BURGKUNSTADT

Für ein barrierefreies Burgkunstadt

Einsatz für Menschen mit Behinderung: Bei ihren Besuch bei Regens Wagner trug sich Ruth Waldmann in das Gästebuch der Ei... Foto: Gerda Völk

Die Frage, wie Menschen mit Behinderung besser integriert werden können, stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde mit der heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld und der behindertenpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ruth Waldmann bei Regens Wagner.

Wie Bürgermeisterin Christine Frieß betonte, sei die Stadt Burgkunstadt sehr um das Thema Inklusion bemüht. Bei allen Umbauarbeiten im Stadtgebiet werde auch die Barrierefreiheit berücksichtigt. Am Beispiel Marktplatz erläuterte die Bürgermeisterin, dass abgeschliffene Pflastersteine allerdings auch mit erheblichen Mehrkosten verbunden sind. Wolfgang Sievert, SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Fördervereins von Regens Wagner forderte ein Umdenken im Stadtrat. Er bedauerte, dass sein Antrag auf einen Toilettenwagen für behinderte Menschen, der lediglich 7000 Euro gekostet hätte, abgelehnt wurde.

„Selbstständigkeit ist unseren Klienten ein großes Anliegen“, sagte Schubert. Dazu gehört auch, dass ihnen ermöglicht wird, ohne fremde Hilfe

von A nach B zu gelangen.“

Sabine Schubert, Gesamtleiterin Regens Wagner

Auch der bayerische Ministerpräsident spreche sich für ein ein barrierefreies Bayern aus, meinte die behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ruth Waldmann. Allerdings sei Seehofer der Ansicht, dass zuerst die Kommunen etwas dafür unternehmen sollten. Im Februar 2014 habe die SPD deshalb eine 169 Fragen umfassende Interpellation (große Anfrage) im Landtag eingereicht. „Damit wollen wir erreichen, dass die Staatsregierung ihre Pläne konkretisiert“, erläuterte Waldmann. Das Problem sei, dass es bislang keine belastbare Bestandsanalyse gebe. Für einen barrierefreien Ausbau des öffentlichen Raumes würden aber eine Bestandsaufnahme und ein Aktionsplan benötigt.

Nach Ansicht von Sabine Schubert, der Gesamtleiterin von Regens Wagner Burgkunstadt, würden von einem barrierefreien Burgkunstadt alle Bürger profitieren. Ein barrierefreier Bahnhof sei besonders für Menschen mit Behinderung wichtig. „Selbstständigkeit ist unseren Klienten ein großes Anliegen“, sagte Schubert. Dazu gehöre auch, dass ihnen ermöglicht werde, ohne fremde Hilfe von A nach B zu gelangen. Ein barrierefreier Bahnhof wäre auch ein Herzenswunsch von Bürgermeisterin Christine Frieß. Alle Menschen mit Behinderung sollten die Hilfen erhalten oder vorfinden, die ihnen eine uneingeschränkte Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht, lautete der Wunsch der Diskussionsrunde. Nach Ansicht von Susann Biedefeld, wäre der Bahnhof in Burgkunstadt es wert möglichst zeitnah angepackt zu werden. Doch dazu seien die notwendigen Mittel erforderlich.

Ein weiteres Thema der Diskussionsrunde war die Schulbegleitung für Schüler mit Behinderung, die an Regelschulen unterrichtet werden. Schulbegleiter sollen Teil des pädagogischen Teams der Schule werden, fordert Ruth Waldmann. Dazu sollte es den Beruf des „Assistenz- und Schulbegleiters“ geben. Sabine Schubert erläuterte die Schwierigkeiten, die sich im Alltaggeschäft der Inklusion oft ergeben. Schulbegleiter dürften zwar die Seite eines Buches umblättern, aber einem Kind nichts erklären. Schubert bedauerte auch, dass es den Schulbegleitern oft an Planungssicherheit fehle. Vielfach wüssten die Frauen nicht, ob und wo sie eingesetzt werden. Eine Inklusion werde es aber nicht zum Nulltarif geben.

Auch die Krankenhausbegleitung von Menschen mit geistiger Behinderung war ein Thema, das Schubert ansprach. Als Einrichtung könnte Regens Wagner keinen eigenen Mitarbeiter dafür einsetzen. Die Finanzierung von Honorarkräften müssten die Krankenkassen übernehmen, dies würde von ihnen jedoch häufig abgelehnt, bedauerte Schubert. Am Ende ihres Besuches trug sich Ruth Waldmann in das Gästebuch von Regens Wagner ein.

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