BURGKUNSTADT

Schulberg ohne Lehrschwimmbecken

Entdeckung: Ein Stück der Wehrmauer der Burgkunstadter Burg wurde bei den Bauarbeiten am Burgweg freigelegt. Es soll restauriert und wirkungsvoll beleuchtet werden. Links im Bild der Aufgang zur Vogtei und Regens Wagner. FOTO: Gerhard Herrmann Foto: Gerhard Herrmann

Mit der Vorstellung, dass ein Lehrschwimmbecken für den nordöstlichen Landkreis in Altenkunstadt gebaut wird, können sich auch die Stadträte in Burgkunstadt anfreunden. Das Bad solle im Ideenwettbewerb für den Schulberg nicht berücksichtigt werden, beschlossen sie in der Sitzung am Dienstagabend. Gleichzeitig betonten Sprecher aller Fraktionen die Notwendigkeit, eine Schwimmgelegenheit in der Region zu schaffen.

„Wir brauchen ein

Lehrschwimmbecken in der Region, und wenn es

Altenkunstadt nicht baut, sollten wir es hier machen.“

Günther Knorr, Stadtrat (CSU)

Die Preisrichter hätten festgestellt, dass der Ideenwettbewerb nicht alternativ mit und ohne Lehrschwimmbecken ausgeschrieben werden kann, weil dadurch die Ergebnisse nicht vergleichbar wären, erläuterte Marek Stadthaus vom Architekturbüro Schirmer in Würzburg. „Man kann es nicht offen lassen, da ein so großer Baukörper sich stark auswirken und den Wettbewerb verzerren würde“, betonte er. „Wir brauchen ein Lehrschwimmbecken in der Region, und wenn es Altenkunstadt nicht baut, sollten wir es hier machen“, betonte Günther Knorr (CSU).

Der Standort in Altenkunstadt sei wegen der Mittelschüler sogar günstiger und die Verkehrsanbindung kein Problem, meinte Wolfgang Sievert (SPD). Burgkunstadt könne sich angesichts des Defizits im Freibad keinen weiteren Zuschussbetrieb leisten, erklärte Ulf Müller (FW). Einen Grundsatzbeschluss zum Standort des Bads solle in einer der nächsten Sitzungen gefasst werden, kündigte Bürgermeisterin Christine Frieß auf Anfrage von Thomas Müller (Bürgerverein).

Der Ideenwettbewerb soll am 13. November ausgelobt werden und nach der Entscheidung die Preise am 1. Februar 2018 verliehen und die Entwürfe mit einer öffentlichen Ausstellung präsentiert werden, erklärte Marek Stadthaus. Der Wettbewerb umfasst das Gelände der Schulen und der Stadthalle an der Jahnstraße. Während die Grundschule erhalten bleiben soll, werden neue Lösungen für den Altbau der Mittelschule, die Stadthalle und die Freiflächen gesucht. Der Mittelschul-Neubau solle abgerissen werden.

Ein Stück der Wehrmauer der ehemaligen Burg haben Arbeiter bei der Sanierung des Burgwegs entdeckt. Die rund zehn Quadratmeter große Wand neben dem Treppenabgang von der Vogtei stammt aus dem 12. bis 13. Jahrhundert und ist an Innen- und Außenseite aus Sandsteinquadern gemauert, während der Zwischenraum mit Bruchsteinen verfüllt wurde, erläuterte Bauamtsleiter Markus Pülz. Auch ein mittelalterlicher Spielwürfel aus Knochen wurde dort gefunden. Einig waren sich die Stadträte, die historische Burgmauer in das Sanierungskonzept zu integrieren. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich auf rund 6000 Euro, da zwar die Stützmauer um das Grundstück der Alten Vogtei neu unterfangen werden muss, aber dafür eine geplante Stützmauer nicht mehr benötigt wird. Auf Anregung von Benedikt Vonbrunn (CSU) soll das Relikt Stadtgeschichte durch geeignet Beleuchtung hervorgehoben werden. Verzichtet wird dagegen auf die Sanierung einer Stützwand am Anwesen Willascheck, weil die Kosten mit mindesten 65 000 Euro relativ hoch wären und die Bauarbeiten verzögert hätten, wie die Räte in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. Die Arbeiten am Burgweg werden wegen je nach Witterung noch bis Ende April dauern, wie Pülz erläuterte.

