BURGKUNSTADT

Worauf es im Leben wirklich ankommt

Magische Momente: Udo Langer zog das Publikum bei der letzten Aufführung des Solo-Musicals „Ein wundersamer Ausflug“ in ... Foto: Adriane Lochner

„Was haben Sie gesehen, als Sie heute Morgen in den Spiegel geblickt haben?“ fragte Udo Langer zu Beginn seines Solo-Musicals. Er wollte das Publikum zum Nachdenken animieren, die Leute in die passende Grundstimmung bringen für die Geschichte, die er mal vorlas, mal sang. „Ein wundersamer Ausflug“ handelt von einem erfolgreichen Geschäftsmann Mitte 40, der zwei Handys besitzt und – mit Langers Worten – an dem „FaXiWapp“-Syndrom leidet (kurz für Facebook, Xing und Whatsapp). Dieser Mann erkennt eines Morgens im Spiegel, dass er ausschließlich für die Karriere lebt. Deshalb beschließt er, alles zurückzulassen und auf eine Wanderung zu gehen.

Das Stück „Ein wundersamer Ausflug“ führte Langer am Samstag zum letzten Mal in der Region auf. Es ist eines von vier Solo-Musicals, die er zwischen 1988 und 2010 geschrieben und komponiert hat. Die Fangemeinde ist groß, die Plätze in der Alten Vogtei waren ausverkauft. Marion Konrad, Vorsitzende der Kulturgemeinde Burgkunstadt, sagte: „Wir freuen uns riesig, Udo Langer heute zum ersten Mal in diesen Räumen begrüßen zu dürfen.“ Viele Leute hätten sich die Veranstaltung gewünscht, woraufhin man Langer eingeladen habe.

Das Publikum ließ sich von der Geschichte fesseln, lauschte mit geschlossenen Augen und sang am Ende sogar mit. „Wundersam“ ist die fantastische Reise des Protagonisten tatsächlich, denn ein Traumfänger führt ihn zurück in die Vergangenheit, er fliegt mit einer Wolkenfee oder verwandelt sich in einen liebestollen Frosch. Am Ende findet der Mann, was er sucht: Er erkennt, dass es im Leben darauf ankommt, Liebe zu erfahren und weiterzugeben. Diese Aussage veranschaulicht Langer mit Liedtexten wie „die Flamme, die du suchst, entzündest du allein“ und „du selbst kannst aus dir glücklich sein“.

„Die Flamme, die du suchst, entzündest du allein.“

Aus Udo Langers Musical

„Ein wundersamer Ausflug“

Inspiriert hätten ihn das Beobachten anderer Menschen und die Geschichten, die sie mit ihm geteilt haben, erklärte der Künstler. Auch autobiografische Elemente seien enthalten. Immerhin ist Langer seit 30 Jahren in der Werbebranche tätig, war auf vielen Geschäftsreisen im Ausland und hat selbst erfahren, wie schnelllebig unsere Gesellschaft sein kann.

Seinen Lebensmittelpunkt hat der 52-Jährige noch immer in Burgkunstadt, in der Stadt, in der er geboren wurde. In der Alten Vogtei fühlte er sich wohl. „Dieser Platz ist so Ur-Burgkunstadt“, sagte er nach der Vorstellung. Dann kündigte er an, dass er am 21. November hier sein neues Album „Hellwach“ vorstellen wolle. Dabei handelt es sich nicht um eine zusammenhängende Geschichte, sondern um eine Sammlung von Liedern. „Lebensumstandsklamauk“ nennt es Langer.

Der Künstler war so angetan von der Resonanz des Publikums, dass er spontan beschloss, als Zugabe zwei Lieder von seiner neuen „Scheibe“ zu singen, im „Halbplayback“. Denn das neue Album hat Langer zusammen mit einer Band aufgenommen, unter anderem mit dem Gitarristen Marco Hofmann aus Altenkunstadt.

Neuen CD: Präsentation im November

„Hellwach“ ist nicht das einzige neue Projekt Langers, auch ein weiteres Solo-Musical steht in den Startlöchern. Das Thema wird die Fans sicher freuen, denn der Künstler knüpft an frühere Werke an. Langers erfolgreiche Stücke „Die Reise ins Grünbergland“ und „Ponina – Die Suche nach der Ewigkeit“ aus den achtziger beziehungsweise neunziger Jahren enden beide offen. Das fand der Künstler ein wenig schade, verknüpfte die beiden Stücke und dachte sich ein angemessenes Ende aus. Die Premiere findet im Januar statt, im Gasthof Grosch in Rödental.

Weitere Informationen zu Langers Projekten auf www.klangfeder.de

Poet: Als Rezitator überzeugte Udo Langer ebenso wie als Musiker.

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