Leser-Forum: Oberflächliche Diskussion über schwerwiegende Entscheidungen

Zum Bericht „Schulberg und Lehrschwimmbecken im Fokus“:

„Der Vorstand der DLRG Burgkunstadt erlaubt sich zum Bericht aus der öffentlichen Fraktionssitzung der Freien Wähler Burgkunstadt folgende Anmerkungen:

1. Stadträtin Kohles geht davon aus, dass ein Lehrschwimmbecken ein jährliches Defizit von 250 000 bis 260 000 Euro aufweisen wird. Dies ist schlichtweg falsch. Die Stadtverwaltung unter dem damaligen FW-Bürgermeister Petterich hat in einer Aufstellung vom 5. August 2013 der DLRG mitgeteilt, dass ein Defizit von jährlich 24 000 Euro zu erwarten ist. Dieses ist zudem auf die drei Kommunen aufzuteilen, somit etwa 8000 bis 10 000 Euro für Burgkunstadt. Um nach der Nutzungszeit ein neues Lehrschwimmbecken bauen zu können, wurden von der Stadt sogar Rücklagen von 98 000 Euro jährlich angesetzt.

2. Stadtrat Michael Doppel zieht das Hallenbad Michelau als Vergleich für ein zukünftiges Lehrschwimmbecken am Obermain heran. Er vergleicht also unseres Erachtens Äpfel mit Birnen! Ihm ist anscheinend nicht bekannt, dass dort zwei Dampfbäder und der öffentliche Badebetrieb durch zwei angestellte Bademeister in die Kosten eingerechnet werden müssen. Davon war beim Lehrschwimmbecken nie die Rede! 3. Stadtrat Ulf Müller behauptet, dass in den Bädern in Michelau und Marktgraitz stets freie Kapazitäten zu buchen wären. Wenn dem so ist, schlagen wir vor, dass Herr Müller in Zukunft die Verhandlungen übernimmt, wenn die DLRG ihren nächsten Schwimmkurs für die Burgkunstadter Grundschüler in Michelau anmelden will. Er möchte dabei nur bedenken, dass die Kurse nach der Schule und den Hausaufgaben beginnen können und um 19 Uhr beendet sein sollen, damit die Kinder rechtzeitig zum Schlafen kommen. Kurse zur Schulzeit sind ja aufgrund der Entfernung aktuell nicht durchsetzbar. 4. Stadtrat Ulf Müller behauptet, dass sich die Stadt Burgkunstadt kein weiteres Defizitbad leisten kann. Aufgrund der vorgenannten Punkte dürfte er zu dieser Einschätzung nicht in der Lage sein. Zudem geht es bei einem Lehrschwimmbecken nie um ,Leisten können‘ sondern um ,Leisten wollen‘. Wir sind dem mündigen Zuhörer der FW-Versammlung dankbar, dass er diese Diskussion angeregt hat. Damit ist die Oberflächlichkeit an den Tag gebracht worden, mit der über schwerwiegende Entscheidungen für die Zukunft Burgkunstadts diskutiert wird. Wir bieten dem mündigen Zuhörer auch an, das er sich bei der DLRG über belastbare Fakten und Hintergründe informiert – kommen Sie gerne auf uns zu!

Mit Zuversicht blicken wir auf die Abstimmung in der März-Sitzung, die nach dem Engagement des Bürgervereins sicherlich öffentlich ausgetragen wird, weil dann sehr schnell sichtbar wird, wer sich wirklich mit dem Thema beschäftigt hat.

Dann wird sich zeigen, wie CSU und SPD hinter ihrem damaligen Wahlkampfversprechen stehen werden.

Wir freuen uns auch auf eine Diskussion mit den Freien Wählern, sofern sie für ihren Antrag noch Informationsaustausch wünschen.

Stellvertretend für den Vorstand der DLRG, Ortsverein Burgkunstadt, Werner Schneider, 1. Vorsitzender, Bernd Detsch, 2. Vorsitzender

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