ALTENKUNSTADT

Kreuzstein vor dem Vergessen gerettet

Historisches Denkmal: Mit vereinten Kräften wurde dieser Kreuzstein zwischen Spiesberg und Zeublitz wieder in das rechte... Foto: Dieter Radziej

Kreuzsteine oder steinerne Wegkreuze sind nicht nur ein Zeichen der Frömmigkeit in der Flur, sondern haben meist auch einen historischen Hintergrund. Einer dieser steinernen Zeugen aus dem späten Mittelalter, der in den vergangenen Jahrzehnten an der Kreuzung der Straßen nach Zeublitz, Spiesberg und Wolfsloch verborgen unter hohem Gras und halb umgekippt stand, haben freiwillige Helfer jetzt auf Initiative des Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die örtliche CHW-Vorsitzende Jutta J. Löbling und Bernhard Christoph, der sich als Steinkreuzpate engagiert, haben den Arbeitseinsatz angeregt, bei dem auch Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling und die Dorfgemeinschaft von Zeublitz mit schwerem Gerät halfen. Mit einem Bagger hoben sie den umgekippten Kreuzstein an, befestigten den Untergrund und stellten das Denkmal anschließend wieder auf. Bürgermeister Robert Hümmer dankte allen Beteiligten für ihr ehrenamtliches Engagement, durch das es gelungen sei, diesen historischen Stein wieder ins Blickfeld zu rücken.

Derartige Zeugnisse der Vergangenheit aus der Zeit des 13. bis in das 15. Jahrhundert hinein sind noch einige im Gemeindegebiet zu finden. Das Kreuz am Wegesrand, ein Holz- oder Steinmartel zwischen Wiesen und Feldern oder ein Unglücksbildstock an einem Hohlweg werden seit alters her als ein Ruhepunkt oder Gegenstand einer andächtigen Betrachtung empfunden. Doch dienten derartigen Bildstöcke aus Holz oder Stein nicht nur als Denkmal der Frömmigkeit, sondern auch Blut- und Sühnesteine sind überliefert, wie Bernhard Christoph erklärte. Sie standen nicht nur an exponierter Stelle, sondern auch dort, wo ein Mensch zu Tode gekommen war. Steinkreuze wurden einst auch als Sühnezeichen gesetzt, wenn ein Täter sich, um der Blutrache zu entkommen, mit der Familie des Opfers geeinigt hatte. Im Volksmund hieß es, das Versetzen von Sühnekreuzen bringe Unglück.

CHW-Führung

Weitere Informationen zu diesem Thema bietet eine CHW-Führung am Samstag, 9. August, um 16 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Kreisstraße Lif 3 zwischen Spiesberg und Zeublitz. Bernhard Christoph wird dabei auf den Kreuzstein eingehen sowie zur Ringwallanlage auf dem Külmitz führen.

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