BURGKUNSTADT

Schulberg und Lehrschwimmbecken im Fokus

Großes Interesse fand die öffentliche Fraktionssitzung der Freien Wähler Burgkunstadt im Vorfeld der Stadtratssitzung. Breiten Raum nahmen die wiederkehrenden Debatten zum Thema Schulberggestaltung ein.

„Der Schulberg ist Bestandteil des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“, erläuterte Fraktionsvorsitzender Ulf Müller auf Anfrage. Die Stadthalle ist in die Jahre gekommen, es liegen brandschutztechnische Mängel vor und die Halle ist für den Schulsport nicht mehr geeignet, hier liegen ebenfalls Mängelberichte vor. Vor dem Hintergrund dieser Problematik hat man das gesamte Schulbergareal in die Betrachtung eingezogen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie die weitere Nutzung des Schulbergareals aussehen könnte. Diese reichen von der Grundsanierung der Stadthalle, über deren Abriss mit Neubau einer Turnhalle, bis hin zum Neubau einer „Multifunktionshalle“ mit integriertem Lehrschwimmbecken und einem integrierten Hort.

Die katholische Kirchenstiftung hat Interesse am Neubau einer Kindertageseinrichtung bekundet, weil der katholische Kindergarten Platzprobleme in den bisherigen Räumen hat. Deshalb hat sich der Stadtrat nach langen Diskussionen dazu entschlossen, einen „Ideenwettbewerb Schulberg“ zu initiieren, um alle Möglichkeiten der Nutzung auszuloten. Die Kosten für einen solchen Wettbewerb schätzt die Verwaltung auf 100 000 Euro, die Förderung würde 60 Prozent betragen.

„Wozu will der Stadtrat unbedingt ein Lehrschwimmbecken errichten, obwohl die Stadt doch schon das Freibad Kunomare ihr eigen nennt und jedes Jahr kräftig draufzahlt?“, wollte ein Zuhörer wissen. Damit sprach er ein Problem an, mit dem sich die FW-Stadträte schon länger beschäftigen. „Die Defizite im Freibad können wir nicht wegdiskutieren, damit müssen wir aber leben“, gab Ingrid Kohles zu bedenken. In den vergangenen zehn Jahren habe die Stadt beim Freibad Kunomare über 2,6 Millionen Euro draufgezahlt. Das seien pro Jahr rund 260 000 Euro, die den Haushalt massiv belasten. „Warum manche Stadtratskollegen glauben, dass sich die Stadt einen weiteren Defizitbau leisten kann, ist uns schleierhaft“, meinte Kohles. Die Gemeinde Michelau habe 2016 ein Defizit von rund 250 000 Euro für ihr Lehrschwimmbecken verzeichnet, ergänzte Stadtrat Michael Doppel. „Das ist beim Lehrschwimmbecken in Marktgraitz nicht anders.“

„Wir sind einstimmig

der Meinung, dass wir uns

ein weiteres Defizitbad

nicht leisten können.“

Ulf Müller, Stadtrat (FW)

„Wir sind einstimmig der Meinung, dass wir uns ein weiteres Defizitbad nicht leisten können“, so Ulf Müller. Hinzu komme, dass die Lehrschwimmbecken in Michelau und Marktgraitz stets freie Kapazitäten hätten und daher Schulklassen oder Schwimmschulen aufnehmen könnten. „Auf die Stadt kommen in den nächsten Jahren einige dicke Brocken zu und die Kommune hat genug damit zu tun, ihre Pflichtaufgaben zu erledigen“, meinte er. Deshalb wollen die FW-Stadträte dieses ehemalige Wahlkampfthema „Bau eines Lehrschwimmbeckens“ aus der Welt schaffen und haben beschlossen, einen entsprechenden Antrag für die März-Sitzung des Stadtrats zu stellen.

Zu den Pflichtaufgaben der Stadt gehören auch Bau und Unterhalt von Straßen und da gebe es kräftig zu investieren, um die teils sehr maroden Ortsstraßen wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Deshalb werde bei der nächsten Sitzung auch der Vollausbau des Marienbader Weg ausgeschrieben, die Anwohner seien bei der Vorplanung beteiligt worden. Die Dorferneuerung für Kirchlein und die Neugestaltung des Kirchplatzes in Mainroth sollen ebenfalls positiv beschieden werden.

Kindergartengrundstück zu abschüssig

Die Aufnahme des Grundstücks und des Gebäudes des katholischen Kindergartens, wie ihn Frau Strehle von der Regierung von Oberfranken anstrebt, sehen die Freien Wähler durchaus kritisch. Das Grundstück weise zur Grundschule hin einen großen Höhenunterschied auf, so dass eine gemeinsame Nutzung nicht machbar und äußert kostenaufwändig sein würde. Deshalb werde die FW-Fraktion dieser Idee nicht folgen.

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