BURGKUNSTADT

Den „Kanalgeschädigten“ stinkt es

Unerträglich: Üble Gerüche aus der Kanalisation stören die Anwohner der Hainweiherer Straße in Burgkunstadt, wie Manfre... Foto: Gerda Völk

Ihrem Ärger über den ihrer Meinung nach „bestialischen Gestank“ machten zwei Einwohner bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Hotel „Drei Kronen" Luft. In der Hainweiherer Straße stinke es zum Himmel.

Seit dem Anschluss von Ebneth und Hainweiher an die Kläranlage der Stadt Burgkunstadt klagen die Anwohner über eine unzumutbare Geruchsbelästigung. Und zwar immer dann, wenn der Kanalinhalt aus Hainweiher hörbar den Hainweiherer Berg hinunterrauscht, wie Manfred Hänel, der Vertreter der „Kanalgeschädigten“ erläuterte. Damit sei der Erholungswert der Gärten gleich Null und Kaffeetrinken oder Grillen im Freien nur noch etwas für Hartgesottene. Auch fühlen sich die Anwohner von den Verantwortlichen in der Stadt nicht ernst genommen.

„Um das Abwasser von 120 Bürgern von Ebneth und Hainweiher über den Berg abzupumpen wurden zwei Millionen Euro ausgegeben.“
Filips Callens Bürger aus Ebneth

Besonders deutlich wurde Filips Callens: „Um das Abwasser von 120 Bürgern von Ebneth und Hainweiher über den Berg abzupumpen wurden zwei Millionen Euro ausgegeben.“ Dies hätte man mit Kleinkläranlagen besser bewältigen können. Die Stadt sollte aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, damit dieser „Blödsinn“ in Zukunft nicht mehr passiert, forderte Callens. Bürgermeisterin Christine Frieß erinnerte daran, dass es für den Anschluss der beiden Ortschaften an die zentrale Kläranlage in Burgkunstadt einen demokratischen Beschluss des Stadtrats gegeben hat. Zudem sei damals eine Umfrage bei den Betroffenen gemacht worden: „Da war nicht unbedingt die Mehrheit für die Kleinkläranlagen“. Als Sofortmaßnahme habe die Stadt die Einschaltquoten der Pumpen verringert. Damit soll die Verweildauer des Abwassers im Pumpensumpf reduziert werden. Parallel dazu wurde eine Fachfirma beauftragt, abzuklären, ob der Einbau von Filtern zur Geruchsneutralisation in den Kanalschächten möglich sei.

Eine weitere Anfrage betraf die Sperrung des Gehweges im Bereich des Alten Brauhauses in Mainroth. In seiner Sitzung am 10. Februar wird der Stadtrat über Notsicherungsmaßnahmen an dem Gebäude diskutieren. Wenn die Verkehrsgefährdung beseitigt ist, dann werde auch der Gehweg wieder freigegeben, so die Bürgermeisterin.

Planung für Burgweg-Sanierung

Auch für den gesperrten Fußweg „Burgweg“ (Anfrage Susanne Petterich) zeichnet sich eine Lösung ab. In diesem Jahr ist die Planung und Kostenermittlung zur Sanierung und Neugestaltung des Burgweges vorgesehen, die Umsetzung für 2016. Die reine Bauzeit wird mit rund zwei Jahren veranschlagt. Der Fußwegs „Am Bauershof“ bleibt weiterhin gesperrt.

Filips Callens hatte eine Reihe von Anfragen eingereicht, darunter auch, ab wann mit einer Ganztagsschule für die Grundschule zu rechnen sei. Aktuell gebe es dafür seitens der Eltern keinen nennenswerten Bedarf, teilte die Bürgermeisterin mit. Die Nachfrage nach dem Schuldenstand beantwortete Frieß in ihren Rechenschaftsbericht (eigener Bericht unten) und mit den ersten Haushaltsberatungen für 2015 werde im März zu rechnen sein.

Aus der Kriminalitätsstatistik

Über die Entwicklung der Verkehrsunfälle und Straftaten in Burgkunstadt im vergangenen Jahr berichtete Harald Göring, stellvertretender Leider der Polizeiinspektion Lichtenfels, in der Bürgerversammlung:

Verkehrsunfälle: 174,

mit Personenschaden: 36,

Sachschaden: 304 000 Euro;

Alkoholunfälle: 3, Wildunfälle: 23,

Unfallflucht: 39,

Kein Schulwegunfall.

Straftaten insgesamt: 297,

davon 53 in der Au,

Sachbeschädigungen: 33,

Körperverletzungen: 37,

Diebstähle: 38,

davon Fahrraddiebstähle: 4,

Ladendiebstähle: 6.

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