BAIERSDORF

Kraft für neue Lebensfreude

Simone Hollweg und Simone Seidel dankten Pater Christoph Kreitmeir am Ende seines Vortrags. Foto: Dieter Radziej

„Dankbarkeit kann gleichsam ein Schlüssel zur Wertschätzung des Lebens sein und zu einer inneren Zufriedenheit führen“.

Das sagte Klinikseelsorger Christoph Kreitmeir anlässlich eines Vortragsabends beim Obst- und Gartenbauverein Baiersdorf im Hotel „Fränkischer Hof“.

Schon bei der Anfahrt von seiner neuen Wirkungsstätte im Klinikum Ingolstadt, nicht weit von seinem Geburtstort Eichstätt entfernt, sei Pater Christoph Kreitmeir beim Blick auf die Basilika Vierzehnheiligen das Herz aufgegangen. Immerhin war er fast zwölf Jahre hier „zu Hause“.

Zweite Vorsitzende Simone Hollweg freute sich sehr, ihn als Referenten begrüßen zu dürfen.

„Wer wegkommt von dem Einklagen von Ansprüchen, dessen Leben kann sehr bald eine andere Grundstimmung, Grundfarbe und Grundmelodie bekommen.“
Christoph Kreitmeier, Klinikseelsorger

Jeder könne zwar die Koordinaten seines Lebens selbst bestimmen, so Christoph Kreitmeir, jedoch würden viele bald erkennen, dass sie glücklicher und gelassener leben könnten, wenn sie Dankbarkeit und Zufriedenheit lernten.

Dankbarkeit stelle aber auch eine innere Lebenshaltung dar, die zur Einsicht führe, dass in einer Zeit des Anspruchsdenkens eben nicht alles eine Selbstverständlichkeit sei und junge Menschen ebenfalls in ihrem Leben einmal zu den Erfahrungen gelangen würden, dass man eben nicht alles und möglichst sofort haben könne.

Dankbarkeit sei auch eine Frage der Perspektive, denn ein dankbarer Mensch sehe viele Dinge anders. Vielleicht werde damit deutlich, dass durch Zerstreutheit, Handys, Mehrfachbeschäftigung das Leben einem manchmal durch die Finger zu rinnen beginne. Unzufriedenheit, Unkonzentriertheit, Gedankenlosigkeit und ewiges Jammern nähmen immer mehr zu.

Wer sich die Zeit nehme und einmal darüber nachdenke, ob es wirklich keine anderen Gründe gebe, um im Leben dankbar zu sein, der entschließe sich vielleicht sogar zu einem Umdenken und Neudenken. „Wer wegkommt von dem Einklagen von Ansprüchen, dessen Leben kann sehr bald eine andere Grundstimmung, Grundfarbe und Grundmelodie bekommen“, so Kreitmeier.

Der dankbare Mensch denke mit dem Herzen, nehme täglich wahr, was ihm geschenkt werde. Pater Kreitmeir: „Dankbarkeit ist gleichsam ein Glücksbringer und der Schlüssel zu einem erfüllten Leben“. Das hätten sogar Neurologen nachweisen können, denn bei dankbaren Menschen würden Endorphine, sogenannte Glückshormone, freigesetzt.

Der Klinikseelsorger empfahl, das Leben immer mit einem frischen Blick auf das Altvertraute zu betrachten und das Leben wertzuschätzen. „Danken kommt vom Denken, dem Umdenken und dem Neudenken, und das wird uns guttun.“

Undankbare Menschen seien negativ eingestellt, destruktiv und unangenehm. Niemand wolle mit ihnen etwas zu tun haben. Sie vereinsamten, würden immer unzufriedener, unglücklicher und noch undankbarer.

Dankbare Menschen hingegen seien zufrieden, sie pflegten Beziehungen und schöpften aus diesem Geben und Nehmen Kraft für ihre Lebensfreude. Sie stellten gleichsam dem „Teufelskreis der Undankbarkeit“ einen „Engelskreis“ entgegen, bewiesen Mut und Gottvertrauen und verdeutlichten, je dankbarer ein Mensch sei, desto mehr Positives ziehe er in seinem Leben an.

Sehr interessant und bewegend waren im Anschluss an den Vortrag die Erfahrungen von Jessica Seitz, die aus ihrem eigenen Leben berichtete, das vor fünf Jahren am seidenen Faden hing.

Als kleines Dankeschön erhielten sie und Pater Kreitmeir ein Geschenk von der Zweiten Vorsitzenden Simone Hollweg und der Wirtin Simone Seidel überreicht, wobei sich der Klinikseelsorger ganz besonders über die „Baiersdorfer Pfiffer“ freute.