KIRCHLEIN

Der Komponist des „Rennsteiglieds“

Den Komponisten und Volkssänger Herbert Roth, der heuer 90 Jahre alt geworden wäre, ehrt der Sängerbund Kirchlein in die... Foto: Repro: Artur Häußinger

Der Sängerbund Kirchlein ehrt in diesem Jahr den Komponisten und Volkssänger Herbert Roth, der heuer 90 Jahre alt geworden wäre. Bekannt wurde er mit dem „Rennsteiglied“.

So probt der Sängerbund seit Februar ein Programm mit einem Reigen seiner schönsten Lieder, das bei allen Auftritten des Chors heuer präsentiert werden soll. Extra dafür hat er Chorsätze von den hervorragenden Arrangeuren Otto Bähr und Mario Götz schreiben lassen. Roths Vertrauter Karl Müller gab die Zustimmung, diese Lieder textlich so zu verändern, dass sie zu „original fränkischen" Heimatliedern werden. Das Publikum kann sich darauf freuen.

Musikverein spielt bekannte Melodien

Der Musikverein Burgkunstadt und die Stadtkapelle Kulmbach beteiligen sich ebenfalls daran, Herbert Roth zu ehren mit einem großen Medley seiner bekanntesten Melodien. Das Arrangement dazu stammt vom Blasorchester Ilmenau. Das bekannte „Rennsteiglied“ wird immer am Schluss gemeinsam mit dem Publikum gesungen.

Geboren im Dezember 1926 in Suhl, war Herbert Roths musikalisches Talent früh erkennbar und wurde auch von den Eltern, die ein Frisörgeschäft hatten, gefördert. Er durfte Klavier und Akkordeon spielen lernen und gewann mit 13 Jahren bereits einen Kompositionswettbewerb. Zusammen mit Schulfreunden, wie Waltraud Schulz und Karl Müller, machte er schon früh Musik auf Festen, Jubiläen und sonstigen Veranstaltungen. Sein erklärtes Ziel war es immer, Filmkomponist zu werden, doch der Krieg vereitelte ein Musikstudium und so wurde er, wie der Vater, Frisör und machte die Musik zum Nebenberuf.

1950 wurde Roth zum Sender Weimar eingeladen, um Musikaufnahmen für den Rundfunk zu machen. Der damals zuständige Musikredakteur Johannes Ziegenhals war noch beschäftigt und in der Wartezeit flogen die Gedanken von Herbert Roth zurück nach Suhl und in die Berge, über den Rennsteig, auf dem er so gerne wanderte. Dabei fiel ihm eine Melodie ein, die er sogleich auf einem Schmierzettel notierte und gab ihr den Titel: „Am Rennsteig, wo ich wand're". Nach den Aufnahmen war Johannes Ziegenhals sehr angetan von seinem außergewöhnlichen Talent und gab ihm beim Abschied noch den Rat mit, eine eigene Gruppe zu gründen, mit der er seine Musik unter die Leute bringen könne.

Gesagt, getan. Nach seiner Rückkehr aus Weimar begab Roth sich sogleich zu seinem Freund Karl Müller, der in der Vergangenheit schon öfters Texte für seine Melodien und auch eigene Gedichte geschrieben hatte, um ihm seine, in Weimar eingefallene Melodie, vorzuspielen. Müller war begeistert und machte sich ans Werk – aus der Zeile „Am Rennsteig, wo ich wand're" wurde „Ich wand're ja so gerne am Rennsteig durch das Land..."

Die Gruppe war schnell gegründet und jeden Samstag nach Geschäftsschluss wurde der elterliche Frisörsalon ausgeräumt und zum Probenraum umfunktioniert. Nach einem Jahr intensivster Probenarbeit fand ein erstes Konzert der „Suhler Volksmusik" im „Golden Hirschen“ in Hirschbach, vor den Toren Suhls, statt. Gespielt wurden ausschließlich bekannte Instrumentaltitel. Die Gruppe kam sehr gut an und das Publikum verlangte natürlich eine Zugabe. So probierten sie auch den einzigen Gesangstitel im Repertoire aus, das „Rennsteiglied“. So wurde am 14. April 1951 in Hirschbach bei Suhl Musikgeschichte geschrieben...

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