BURGKUNSTADT

Wie dringend ist der Brandschutz in der Grundschule?

Keine Chance hatte der Bürgerverein auch mit einem Dringlichkeitsantrag: Die Fraktion kritisiert, dass der Brandschutz und die Sicherheit im Grundschulgebäude in Burgkunstadt nicht mehr gewährleistet und eine Beseitigung der Mängel erst in ein bis zwei Jahren vorgesehen sei. Rettungswege und Stichflure seien zu lang, ein zweiter Rettungsweg für das Gebäude fehle.

Mittlerweile hat die Fraktion einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Von der Stadtverwaltung fordert der Bürgerverein, „das Schulgebäude der Grundschule Burgkunstadt unverzüglich in einen Zustand (zu) versetzen, der den rechtlichen Anforderungen an den Brandschutz und an die Sicherheit der dort untergebrachten Kinder genügt.“ Andernfalls sollten die Kinder nur in Räumen untergebracht werden, die den rechtlichen Anforderungen des Brandschutzes entsprechen.

Ein Brandschutzkonzept lasse sich nicht in drei Wochen umsetzen, gab Kämmerin Heike Eber zu bedenken. Wolfgang Sievert (SPD) fragte, ob es notwendig sei ein Anwaltsschreiben zu verschicken, den Stadtrat an den Pranger zu stellen und mit juristischen Schritten zu drohen. Dem hielt Dr. Marcus Dinglreiter (Bürgerverein) entgegen, dass seit 2009 Handlungsbedarf bestehe. Der Konflikt sei laut Thomas Müller (Bürgerverein) erst entstanden, weil in Mainroth damit argumentiert wurde, die Kinder könnten dort wegen des fehlenden Brandschutzes nicht mehr beschult werden: „Dort sollte es sofort umgesetzt werden, in Burgkunstadt lässt man sich noch zwei Jahre Zeit.“

„Wir sind dagegen, die Kinder in den Keller zu stecken und dafür eine halbe Million Euro auszugeben.“
Thomas Müller Bürgerverein

Die von Architekt Andreas Klerner im August vorgestellten Pläne für die Einrichtung eines Horts im Untergeschoss des Grundschulgebäudes in Burgkunstadt stoßen im Stadtrat auf wenig Gegenliebe. Die CSU-Fraktion beantragte, zu prüfen, ob im Gebäude der Friedrich-Baur-Mittelschule Räume für einen Hort zur Verfügung stehen. Auch der Bürgerverein sei strikt dagegen, „die Kinder in den Keller zu stecken und dafür eine halbe Million Euro auszugeben“, argumentierte Müller.

Ungeachtet der Standortfrage plant die Stadt die Errichtung von 50 Hortplätzen, da der Bedarf steigt. Laut Kämmerin Heike Eber liegen bereits 48 Anmeldungen vor. Um noch FAG-Fördermittel zu bekommen, müsse das Vorhaben mit Angabe einer „groben Planung“ bis 1. Oktober bei der Regierung von Oberfranken angemeldet werden.

Hans Peter Marx (SPD) plädierte dafür, den Antrag der CSU dahingehend zu ergänzen, alle möglichen Alternativen zu prüfen. Ein Anfang könnte nach Ansicht von Bürgermeisterin Frieß eine Begehung der Räume im Untergeschoss der Schule sein.

Der Stadtrat beschloss einstimmig, dem Antrag der CSU-Fraktion zu folgen und die Unterbringung des Horts des katholischen Kindergartens nach Alternativen zu überprüfen und die Verwaltung zu beauftragen einen Antrag auf Fördermittel bei der Regierung von Oberfranken zu stellen.

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