ALTENKUNSTADT/BURGKUNSTADT/WEISMAIN

115 Funkantennen in drei Kommunen

Zankapfel: Auf diesen Masten am Ortsrand von Neudorf (bei Kasendorf im Landkreis Kulmbach) sind 18 Mobilfunkantennen ang... Foto: Dietmar Schuberth

Seit rund einem Jahr setzt sich die Bürgerinitiative Mobilfunkstandort Altenkunstadt (BI) für den Schutz der Bürger vor möglichen Gefahren durch Mobilfunk ein. Durch eine aufwändige Feldanalyse haben die Mitglieder festgestellt, dass im Gebiet von Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain mindestens 115 Mobilfunkantennen – häufig sehr unauffällig und ohne Information der Bürger – installiert wurden. Die BI fordert daher Mobilfunkstandorte zukünftig auf sogenannten Positivstandorten zu installieren.

„Die hohe Anzahl und der weitere ungehemmte Ausbau von immer stärker strahlenden Mobilfunkantennen führt zu einer gesundheitsgefährdenden Verstrahlung der Bevölkerung durch Mobilfunkantennen im östlichen Landkreis“, warnt BI-Sprecher Dietmar Schuberth. Häufig befänden sich diese Mobilfunkstandorte in unmittelbarer oder mittelbarer Nähe von Wohnhäusern, Schulen oder Kindergärten und nicht selten in der Ortsmitte.

„Die hohe Anzahl und der weitere ungehemmte Ausbau von immer stärker strahlenden Mobilfunkantennen führt zu einer gesundheitsgefährdenden Verstrahlung der Bevölkerung durch Mobilfunkantennen im östlichen Landkreis.“
Dietmar Schuberth Bürgerinitiative Mobilfunkstandort

Die Bürgerinitiative warnt vor einer „gesundheitsgefährdenden und risikoreichen Wirkung der von Mobilfunkantennen ausgehenden elektromagnetischen Strahlung für den menschlichen Körper“. Dietmar Schuberth erklärt dazu: „Diese schädigende Wirkung unnatürlicher Strahlung einer hohen Leistungsdichte mit bisher nicht bekannten Auswirkungen wird durch seriöse wissenschaftliche Studien schon seit Jahrzehnten eindeutig nachgewiesen. Bisher weisen diese Studien schon gesundheitliche Schädigungen bis hin zu möglichen Krebserkrankungen nach“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe daher 2011 die Wirkung von Mobilfunkstrahlung als möglicherweise krebserregend (Stufe 2 B) eingestuft.

Die BI fordert Mobilfunkstandorte zukünftig auf sogenannten Positivstandorten zu installieren. Sie sollten ein Mindestabstand von mindestens 1000 Metern zum nächsten bewohnten Haus, zur nächsten Schule oder zum nächsten Kindergarten einhalten, um die Strahlenbelastung vor allem für Jugendliche und Kinder möglichst gering zu halten. Aufgrund der Reichweite der neuen LTE-Technik von zehn Kilometern, könne dieser Sicherheitsabstand von der Gefahrenstelle leicht eingehalten und trotzdem ein guter Mobilempfang gewährleistet werden. Dies sei durch unabhängige Gutachten nachgewiesen worden.

Das Europaparlament fordere die europäischen Staaten eindringlich auf eine drastische Minimierung der Mobilfunkstrahlung umzusetzen und vorsorgeorientiert zu handeln. Obwohl zahlreiche Länder dieser Empfehlung nachkämen, würden in Deutschland immer mehr Mobilfunkmasten aufgestellt und der Mobilfunk weiter ausgebaut.

Die Werbung der Mobilfunkanbieter mit der enormen Reichweite ihrer LTE-Technik und ausreichendem Empfang bis in die Innenräume der Häuser ignoriere eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 2007, dass in Wohnungen eingestrahlte Mobilfunkwellen einen Eingriff in das Menschenrecht auf Schutz der Wohnung darstellen (Art. 8 I EMRK), so die Bürgerinitiative. Auch der deutsche Gesetzgeber verweise darauf, dass beim Mobilfunk die sogenannte Außenversorgung und nicht die Innenversorgung gewährleistet werden müsse. Gerichtsurteile besagten, dass die Kommune eine flächendeckend angemessene und ausreichende Versorgung und keine bis in die Innenräume von Wohnhäusern reichende optimale Versorgung gewährleisten müsse.

Aufgrund der „Zunahme gesundheitsgefährdender elektromagnetischer Mobilfunkstrahlen (Elektrosmog) im Gebiet zwischen Burgkunstadt und Weismein“ fordert die BI die Kommunen auf, zum Schutz und zur Gesundheit ihrer Bürger und zur Vorsorge für die Umwelt, gemeinwohlorientierte Entscheidungen zu treffen. Die BI empfiehlt, am Beispiel der Gemeinde Altenkunstadt, im Rahmen eines vorsorgeorientierten Mobilfunkstandortkonzepts, Funkmasten zukünftig nur noch außerhalb von Wohngebieten mit einen Mindestabstand von 1000 Metern zum nächsten bewohnten Haus zuzulassen. „Kommunen haben mittlerweile das Recht über die Standorte von Mobilfunksendeanlagen eigenständig und unabhängig zu bestimmen“, so Schuberth. Sie hätten die Möglichkeit bei Fragen der baulichen Ausgestaltung der Mobilfunkversorgung die Planungs- und Steuerungshoheit auszuüben.

Homepage der Bürgerinitiative

Über Risiken, Gefahren und Probleme im Zusammenhang mit elektromagnetischer Strahlung informiert die BI auch auf einer eigenen Homepage (www.bi-mobilfunk.de).