BURGKUNSTADT

Heavy-Metal-Klub in ehemaliger Disco "Queens"

Unter dem Namen „Lost Souls“ soll die leer stehende Diskothek „Queens“ im Burgkunstadter Gewerbegebiet „In der Au“ zum Treffpunkt für Freunde von Heay Metal und Rockmusik werden. Foto: Gerhard Herrmann

Ein gehörnter Schädel mit bluttriefenden Reißzähnen grinst von dem Plakat vor der ehemaligen Diskothek „Queens“ im Burgkunstadter Gewerbegebiet. Darunter prangt in stilisierten Runen der Name „Lost Souls“. Einen Treffpunkt für Freunde der Heavy-Metal- und Rockmusik will Mark Eck in der seit Jahren leer stehenden Tanzhalle In der Au einrichten. Die lieben bekanntlich nicht nur harte, raue Klänge, sondern auch martialische Bilder und Kostüme. Eine sechsstellige Summe wollen die zur Weismainer Dechant-Gruppe gehörende Objektverwaltung fränkisches Tor und der Eventmanager Mark Eck in den Klub investieren.

„Ich freue mich, das es uns geglückt ist, jemanden zu finden, der bereit ist, etwas in der Region zu schaffen, was den Freizeitwert für Jung und Alt erhöht.“
Thomas Dechant, Dechant Baumanagement GmbH

„Audiogun“, „Crossplane“, „Delirium“ und „Dubiosus“ heißen die Bands, mit der der neue Klub eröffnen will. An diesem Wochenende, 8. und 9. Juni, soll es soweit sein. Ein „Pre-Opening“ als Jubiläumsparty des Heavy-Metal-Clubs „HMC Pythons“ kündigt Eck an, der sich maßgeblich um den Club kümmert, seit 30 Jahren an wechselnden Orten Konzerten für die Freunde härterer Rhythmen organisiert. In die alte Heimat zieht das Projekt den gebürtigen Lichtenfelser, der inzwischen in Fürth lebt, zurück. Lange hat er in Altenkunstadt gewohnt, wo 1988 der Heavy-Metal-Club gegründet wurde. Hauptberuflich betreibt der 43-Jährige unter dem Namen 3eck GmbH eine Firma für Kunststoffspritzguss, Werkzeugbau und Montage mit Sitz in Michelau.

Konzerte, Kneipe und Tattoomesse

„Es gibt kaum noch Klubs für Heay-Metal-Fans, außer in Trockau und Gunzendorf und die Lage in Burgkunstadt ist ideal“, beschreibt Eck die Wahl des Standorts. Durch Zufall sei er auf die ehemalige Diskothek der Familie Heinkelmann, die nach mehrfachen Umbenennungen (Mega-Inn, Q-Six, Queens) vor einigen Jahren geschlossen wurde, aufmerksam geworden. Geplant seien Konzerte und Events von Heavy-Metal- und Hardrock-Bands in unregelmäßigen Abständen, jedoch kein ständiger Klub-Betrieb. Wenn das Konzept gut ankomme, könnte das „Lost Souls“ in Zwei-Wochen-Rhythmus oder gar wöchentlich öffnen und auch Veranstaltungen wie eine Tattoo-Messe ausrichten. Neben der bis zu 1000 Besucher fassenden Eventhalle für die Bandauftritte will er einen Kneipenbetrieb und einen Biergarten einrichten. Bisher seien neben dem Eröffnungswochenende ein Auftritt der Band „Fuck“ am 29. September sowie Weihnachts- und Neujahrsveranstaltungen geplant.

Die Voraussetzungen dafür schafft die Objektverwaltung fränkisches Tor zurzeit mit Umbauten im Innenbereich. Neben der Errichtung einer Bühne für Bands soll die Tanzfläche vergrößert werden, wie Geschäftsführer Thomas Dechant (Dechant Baumanagement) auf Anfrage erklärte. Auch der Brandschutz sei den neuen Gegebenheiten angepasst worden. Nach Schaffung der technischen Voraussetzung für die Auftaktveranstaltung seien weitere Verbesserungen für den Dauerbetrieb geplant. Ein Bauantrag sei nicht erforderlich, da es sich um die gleiche Nutzung wie die Diskothek handele, teilte Hilmar Fuß vom Bauamt Burgkunstadt mit. Allerdings muss das Brandschutzkonzept auf den neuesten Stand gebracht werden.

Rund 100 000 Euro investiere die Objektverwaltung für die Verbesserungen. „Ich freue mich, das es uns geglückt ist jemanden zu finden, der bereit ist in dieser Größenordnung zu investieren und auch etwas in der Region zu schaffen, was den Freizeitwert für Jung und Alt erhöht“, betont Thomas Dechant. Letztendlich habe das Unternehmen die Diskothek „nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen gekauft, sondern zum Erhalt einer Freizeitmöglichkeit in unserer Region“.