BURGKUNSTADT

Lichtshow beim Altstadtfest

Wenn eine Institution wie die Sparkasse Coburg-Lichtenfels Geld verteilt, ist dies eigentlich eine erfreuliche Initiative. Doch die alljährlich aus dem Spendentopf der Sparkasse zur Förderung nicht kommunaler Aufgaben und Projekte zur Verfügung gestellten 8300 Euro sorgten für eine Grundsatzdebatte am Dienstagabend im Stadtrat. Einigkeit erzielten die Räte darüber, der Feuerwehr für eine Lichtshow zum Altstadtfest 3750 Euro zur Verfügung zu stellen.

„Das Altstadtfest

ist eine Feier für die Bürger, dafür können wir schon mal ein paar Euro ausgeben.“

Ingrid Kohles, Stadträtin (FW)

Bei einem Bierpreis von 2,80 Euro sei es nicht möglich, kostendeckend zu arbeiten und für die Vereine noch Einnahmen zu erwirtschaften, meinte Wolfgang Sievert (SPD). „Wenn wir so weitermachen, ist das Altstadtfest in drei Jahren tot“, warnte er. „Das Altstadtfest ist eine Feier für die Bürger, dafür können wir schon mal ein paar Euro ausgeben“, appellierte Ingrid Kohles. Das Gebot der Kostendeckung sollte nicht überbewertet werden. „Wir können uns auch zu Tode sparen“, warnte Uli Koch (SPD). Gleichzeitig forderte sie, auch den katholischen Kindergarten bei der Verteilung der Spenden zu bedenken. Nachdem Günter Knorr außerdem den evangelischen Kindergarten und den Turnverein ins Spiel brachte, wies Kämmerin Heike Eber darauf hin, dass aus diesen Spenden nur Einrichtungen für die Allgemeinheit, aber nicht unbedingt Vereine gefördert werden sollten. Interessierte wie die Kindergärten könnten bis Ende des Jahres Anträge auf Zuschüsse einreichen.

Hilfe für ältere Menschen und die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements sind die Ziele der Seniorengemeinschaft für den Landkreis Lichtenfels. Nachdem zahlreiche Kommunen im Landkreis Lichtenfels dem Verein als Institutionen beigetreten sind, wird auch Burgkunstadt die Seniorengemeinschaft unterstützen (Jahresbeitrag 50 Euro, Einzelpersonen 45 Euro).

Den Beitritt hatte der Stadtrat mehrmals vertagt, um abzuwarten, wie sich die Seniorengemeinschaft entwickelt. In den vergangenen Monaten seien keine Aktivitäten zu beobachten gewesen. Außerdem habe die Stadt ihre Vereinsmitgliedschaften deutlich reduziert.

„Da es das Ziel des Vereins ist, dass die Mitglieder sich gegenseitig unterstützen, werden wir davon wenig mitbekommen“, gab Ingrid Kohles (FW) zu bedenken. Daher solle die Stadt durch ihren Beitritt ein positives Beispiel geben. Seit Februar seien 18 Burgkunstadter beigetreten. „Wir sollten dem Angebot eine Chance geben“, meinte auch Günter Knorr (CSU).

Die Stadt wird den provisorischen Treppenturm, der als zweiter Rettungsweg an der Grundschule installiert wurde, für 13 404 Euro kaufen. Hintergrund ist, dass der Treppenturm noch länger benötigt wird, weil die ursprünglichen Planungen für die Grundschule wegen des städtebaulichen Ideenwettbewerbs hinfällig sind, wie Bürgermeisterin Christine Frieß erläuterte. Angesichts von jährlichen Mietkosten von 7680 Euro würde sich der Kaufpreis in zwei Jahren amortisieren. Das Gerüst könnte außerdem später im Bauhof verwendet werden.

Kraftwerk soll bei Burgkunstadt bleiben

Abgelehnt hat der Stadtrat einem von Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung angeregten Geländetausch mit Altenkunstadt, als dessen Folge das Krafthaus am Mainwehr der Nachbargemeinde zugeschlagen worden wäre. Dies wäre sinnvoll, da das Turbinenhaus nur von Altenkunstadt aus erreichbar sei und weitere Grundstücke des Eigentümers dadurch verschmolzen würden. Wegen des Verlusts möglicher Gewerbesteuerzahlungen sprachen sich die Räte einstimmig dagegen aus.

Sanierung des Rad- und Feldwegs an der Bundesstraße 289

Der Feld- und Waldweg zwischen Neuses und Marktzeuln, über den der Radverkehr parallel zur Bundesstraße 289 geführt wird, ist marode. Burgkunstadt wird sich an der Sanierung des 310 Meter langen Teilstücks mit 13 175 Euro beteiligen. Die Arbeiten wurden an die Firma Strabag aus Kasendorf (36 718 Euro) vergeben.

Eine Formsache war die nachträgliche Entlastung für die Jahresrechnungen von 2011 und 2012, die der Rechnungsprüfungsausschuss zwar geprüft, aber keinen Abschlussbericht vorgelegt hatte, wie Bürgermeisterin Christine Frieß erläuterte.

Für Diskussionen sorgte im Bauausschuss der Antrag auf Aufstellung von zwei Fertiggaragen mit Carport sowie einer Reklametafel und acht Parkplätzen auf dem Grundstück In der Au 13, weil die Baugrenze zur Erschließungsstraße überbaut wurde. Thomas Müller (Bürgerverein) forderte, auf dem vorgesehenen zehn Meter breiten Grünstreifen zu bestehen. Schließlich genehmigten die Räte den Antrag unter der Bedingung, dass ein mindestens drei Meter breiter Grünstreifen zur Straße hin angelegt wird. Die Werbetafel wurde nicht genehmigt, da Plakattafeln nur dort zulässig sind, wo die Firmen ihren Sitz haben.

Genehmigt wurde eine Betriebserweiterung der Firma OFM in der Kulmbacher Straße 72. Vorgesehen sind der Anbau einer offenen Halle, ein Elektrolager, eine Werkstatt und Überdachungen.

Das Einvernehmen erhielt auch der Sagasser-Getränkemarkt für die Errichtung einer Überdachung für Leergut (In der Au 33).

Die Verbuschung des Gärtenrother Dorfweihers ist seit Jahren ein Ärgernis.

Den romantischen Anblick stört eine in jüngster Zeit durch Samenflug gewachsene Schilfart mit besonders breiten Blättern, die auch durch den Frost nicht geknickt wurden, wie Ortssprecher Edwin Bauersachs mitteilte. Auf seine Bitte um eine gemeinsame Lösung, stellte Bürgermeisterin Frieß einen Ortstermin mit Bernd Flieger von der Unteren Naturschutzbehörde in Aussicht.