ZEDERSITZ/WEISMAIN

Das Tier ist unser Spiegel

Tierfreundin: Sabine Hofmann (hier mit ihrem Mischlingshund) betreut in ganz Oberfranken kranke Tiere. Foto: Adriane Lochner

Tierheilpraktikerin Sabine Hofmann aus Zedersitz - kurz hinter der Landkreisgrenze - besucht ihre Kunden in ganz Oberfranken und darüber hinaus, mit Fahrzeiten von einer Stunde oder länger. Für sie ist es nicht nur ein Service, sondern eine Notwendigkeit. „Nur vor Ort kann ich die Situation ganzheitlich beurteilen und alle äußeren Einflüsse einbeziehen, auch den Tierbesitzer“, sagt Hofmann.

Stress, Belastungen und Leistungsdruck würden Mensch und Tier aus dem Gleichgewicht bringen. Das führe manchmal zu chronischen Erkrankungen wie Hautausschlägen, Husten oder Allergien. „Oft geht es bei meiner Arbeit darum, unbewusste Stressfaktoren aufzudecken und die körperlichen Symptome der Tiere als Warnsignale zu erkennen“, sagt Hofmann.

Ursache in sich selbst gefunden

Verena Weiß aus Neudrossenfeld (Landkreis Kulmbach) holte die Tierheilpraktikerin zur Hilfe, weil ihr Beagle-Rüde eine Augenentzündung hatte und sich häufig übergab. Sie sagt: „Ich bin in homöopathischer Richtung schon immer sehr aufgeschlossen gewesen und schulmedizinisch konnten wir keine Ursache erkennen.“ Mit einer Futterumstellung sei es zwar ein wenig besser geworden, aber die Hauptursache habe die Hundehalterin bei sich selbst gefunden.

„Das Tier ist unser Spiegel, und ich musste mir selbst über einiges klar werden“, sagt sie, unterdrückte Emotionen führten früher oder später zu Krankheiten. Seit sie an sich selbst arbeite, gehe es ihr und ihrem Hund besser.

Eine ähnliche Erfahrung hat Juliane Hippel aus Strullendorf (Landkreis Bamberg) gemacht, seit zwei Jahren ist sie Kundin bei der mobilen Tierheilpraktikerin. Sie berichtet: „Mein Reitpferd wurde am Bein operiert, und ich wollte mit einer homöopathischen Therapie den Heilungsprozess unterstützen.“

Das gelang mit einer Kombination aus Globuli zur Wundheilung, Futterumstellung und Energiearbeit, damit das Pferd ruhiger wird. „Ich war überrascht, dass wir bei einem vierjährigen Pferd keine Beruhigungsmittel brauchten“, sagt Hippel.

Sehr viel Zeit genommen

Auch mit ihrem Pflegehund arbeite sie nun viel bewusster. „Wenn ich selbst entspannt bin, kann ich viel mehr bewirken. Der Hund macht große Fortschritte in der Ausbildung, zum Beispiel in der Leinenführigkeit.“ Hippel lobt, dass sich die Tierheilpraktikerin sehr viel Zeit für sie genommen habe. Ihr zufolge hängt an diesem Job mehr Arbeit, als man auf den ersten Blick sieht.

Als Tierheilpraktikerin arbeitet die 51-jährige Sabine Hofmann seit 2009, nach Abschluss einer zweijährigen Ausbildung an der Paracelsus Heilpraktikerschule in Würzburg. Parallel dazu belegte sie Kurse in klassischer Homöopathie für Tiere und energetische Verfahren für Tiere und Menschen.

Zuvor hatte sie ein anderes Leben: Die Industriefachwirtin arbeitete jahrelang in Unternehmen in Bayreuth und Bamberg. Berufsbegleitend absolvierte sie sogar ein Betriebswirtschaftsstudium.

„Nachdem ich 20 Jahre mit Zahlen gearbeitet habe, habe ich eine komplette berufliche Veränderung gebraucht“, sagt Hofmann, die auch schon einige Tiere im Landkreis Lichtenfels therapiert hat. Als damals bei ihr selbst und ihrem Pferd gesundheitliche Probleme auftraten, suchte sie einen Therapeuten auf, der sich mit der Deutung von Krankheitsbildern und ihren Ursachen auseinandersetzte.

Ganzheitlicher Weg

Hofmann sagt: „Während einer Therapiesitzung für mich selbst hatte ich ein Aha-Erlebnis. Ich wollte mich ebenfalls mit alternativer Medizin befassen und zwar für Tiere.“ Die Tierheilpraktikerin sagt: „Ich bin fasziniert, was alles über den ganzheitlichen Weg möglich ist. Selbst austherapierte Fälle können noch eine Chance haben.“