Wlan im Freibad

Um das Freibad Kunomare attraktiver zu machen, werden die Badegäste dort künftig mit zwei Wlan-Hotspots im Internet surfen können, wie die Räte bei drei Gegenstimmen (Thomas Müller, Michael Doppel, Franziska Ramming) beschlossen. Die Einrichtung der beiden Access-Points wird (Kostenvoranschlag OFM: 2130 Euro) wird durch einen Zuschuss des Freistaats (Bayern Wlan) gedeckt, die Stadt müsste monatliche Kosten von rund 80,79 Euro tragen. In längerer Diskussion war kritisiert worden, dass das benachbarte Schulgelände ebenfalls mit Wlan bestrahlt werde und der Bahnhof als Standort geeigneter gewesen wäre, da es dort täglich genutzt werde, statt nur vier Monate im Jahr.

Abgelehnt hat der Stadtrat mit zehn zu neun Stimmen die Aufhebung des Waschverbots für Waschanlagen an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 18 Uhr, nachdem der Stadtrat dies in der vorigen Sitzung bereits befürwortet hatte. Während vor allem Thomas Müller (Bürgerverein) sich gegen „vermeidbare Sonntagsarbeit“ aussprach, sahen die Befürworter den wirtschaftlichen Nutzen.

Aus dem Stadtrat: 14 Wohnungen in ehemaliger Mainrother Schule

In der ehemaligen Schule in Mainroth sollen 14 Wohnungen entstehen. Der Bauausschuss hat den Umbau durch einen Privatmann genehmigt, nachdem die Stadt das Gebäude verkauft hat. Mit Leben gefüllt werden soll auch das denkmalgeschützte Haus in der Kulmbacher Straße 32. Genehmigt wurde der Umbau mit Büros im Erdgeschoss und einer Wohnung in Ober- und Dachgeschoss.

Jeweils 2275 Euro aus dem Spendentopf der Sparkasse Coburg-Lichtenfels erhalten der evangelische Kindergarten für die Anschaffung des Dokumentationssystems Stepfolio (Kosten: 6000 Euro) und der katholische Kindergarten für ein Sonnensegel für die Spielfläche des Horts (Kosten: 3315 Euro). Bereits 3750 Euro der Spendensumme von insgesamt 8300 Euro waren bereits für die Laser- und Lichtshow zum Altstadtfest vergeben worden.

Die Jahresrechnung 2016 wurde mit den Handlungsempfehlungen, die Verwaltung solle dem Stadtrat künftig Kostenaufstellungen über nicht beendete Bauvorhaben vorlegen, und bei Sitzungsvorlagen mitteilen, ob die Vorhaben den Haushalt belasten, genehmigt.

Für Ärger sorgten Falschparker beim jüngsten Flohmarkt, wie Michael Doppel (FW) monierte. Auf seine Kritik an der Verkehrsüberwachung teilte Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel mit, dass deren Schichten umgestellt würden. Die Polizei habe 15 Strafzettel verteilt, ergänzte Dritter Bürgermeister Manfred Hofmann.

Kritik an der Ampelschaltung auf der Bundesstraße 289, die nach Zufallsprinzip erfolge, so dass es zu Rückstaus komme, übte Alexander Hanna (Bürgerverein).

Resolutionen des Stadtrats zur Barrierefreiheit des Bahnhofs und zur Elektrifizierung der Bahnstrecke von Hochstadt nach Hof, regte Thomas Müller (Bürgerverein) an.

Im Zuge der Arbeiten am Marktplatz werden fünf Stromanschluss-Säulen installiert, teilte Sven Dietel auf Anfrage von Wolfgang Sievert (SPD) mit.

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