BURGKUNSTADT

Sofalandschaften und Spielkonsole

Anlaufstelle: Der gemeinsame Jugendtreff für den östlichen Landkreis soll in der ehemaligen Kegelbahn im Kellergeschoss ... Foto: Gerhard Herrmann

Sobald wie möglich soll er eröffnet werden, der neue Jugendtreff in Altenkunstadt. Das kündigte der künftige Leiter Frank Gerstner, der bereits das Mehrgenerationenhaus in Michelau betreut, in der Stadtratssitzung am Dienstagabend an. Zum Ende des Schuljahres 2014/2015 schloss die Mittelschule Burgkunstadt aufgrund zu geringer Schülerzahlen, mit ihr auch der offene Jugendtreff für Zehn- bis 20-Jährige, der seit 2009 dort untergebracht war und von der Kulmbacher Geschwister-Gummi-Stiftung verwaltet wurde.

Die Räte beschlossen einstimmig, in Kooperation mit den Nachbarkommunen Altenkunstadt und Weismain, einen offenen Jugendtreff einzurichten. Die Kosten werden von den Kommunen zu je einem Drittel übernommen. Verwaltet wird die Einrichtung in der Theodor Heuss Straße 35 von der Kreisgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Alle Stadträte waren sich einig, der Jugendtreff in Burgkunstadt war ein Erfolgsmodell und habe eine Lücke hinterlassen, die man möglichst schnell wieder füllen müsse.

Während der Stadtratssitzung referierten BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak und Frank Gerstner über die Rahmenbedingungen der Einrichtung. Die Räumlichkeiten in dem Mehrparteienhaus gehören zu einer ehemaligen Kegler-Gaststätte. Die Kegelbahn ist noch vorhanden, allerdings muss die Gaststätte erst renoviert werden. Es soll ein Café-Bereich entstehen und eine Ruhezone. Dort soll es eine Sofalandschaft mit Sitzsäcken geben sowie eine Playstation, die als Spielkonsole und Blueray-Player genutzt werden kann. Dazu gehören auch Beamer und Großleinwand. Kicker und Billardtisch gehören auch mit zur Ausstattung. Für die Verpflegung der Jugendlichen wird ein Tresen mit Ausschank eingerichtet, eine kleine Küche und ein Getränke und Lebensmittellager.

Das Personal bekommt ein kleines Büro. Zwei pädagogische oder andere fachlich geeignete Mitarbeiter aus den Berufsfeldern Sozialpädagoge, Erzieher oder Lehrer sollen einstellt werden für jeweils fünf Stunden pro Woche. Daher wären auch Minijob-Stellen möglich. Der Zeitaufwand der Leitungskraft ist mit zwei Stunden wöchentlich eingeplant.

Ziel des Jugendtreffs ist es, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern. Es sollen Themen aufgegriffen werden, die die Jugendlichen in der heutigen Zeit besonders berühren, zum Beispiel der Schönheitsbegriff, Geschlechterrollen, Wahlrecht oder der Umgang mit Geld. Dazu gehören auch gewaltfreie Konfliktlösung und die Integration jugendlicher Flüchtlinge. Gerstner sagte: „Der Jugendtreff steht allen jungen Menschen offen, unabhängig von Herkunft, Sprache und Bildung.“

Geöffnet wird die Einrichtung jeweils Dienstag und Samstag von 17.30 bis 21.30 Uhr. „Es ist sinnvoll, dass die Jugendlichen ihren Treff mitgestalten“, sagte Gerstner.

Jugendbeauftragter Marco Hennemann (CSU) lobte die zügige Planung und schlug vor, Einrichtungsgegenstände aus dem ehemaligen Jugendtreff in Burgkunstadt zu übernehmen. Wolfgang Sievert (SPD) schlug vor, eine Transportmöglichkeit einzurichten, damit auch Interessenten aus beispielsweise Mainroth oder Mainklein den Treff nutzen können. Die Stadt Weismain stellt ihren Bürgerbus als Zubringer zur Verfügung. Neben ausreichend Parkplätzen ist beim neuen Jugendtreff eine überörtliche ÖPNV-Verbindung vorhanden, genutzt werden kann auch das „Fiftiy-Fifty-Ticket“, ein Angebot des Landratsamtes.

30 000 Euro Kosten

Auch die Finanzierung bereitet keine Sorgen. Kämmerin Heike Eber sagte, das Projekt würde kein kostenintensives werden, jährlich ist mit Personalkosten von 22 000 Euro und mit Sachkosten von 8000 Euro zu rechen. Eber zufolge liegen die BRK-Kosten auf dem Niveau des alten Trägers, aber jetzt geteilt durch drei. Altenkunstadt wird jährlich eine Gesamtabrechnung der Kosten machen und mit den Nachbarkommunen verrechnen.

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