres soll die Fahrbahn bis zum Nordkreisel errichtet werden. Parallel dazu ist die weitere Sanierung der Kanäle und Versorgungsleitungen in den beiden Ortsstraßen durch die Stadt bis Ende des Jahres geplant. Die Erneuerung der Fahrbahn soll 2019 erfolgen.

„Die Stadt appelliert an die Gastronomie, ihre Gäste auf die Parkplätze im Kastenhof und im Bauhof zu verweisen.“
Udo Dauer, Bürgermeister

„Ziel eins ist erreicht“, stellte Bürgermeister Udo Dauer fest. Trotz der Schwierigkeiten aufgrund der räumlichen Enge und zahlreicher Leitungen, die unmittelbar neben und übereinander verlaufen, habe die Baufirma Dietz die Arbeiten wie geplant bewältigt. So wurden dort, wo die Umgehung queren soll, im Hutzelbrunnen der Abwasser- und der Regenwasserkanal sowie in der Giechkröttendorfer Straße der Regenwasserkanal und die Wasserleitung erneuert, erklärte Erich Hahn. Nur Stromkabel muss die Firma Bayernwerk noch verlegen. Der Ablauf des Weiherwiesenbachs wurde zwischen den beiden Straßen mit zwei jeweils einem Meter dicken Rohren (vorher ein Rohr mit 40 Zentimeter Durchmesser) deutlich verbessert. Ein Einlaufschacht und ein Überleitungsbauwerk sowie der Kanal bis zur Weismain müssen noch errichtet werden.

Neuregelung der Umleitung

Für Diskussionen sorgte die Verkehrsführung, zumal die bisher eingerichteten Umleitungen im Zuge des Baus der Ortsumfahrung neu geregelt werden müssen. Hinzu kommen private Bauarbeiten in der Sandleite. Angestrebt werden solle daher, dass die Ortsumfahrung, sobald die Fahrbahn geteert ist, vom Hutzelbrunnen aus bis zum Kreisel im Süden Weismains freigegeben wird, waren sich die Räte einig. Vor Alternativen zum geplanten Ausbau des Hutzelbrunnens und der Sanierung der Bachmauer, die Gabi Huber (GUB) und Jasmin Schardt (Bündnis 90/Grüne) ins Spiel brachten, warnte Bürgermeister Dauer. Förderfähig sei nur ein verkehrsgerechter Ausbau der Straße. Erwartet werden Zuschüsse von 80 bis 90 Prozent.

Neben einer Seniorenresidenz will der Pflegedienst Fischer an der Sandleite eine Einrichtung zur Tagespflege betreiben. Einstimmig billigte der Bauausschuss den einstöckigen Neubau neben der ehemaligen Gastwirtschaft „Tor zur Fränkischen Schweiz“. Da es vor der geplanten Seniorenresidenz liege, mildere es deren Fernwirkung, führte die Fischer Verpachtungs GBR an. Vorgesehen sind je ein Gruppenraum im Erdgeschoss und Obergeschoss sowie Ruhe- und Funktionsräume. Keine Einwände gab's auch gegen eine Erweiterung des benachbarten Gasthauses um fünf Meter nach Süden durch die Fischer Verpachtungs GBR. Vorgesehen ist im Wesentliche eine Erweiterung des Küchentrakts, um das Gasthaus zur Verpflegung der betreuten Senioren zu nutzen.

Den Bau einer Güllegrube als Voraussetzung zur Erweiterung des landwirtschaftlichen Betriebs der Firma Herbert Besslein aus Weiden genehmigten die Räte einstimmig.

Häufig werden die Kurzzeitparkplätze am Marktplatz (maximal zwei Stunden) von Dauerparkern belegt. Das ist nicht nur für Geschäftsleute und Kunden in der Altstadt ärgerlich, sondern führt auch zu Verkehrsbehinderungen, wenn etwa die Dreiecksfläche neben der Grünfläche von großen Autos belegt wird, deren Heck dann in die Fahrbahn ragt, wie Gabi Huber kritisierte. „Die Stadt appelliert an die Gastronomie, ihre Gäste auf die Parkplätze im Kastenhof und im Bauhof zu verweisen“, sagte Bürgermeister Udo Dauer. Außerdem will er die Polizei um häufigere Kontrollen bitten.

Ein Appell, das Tempolimit von 30 Kilometern einzuhalten, galt außerdem den Autofahrern in der Abt-Wolf-Straße. Auf die Feststellung von Georg Schütz (SPD), dass dort auch Lastwagen und Busse zu schnell fahren würden, warnte der Bürgermeister allerdings vor übertriebenen Erwartungen an Kontrollen: „Als die Polizei das vorige Mal gemessen hat, sind vor allem Anlieger erwischt worden.“

Von Dauerparkern blockiert sind viele Stellplätze am Weismainer Marktplatz. Die Stadt appelliert, die Parkdauer von maximal zwei Stunden einzuhalten. Foto: Gerhard Herrmann