BURGKUNSTADT

Trotz Investitionen weniger Schulden

Volles Haus, wenig Fragen: Die Wünsche der Burgkunstadter an die Bürgermeisterin bei der Bürgerversammlung hielten sich ... Foto: Adriane Lochner

Die kommunale Zusammenarbeit zwischen Burgkunstadt und Altenkunstadt sprach Bürgermeisterin Christiane Frieß bei der Bürgerversammlung im Hotel „Drei Kronen" am Donnerstagabend an. Sie kritisierte die Entscheidung des Altenkunstadter Gemeinderats, der sich im Januar gegen einen Neubau einer gemeinsamen Grundschule auf dem Burgkunstadter Schulberg ausgesprochen hatte. Ihrer Meinung sei es nicht rational, im Abstand von zwei Kilometern zwei Grundschulen zu sanieren oder neuzubauen. Enttäuschend sei gewesen, dass sich nicht einmal ein oder zwei Räte für diesen zukunftsweisenden Antrag stark machten.

Ein anderes Thema war die Infrastruktur, genauer die ICE-Haltestellen in Lichtenfels und Kronach. Zusammen mit anderen Bürgermeistern und Landrat Christian Meißner hatte Frieß, bei der Deutschen Bahn wiederholt deswegen angefragt. Neuen Auskünften zufolge sollen die Haltestellen nicht, wie geplant im Jahr 2030, sondern bereits 2023 fertiggestellt werden. „Noch immer kein angemessener Zeitraum", sagte Frieß. Schließlich sei die Wirtschaft auf diese Anbindung angewiesen. Die Bürgermeisterin bezog sich auf einen Kommentar im Obermain-Tagblatt mit dem Titel „Das kann es nicht gewesen sein", in dem es hieß: „Wir werden deutlich an Attraktivität verlieren. Nicht nur für Touristen, sondern auch für die Wirtschaft."

Sparen kein Selbstzweck

Für Verwirrung unter den Bürgern hatte ein anderer Zeitungsbericht zum politischen Donnerstag des CSU-Ortsverbands Mainroth gesorgt, in dem eine Sanierung der Mainbrücken in Theisau und Mainklein angesprochen wurde, die nur mit Beteiligung der Grundstückseigentümer machbar sei. Konrad Mohrand aus Theisau sagte dazu, eine Brücke für landwirtschaftlichen Verkehr sei nicht notwendig. Frieß erklärte, das Thema sei schon längst vom Tisch, allerdings: „Wir verfolgen weiter die Möglichkeit, den Fußgängerweg zu erneuern."

Auch ein Statement zum Stadtsäckel konnte sich die Bürgermeisterin nicht verkneifen, denn längst ist bekannt: die finanzielle Lage ist angespannt. Die Bürgermeisterin bezog sich auf die Forderungen des Bürgervereins, einen „knallharten Sparkurs" einzuschlagen, obwohl es Förderprogramme gibt, die 60 bis 90 Prozent der Investitionen übernehmen. „Ich halte den Weg, den die Verwaltung und die Mehrheit des Stadtrates eingeschlagen haben, für alternativlos", betonte sie. Maßvolle Investitionen seien angesichts der Zins- und Förderpolitik sinnvoll. Auch im vergangenen Jahr sei es der Stadt gelungen trotz Investitionen den Schuldenstand zu senken - von rund 11,29 Millionen auf rund 11,14 Millionen Euro. Zwischen 2005 und 2015 habe man die Schulden um etwa 13,1 Prozent abgebaut. Im Jahr 2015 hat die Stadt insgesamt rund 2,8 Millionen investiert – unter anderem für die Skateranlage, die Mainbrücke mit Linksabbiegespur, den Breitbandausbau und den Ausbau der Ortsverbindungsstraße Burgkunstadt-Hainweiher. „Wir haben viel gemacht und trotzdem die Schulden zurückgefahren", sagte Frieß.

Die Frage eines Mainrother Bürgers, zu welchen Teilen die Investitionen extern gefördert wurden, ließ sich nach Auskünften von Kämmerin Heike Eber nur schwer beantworten. Die Projekte hätten sich über mehrere Jahre gezogen, in der Bürgerversammlung sei aber nur das Haushaltsjahr 2015 Thema – zudem gebe es die Förderungen nicht auf einmal, sondern Stück für Stück. Wenn jemand an einem bestimmten Projekt interessiert sei, könne er gerne nach Terminvereinbarung im Rathaus vorbei kommen und die Zahlen einsehen.

Zum Abschluss appellierte die Bürgermeisterin Frieß an die Bürger: „Meine Mitarbeiter und ich sind für die Bürger da und stets bemüht, freundlich und kompetent Auskunft zu geben, aber den Fußabstreifer machen wir nicht." Als Beispiele nannte Frieß den hysterischen Ausbruch einer Rathausbesucherin oder Beschimpfungen auf diversen Internetseiten.

„Meine Mitarbeiter und ich sind für die Bürger da und stets bemüht, freundlich und kompetent Auskunft zu geben, aber den Fußabstreifer

machen wir nicht.“

Christine Frieß, Bürgermeisterin

„Wenn jemand ein Problem hat, soll er Ross und Reiter nennen und ich werde der Sache nachgehen", sagte Frieß. Bei groben und ungerechtfertigten Anschuldigungen sehe man sich gezwungen, Rechtsmittel einzulegen.

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