BURGKUNSTADT

Wann ist endlich Baubeginn?

Würden am liebsten sofort mit dem Bau beginnen: Die Jugendlichen von Burgkunstadt wünschen sich einen Skatepark. Aber die Suche nach einem Grundstück gestaltet sich schwieriger als angenommen, erklärt Jugendbeauftragter Marco Hennemann (sitzend, 2. Reihe, 2. v. re.). Foto: Roland Dietz

Bereits vor über einem Jahr begannen die Spendenaufrufe für eine Skateranlage in Burgkunstadt. Viele Firmen aus Burgkunstadt und Umgebung wurden angeschrieben und zeigten sich zum größten Teil auch bereit, dieses Projekt der Jugendlichen finanziell zu unterstützen.

Nachdem Jan Grünwald auf tragische Weise ums Leben gekommen war, wurden auch Spendensammelaktionen der Eltern zusammen mit den Jugendlichen in Burgkunstadt und den Stadtteilen organisiert, da er einer der Hauptinitiatoren dieses Projektes war. Die Jugendlichen waren sich einig, dass der neue Skatepark nach ihm benannt werden sollte. Mittlerweile wurden über 20 000 Euro gespendet. Die Stadt Burgkunstadt hat bereits im Haushalt 2012 eine Summe von 35 000 Euro für den Bau eingestellt.

Nun fragen sich sowohl die Jugendlichen mit ihren Eltern, als auch die Firmen und Bürger, die für dieses Projekt gespendet haben, wann mit dem Bau der Anlage begonnen wird. Stadtrat und Jugendbeauftragter Marco Hennemann, der bereits seit 2010 im Stadtrat für den Bau eines Skateparks kämpft, äußert gegenüber dem Obermain-Tagblatt, dass in der Tat mit dem Bau der Anlage begonnen werden könnte, sofern ein geeigneter Platz gefunden wäre.

Die Suche gestalte sich schwerer als erwartet, da ein Grundstück aus baurechtlicher Sicht viele Kriterien erfüllen muss. Obwohl ein Skatepark als Spielplatz gelte, dürfe er nicht in reinen Wohngebieten errichtet werden, da aufgrund des zu erwartenden Lärms die Nutzungszeit sehr eingeschränkt werden müsste, was gegenüber den Jugendlichen nicht vertretbar wäre. Auch in Mischgebieten dürften die Jungen und Mädchen nur bis 20 Uhr in den Skatepark, sobald ein Wohnhaus in der Nähe liegt. Wünschenswert wäre ein Grundstück, für das das Landratsamt die Nutzungszeit bis mindestens 21 Uhr freigeben könnte.

Appell an Grundstücksbesitzer

Die Stadt Burgkunstadt besitze keine geeignete Fläche. Marco Hennemann spricht sich dagegen aus, den Skatepark an den Stadtrand auszulagern. Zum einen sollte der Platz leicht erreichbar sein, sowohl für die Jugendlichen aus Burgkunstadt, als auch aus Altenkunstadt, zum anderen lebe jede Sportart von Publikum. Und Plätze, die an den Stadtrand gebaut wurden, würden von den Jugendlichen schlechter frequentiert.

Allerdings gäbe es mehrere geeignete Plätze in den Industriegebieten Auwiese und Seewiese von Burgkunstadt, die aber in Privatbesitz seien. Benötigt werde ein Grundstück der Größe 500 bis maximal 1000 Quadratmeter. Obwohl Gespräche mit allen Grundstückseigentümern geführt wurden, erklärte sich niemand bereit, ein Grundstück dieser Größenordnung an die Stadt Burgkunstadt zu verkaufen oder über einen längeren Zeitraum von zirka 20 Jahren zu verpachten, bedauert Hennemann. Ein derart langer Pachtvertrag sei nötig, da die Geräte der Skateanlage aus Beton seien und in einen Betonboden eingegossen würden. Beton als Material biete den Vorteil gegenüber Holz, dass die Anlage besser gegen Witterungseinflüsse geschützt sei und dadurch auch die Unterhaltskosten wesentlich geringer seien. Außerdem verursachten Anlagen aus Beton wesentlich weniger Lärm.

Der Jugendbeauftragte, der auch selbst mit Grundstückseigentümern gesprochen hat, wünscht sich, dass schnell eine Lösung in dieser Sache gefunden wird und Burgkunstadt nach außen zeigen kann, dass man etwas gemeinsam auf die Beine gestellt hat. „Mein Handy ist Tag und Nacht an, sofern mich jemand wegen eines geeigneten Grundstücks erreichen will“, betont Hennemann. Soviel steht schon fest: Wer ein passendes Grundstück anbieten kann, wird bei den Jugendlichen ganz hoch im Kurs stehen.

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