BURGKUNSTADT

Skateranlage der Superlative

Im strömenden Regen: Für die Jugendlichen ging ein großer Wunsch in Erfüllung und sie probierten die neue Anlage sofort ... Foto: Gerda Völk

Es regnete in Strömen, doch das konnte die Freude kaum trüben. Mehr als 300 Erwachsene und Jugendliche waren am Sonntag- nachmittag zur offiziellen Eröffnung der Jan-Park-Skateranlage Burgkunstadt erschienen. „Heute geht ein großer Traum in Erfüllung“, sagte Pfarrer Heinz Geyer, der gemeinsam mit seinem katholischen Amtskollegen Pater Rufus Witt die Segnung der Anlage vornahm.

Jans Traum erfüllt

Wegen des Regens, geschah der offizielle Teil in einer benachbarten Halle. Mit einfühlsamen Worten ging Pfarrer Geyer auf die Geschehnisse ein, die letztlich mit ausschlaggebend für den Bau der Anlage waren: Der tragische Tod des zwölfjährigen Jan Grünwald, der im September 2012 auf dem Weg zur Skater-Anlage in Röhrig beim Überqueren der Bahngleise starb. „Jans Traum war eine Skateranlage für Burgkunstadt“, sagte der Geistliche. So wurde eine Skateranlage gebaut, wie es sich Jan nicht erhoffen konnte. An die Jugendlichen richtete Pfarrer Geyer die eindringliche Bitte, darauf zu achten, dass auf der Anlage niemand zu Schaden kommt und niemand verletzt wird. „Skateboarden ist bei Weitem nicht nur eine Freizeitbeschäftigung. Skateboarden ist für viele Skateboarder eine Lebenseinstellung und insbesondere für begeisterte Jugendliche tagtäglicher Lebensinhalt“, sagte Regierungspräsident Wilhelm Wenning. Die Jan-Park-Skateranlage ist das erste umgesetzte Impulsprojekt des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) und zugleich ein Schlüsselprojekt der Jugendbeteiligung. In mehreren Jugendwerkstätten und Planungsrunden sei es unter fachkundiger Beratung sowie unter Beteiligung der Jugendlichen gelungen, einen passgenauen Skatepark zu errichten. Ein Skatepark, der Newcomer und Anfänger genauso anspricht wie Geübte und quasi Profisportler.

„Skateboarden ist für Viele eine Lebenseinstellung.“

Wilhelm Wenning,

Regierungspräsident

Als wahres Kunststück der Planung bezeichnete es Wenning, dass alle Obstacles (Hindernisse), Rails (Geländer) Pipes, Pools, Bowls, Funboxes und Miniramps so gestaltet wurden, dass sie unterschiedliche Schwierigkeitsgrade in sich vereinen und für alle etwas zu bieten haben. Augenzwinkernd gab Wenning zu, dass es auch ein Kunststück sei, sich als Regierungspräsident in die ungeahnte Welt der „Skatewissenschaft“ einzulesen. „Auch wenn ich mir ganz sicher bin, das Erlernte niemals in die Praxis umzusetzen“, gab Wenning zu. Die Jan-Park-Skateranlage sei die erste hochwertige Beton-Bowl, die im Regierungsbezirk errichtet wurde. Sie werde nicht nur den Schulstandort Burgkunstadt stärken, sondern eine positive Strahlkraft auf dem gesamten Landkreis haben. Wenning dankte der Familie Grünwald, die mit ihrer Spende zur Finanzierung des Unterhalts der Anlage beigetragen habe. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 290 000 Euro. Davon wurden 264 500 Euro im Rahmen des Bund-, Länder-Städtebauförderungsprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ gefördert.

Bürgermeisterin Christine Frieß freute sich über die Fertigstellung der Skateranlage, für die sich die Jugendlichen und der Jugendbeauftragte der Stadt Burgkunstadt, Marco Hennemann, stark gemacht hatten. Entstanden sei eine Anlage der Superlative. An die Nutzer appellierte die Bürgermeisterin, damit pfleglich umzugehen, dass alle lange ihren Spaß daran haben. Irma Grünwald, die Schwester von Jan Grünwald, dankte allen, die den Bau der Skateranlage ermöglicht haben.

Franz Ullrich vom Büro Plan & Werk in Bamberg, ging auf einige Besonderheiten der Anlage ein. Die sogenannten Pools haben ihren Ursprung in Kalifornien. Während einer großen Dürre durften die Schwimmbecken nicht mehr mit Wasser befüllt werden, also haben die Jugendlichen damit angefangen darin mit ihren Skateboards zu fahren. Auch die Ahornbäume seien bewusst gewählt worden, da viele Skateboards aus Ahornholz hergestellt werden. Das Projekt habe gezeigt, dass es nur gehe, wenn alle an einem Strang ziehen, stellte der Jugendbeauftragte der Stadt Burgkunstadt, Marco Hennemann, fest. Am Ende des offiziellen Teils gab Bürgermeisterin Christine Frieß die Anlage für die Jugendlichen frei. Da regnete es immer noch in Strömen. Die Freude trübte dies nicht im Geringsten.

Bürgermeisterin Christine Frieß gab die Anlage für die Jugendlichen frei.

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